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Full text: Zweites Köppen-Heft der Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie

Rodewald, M.: Die Bedeutung des Dreimassenecks für die subtropischen Sturmtiefbildungen, 49 
Am Südwestende der Front lebt das zurückgebliebene Tropiktief in kleinem 
Umfange fort. 
Im Nordwesten ist abermals eine Kaltfront, die am 5. Oktober Neufundland 
überschritt, auf den Ozean hinausgetreten. Hinter ihr ist ein neues Polarlufthoch 
unter Verstärkung nach Neuschottland vorgestoßen. Das Tief östlich Neufund- 
land, mit dem die Kaltfront verknüpft ist, ist ziemlich schwach, 
Wir finden also, wenn wir das Kartenbild vom 7. Oktober von Südost nach 
Nordwest durchschreiten, drei HNochdruckgebiete und in ihnen drei ver- 
schiedene Luftmassen: Südlich vom 25. Breitenkreis liegt das eigentliche 
Roßbreitenhoch — es setzt sich nach dem Mittelmeer fort — mit echter Tropik- 
luft, deren Bildung aus Polarluft weit zurückliegt, Westlich der Azoren, zwischen 
85 und 40° N-Br,, liegt ein junges 
Roßbreitenhoch, aus Polarluft 
bestehend, die in Umwandlung zu 
Tropikluft begriffen ist („Uber- 
gangsluft“). Bei Neuschottland, 
zwischen 45 und 50° N-Br., liegt 
die dritte Hochdruckzelle mit 
[rischer Polarluft, deren Zustrom 
vom Labradormeer in vollem 
Gange ist, 
Die drei Massen sind durch 
zwei Fronten getrennt, von 
denen die südlich der Azoren 
vorbeigehende die „Polarfront“ 
oder „temperierte Front“, d, h. 
die Hauptfrontalzone darstellt. 
Über ihr ist die Zone der 
stärksten südwestlichen Höhen- 
driftströmung anzunehmen. Wei- 
ter nördlich hat sich das Boden- 
druckfeld seit den Vortagen so 
umgestaltet, daß die Drift der 
Bodenwestwinde über dem Ozean allgemein stark erlahmt ist, was, wie wir sehen 
werden, für die weitere Gestaltung der Lage nicht ohne Belang ist. 
Die Wetterlage vom nächsten Tage, dem 8. Oktober, ist in Abb. 7 dargestellt. 
Die am Vortage westlich Spanien gelegene Störung ist jetzt bis zum west- 
lichen Kanaleingang gelangt und in Vertiefung begriffen. Hinter ihr dringt die 
Kaltluft über Nordwestspanien und Madeira weiter südostwärts vor: In Madeira 
ist der Wind von SW nach NNE umgegangen, vor der Nordwestküste der 
Iberischen Halbinsel hat der Nordwestlufteinbruch Stärke 6 bis 8 erreicht, 
während im inneren Biskajawinkel noch der präfrontale Südwind, mit einer durch 
Föhn gesteigerten Temperatur von 27 bis 28°, weht. 
Das postfrontale Drucksteiggebiet hat das am Vortage westlich der Azoren 
gelegene Hoch in den Südosten der Inselgruppe rücken lassen, wo es mit dem 
alten, bei 25° N-Br. gelegenen Roßbreitenhoch am Boden verschmolzen ist, 
Unser Tropiktief ist ein Stück — nach der Bahnkarte von Mitchell (vgl 
Abb. 2) nur ein sehr geringes Stück — nordostwärts vorgedrungen und an- 
scheinend leicht vertieft. Es liegt jetzt wieder, wie am 4, Oktober, beim 30. Breiten- 
kreis, nur etwa 11 Längengrade weiter östlich. Nach den Hoffmeyerkarten hat 
es am 8. Oktober geringeren Umfang und geringere Tiefe als am 4. Oktober. 
Die ostatlantische Kaltfront ist näher dem Tropiktief wieder — als Warm- 
[iront — nordläufig geworden. 
Die am Vortage im Nordwesten des Kartenbildes gelegene neue Kaltfront 
ist weiter nach Südosten vorgedrungen, und — falls nicht schon weiter — in 
unmittelbare Nähe der tropischen Zyklone gelangt. In ihrem nördlichen Abschnitt 
ist diese Kaltfront aber nahezu stationär geblieben: ein Zeichen, daß die atlan- 
tische Westwinddrift in den Breiten um 50° N — mit der Südwärtsverlagerung 
Zweites Köppen-Heft der Ann. d, Hydr, usw. 1936, 
f
	        
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