accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 150 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 2011

58 
| Gesamtdeutsche Entwicklung seit 1990 
gefunden, der versprach, das schon seit langem 
geplante und noch immer brachliegende NAUTHIS- 
Projekt zu verwirklichen. Schnell allerdings erwies 
sich das Vorhaben als komplexer, als es die Projekt- 
partner anfangs geahnt hatten, und es vergingen 
mehrere Jahre, bis 2005 ein erstes einsetzbares 
Kernelement - die Hydrographic Production Data- 
base - verfügbar war. 
nen Betreibern von Primar, dem norwegischen und 
dem britischen hydrographischen Dienst, bei denen 
sich das BSH, das seit langem ein für den Handel 
attraktiveres Vertriebskonzept verlangt hatte, ge- 
meinsam mit einigen anderen Diensten West- und 
Mitteleuropas den britschen Vorstellungen anschloß 
Das Ergebnis war ein Zerbrechen der norwegisch- 
oritischen Joint Venture und die Gründung eines 
weiteren „RENC“, dem International Centre for 
ENCSs (IC-ENC) unter britischer Regie. Dem BSH fiel 
dabei eine besondere Verantwortung zu: Dem da- 
maligen Abteilungsleiter Nautische Hydrographie, 
Horst Hecht, übertrugen die neuen Mitglieder den 
Vorsitz des neu eingerichteten Leitungsausschus- 
ses. 
In der Zwischenzeit wuchs der Druck auf das BSH, 
flächendeckend ENCs für die heimischen Gewässer 
1erzustellen und laufend zu halten. Um die dafür 
2otwendigen personellen Ressourcen zu erschlie- 
Ben, musste die bisherige starre organisatorische 
Struktur flexibler gestaltet werden. Das Ergebnis 
war der Umbau des Referates „Nautischer Infor- 
mationsdienst“ von der bis dahin üblichen Käst- 
Chenstruktur mit fest vorgegebenen Sachgebieten 
in eine Prozessorganisation, in der Mitarbeiter 
entsprechend jeweiliger Prioritäten flexibel einge- 
setzt werden können, ohne jeweils eine aufwändige 
und zeitraubende Bürokratie der Umorganisation 
anstoßen zu müssen. Diese neue Struktur wurde 
standortübergreifend im Jahr 2002 in Kraft gesetzt 
Jnd trug maßgeblich dazu bei, dass die Herausfor- 
derungen der neuen Produktionslinie ECDIS-Daten 
in der folgenden Zeit bewältigt werden konnten, 
obwohl die eigentlich dafür benötigte neue Soft- 
ware noch nicht einsetzbar war und zusätzlich im 
Jahr 2003 die Belastungen des Umzugs der noch 
in Hamburg verbliebenen Teile der nautischen und 
Seekartenproduktion nach Rostock bewältigt wer- 
den mussten 
Das neue Geschäftskonzept des IC-ENC war auf 
die Kernaufgabe eines RENCs beschränkt, den 
Markt mit qualitätsgesicherten Daten zu bedienen, 
das kostspielige Anbieten von Endbenutzerdienster 
aber kommerziellen Dienstleistern zu überlassen. 
Dieses Konzept, das vollkommen den BSH-Forder- 
ingen entsprach, erwies sich als erfolgreich. 
Jementsprechend wuchs das IC-ENC rasch um 
weitere Mitglieder aus allen Erdteilen an. Auch das 
?Primar-RENC stellte sich mit seinen verbliebener 
Mitgliedern neu auf, jedoch mit demselben Ge- 
schäftsmodell eines mit dem RENC verbundenen 
Endbenutzerdienstes wie vorher, und positionierte 
sich als „Konkurrenz“-RENC. Dieses Verhältnis 
sorgte leider für zahlreiche, bis heute anhaltende 
Spannungen zwischen den RENCs, die letztlich 
der Verbreitung von ECDIS in der Schifffahrt eher 
ainderlich waren. 
Der Bestand an fertigen ECDIS-Daten wuchs nur 
langsam - beim BSH ebenso wie weltweit, von Aus- 
nahmen wie Japan abgesehen. Im Jahr 2003 hatte 
das für den Vertrieb der Daten vorgesehene ECDIS- 
Zentrum Primar noch immer viel zu wenig Daten, 
Jm damit auch nur einen Bruchteil seiner Kosten 
decken zu können; von einem für die Schifffahrt 
attraktiven Angebot an Daten war man weit entfernt. 
Zugleich entwickelten sich gravierende Differenzen 
über das Geschäftsmodell zwischen den gemeinsa- 
Trotz mannigfacher Probleme bei der Bereitstellung 
von qualitätsgeprüften ECDIS-Daten durch die 
hydrographischen Dienste und beim Aufbau eines 
veltweiten Datenvertriebssystems ist inzwischen 
sin Überdeckungsgrad der Weltozeane und Häfen 
arreicht, der dem verfügbarer moderner Papiersee- 
karten entspricht - nicht zuletzt dank der Initiative 
des britischen Hydrographischen Dienstes, beste- 
1ende Datenlücken im Auftrag der zuständigen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.