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| Die Deutsche Hydrographische Gesellschaft
Initiativen des Verbandes konzentrieren sich heute
auf vielfältige Belange, wie u.a. der der Entwick-
lung neuer Aus- und Weiterbildungsangebote, der
Fortentwicklung hydrographischer Standards oder
der internationalen Zusammenarbeit. In allen diesen
Bemühungen ist es der DHyG gelungen, als un-
abhängige und neutrale Instanz Anerkennung zu
finden.
In besonderem Maße zeigt sich dieses im Bereich
der DHyG-Qualifizierungsinitiative des „Anerkannten
Hydrographen“: Hiermit ist es der DHyG gelungen,
nit Schaffung eines exklusiv durch die DHYG zu
vergebenden Gütesiegels „DHyG anerkannter Hyd-
rograph“ einen praxisgerechten Leistungsstandard
für Hydrographen und hydrographische Dienst-
leistungen zu etablieren. Grundlage einer jeden
Vergabe ist hierbei die qualifizierte Beurteilung des
Bewerbers, nicht nur auf Grundlage der absolvierten
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, sondern auch
und insbesondere unter Hinzuziehung nachweis-
barer beruflicher Erfahrungen.
Zunehmend geraten unsere Meere, Küstenzonen.
See- und Binnenschifffahrtsstraßen und Häfen in
das Spannungsfeld vielfältiger, häufig auch einan
der widersprechender Nutzungsinteressen. Gera:
de in den Bundesländern an der Küste ist dieser
zunehmende Wettbewerb um unsere „Maritime
Welt“ fast täglich zu spüren. Der nach Ende der
Weltfinanzkrise wieder rasant wachsende Seever-
kehr, das im Rahmen der Bundesinitiative zur Ent-
wicklung alternativer Energierzeugung wachsende
Momentum zur Errichtung von Offshore-Windparks
oder die im Rahmen all dieser Entwicklungen zu-
nehmende Besorgnis um die Qualität der Naturres-
source „Meer“ sprechen eine beredte Sprache
Die Entwicklung und Etablierung von Ordnungs:
prinzipien zur Koordinierung und nachhaltigen
Entwicklung all dieser maritimen Unternehmungen
sind daher von hohem gesellschaftlichen Interesse
7olgerichtig zählt die Entwicklung einer maritimer
Zaumordnung zu den drängendsten, maritimen
Aufgaben, welchen sich insbesondere die Hydro-
graphie in Deutschland stellen muss. Gleichzeitig
erwachsen mit dieser Rolle jedoch auch zahlreiche
Chancen, die Hydrographie aus ihrem Nischen
daseiln zu befreien und sich mit ihren Leistunger
unmittelbar der Öffentlichkeit zu stellen.
Entwicklungspotentiale und Herausforderungen
Bis heute wird die Hydrographie als typische
Dienstleistungsdisziplin weder in der Fachwelt
10ch von der breiten Öffentlichkeit entsprechend
dem tatsächlichen Stand ihrer Bedeutung für die
Entwicklung des Binnen- und Seeverkehrs, ihren
vielfältigen Beiträgen zur Meeres- und Umwelt-
forschung oder ihren wegweisenden technischer
Entwicklungsbeiträgen im Bereich der maritimen
ind Gewässer-Sensorik gewürdigt. Zu den bekann-
ten Ursachen zählen unter anderem sicherlich die
zweifelsohne hoch spezialisierte und technologisch
anspruchsvolle Arbeit in einem Bereich, desser
Auswirkungen viele Menschen nicht unmittelbar
n ihrem persönlichen Alltag spüren. Gleichzeitig
st aber auch festzustellen, dass die Beiträge der
-Aydrographie erst im Kontext der nachfolgenden
\Vlutzung durch andere Disziplinen ihre tatsächliche
3Zedeutung entfalten.
Unterstützt wird diese Entwicklung auch durch die
europäische INSPIRE Direktive zum Aufbau einer
'änder- und ressortübergreifenden Geodateninfra-
struktur, welche es in der Nutzungsphase erlauben
wird, maritime Raumordnungsinformation und dami:
auch und insbesondere hydrographische Daten
omnipräsent anzubieten und darzustellen
Aber auch im Bereich der bereits heute öffentlich
zugänglichen Informationen gibt es Spannendes zu
beobachten. Technische Innovationen wie Google
Earth oder die allgegenwärtige, inzwischen auch
mobil zugängliche Verfügbarkeit weiterer Geoinfor
mation für die breite Öffentlichkeit haben inzwischen