accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 150 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 2011

74 
| Die Deutsche Hydrographische Gesellschaft 
Initiativen des Verbandes konzentrieren sich heute 
auf vielfältige Belange, wie u.a. der der Entwick- 
lung neuer Aus- und Weiterbildungsangebote, der 
Fortentwicklung hydrographischer Standards oder 
der internationalen Zusammenarbeit. In allen diesen 
Bemühungen ist es der DHyG gelungen, als un- 
abhängige und neutrale Instanz Anerkennung zu 
finden. 
In besonderem Maße zeigt sich dieses im Bereich 
der DHyG-Qualifizierungsinitiative des „Anerkannten 
Hydrographen“: Hiermit ist es der DHyG gelungen, 
nit Schaffung eines exklusiv durch die DHYG zu 
vergebenden Gütesiegels „DHyG anerkannter Hyd- 
rograph“ einen praxisgerechten Leistungsstandard 
für Hydrographen und hydrographische Dienst- 
leistungen zu etablieren. Grundlage einer jeden 
Vergabe ist hierbei die qualifizierte Beurteilung des 
Bewerbers, nicht nur auf Grundlage der absolvierten 
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, sondern auch 
und insbesondere unter Hinzuziehung nachweis- 
barer beruflicher Erfahrungen. 
Zunehmend geraten unsere Meere, Küstenzonen. 
See- und Binnenschifffahrtsstraßen und Häfen in 
das Spannungsfeld vielfältiger, häufig auch einan 
der widersprechender Nutzungsinteressen. Gera: 
de in den Bundesländern an der Küste ist dieser 
zunehmende Wettbewerb um unsere „Maritime 
Welt“ fast täglich zu spüren. Der nach Ende der 
Weltfinanzkrise wieder rasant wachsende Seever- 
kehr, das im Rahmen der Bundesinitiative zur Ent- 
wicklung alternativer Energierzeugung wachsende 
Momentum zur Errichtung von Offshore-Windparks 
oder die im Rahmen all dieser Entwicklungen zu- 
nehmende Besorgnis um die Qualität der Naturres- 
source „Meer“ sprechen eine beredte Sprache 
Die Entwicklung und Etablierung von Ordnungs: 
prinzipien zur Koordinierung und nachhaltigen 
Entwicklung all dieser maritimen Unternehmungen 
sind daher von hohem gesellschaftlichen Interesse 
7olgerichtig zählt die Entwicklung einer maritimer 
Zaumordnung zu den drängendsten, maritimen 
Aufgaben, welchen sich insbesondere die Hydro- 
graphie in Deutschland stellen muss. Gleichzeitig 
erwachsen mit dieser Rolle jedoch auch zahlreiche 
Chancen, die Hydrographie aus ihrem Nischen 
daseiln zu befreien und sich mit ihren Leistunger 
unmittelbar der Öffentlichkeit zu stellen. 
Entwicklungspotentiale und Herausforderungen 
Bis heute wird die Hydrographie als typische 
Dienstleistungsdisziplin weder in der Fachwelt 
10ch von der breiten Öffentlichkeit entsprechend 
dem tatsächlichen Stand ihrer Bedeutung für die 
Entwicklung des Binnen- und Seeverkehrs, ihren 
vielfältigen Beiträgen zur Meeres- und Umwelt- 
forschung oder ihren wegweisenden technischer 
Entwicklungsbeiträgen im Bereich der maritimen 
ind Gewässer-Sensorik gewürdigt. Zu den bekann- 
ten Ursachen zählen unter anderem sicherlich die 
zweifelsohne hoch spezialisierte und technologisch 
anspruchsvolle Arbeit in einem Bereich, desser 
Auswirkungen viele Menschen nicht unmittelbar 
n ihrem persönlichen Alltag spüren. Gleichzeitig 
st aber auch festzustellen, dass die Beiträge der 
-Aydrographie erst im Kontext der nachfolgenden 
\Vlutzung durch andere Disziplinen ihre tatsächliche 
3Zedeutung entfalten. 
Unterstützt wird diese Entwicklung auch durch die 
europäische INSPIRE Direktive zum Aufbau einer 
'änder- und ressortübergreifenden Geodateninfra- 
struktur, welche es in der Nutzungsphase erlauben 
wird, maritime Raumordnungsinformation und dami: 
auch und insbesondere hydrographische Daten 
omnipräsent anzubieten und darzustellen 
Aber auch im Bereich der bereits heute öffentlich 
zugänglichen Informationen gibt es Spannendes zu 
beobachten. Technische Innovationen wie Google 
Earth oder die allgegenwärtige, inzwischen auch 
mobil zugängliche Verfügbarkeit weiterer Geoinfor 
mation für die breite Öffentlichkeit haben inzwischen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.