Gesamtdeutsche Entwicklung seit 1990 | 63
herstellung im Jahr 1986. In mühsamer, jahrelanger
Arbeit gelang es, den Symbolsatz der Seekarten
kartographisch exakt digital zu erfassen, So dass in
der Folgezeit eine wachsende Zahl von Papiersee-
karten mit Rechnerunterstützung hergestellt werden
konnten. Da dieses Digitalisiersystem jedoch nur
die graphischen Elemente der Seekarten erfas-
sen konnte, brachte es leider keine Lösung für die
Elektronische Seekarte. Hier musste also wirkliches
Neuland betreten werden, und wie herausfordernd
dieser Schritt war, sollte sich in den kommenden
zwei Jahrzehnten sehr eindrucksvoll zeigen.
Etwa ab Mitte der 90er-Jahre wirkten sich die
Bemühungen der IHO, mit der Schaffung eines
Internationalen Seekartenwerkes die Mitgliedsstaa-
ten zu einer stärker arbeitsteiligen Arbeitsweise
anzuhalten, auch in der digitalen Technik aus. Die
nit dem Digitalisiersystem in Vektortechnik erfass-
ten Seekarten konnten mangels geeigneter digitaler
kartographischer Standards noch nicht direkt aus-
getauscht werden, stattdessen bediente man sich
daher Rasterscans der Druckvorlagen, die damit als
digitale „Repromate“ für eine weitere drucktechni-
sche Verarbeitung fungierten. Damit wurde es auch
Os
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zweckmäßig, eine gesonderte, für die Rasterbear-
beitung ausgelegte Software zu beschaffen, um die
von anderen hydrographischen Diensten übernom-
menen Seekarten für das BSH-Seekartenwerk anzu-
passen. Ab 2005 teilte sich die Kartographie somit
in einen auf Vektortechnik beruhenden Zweig für die
autochthonen Seekarten und in einen Rasterzweig
für die ausländischen Seekarten.
Zin weiterer großer Fortschritt war ab Mitte der 90er-
Jahre mit der Einführung rechnergestützter Satz-
;echnik für die Herstellung der Druckerzeugnisse
verbunden, als zeitgleich in den Redaktionen und
anderswo im BSH nach und nach der Computer
seinen Einzug hielt. So konnten die Arbeitspro-
zesse von Redakteuren und Setzern immer mehr
zusammengeführt werden bis hin zur kooperativen
Bearbeitung der Manuskripte durch die Redak-
ion und den Satz in einem netzwerkunterstützten
Softwaresystem. Durch den Wegfall einer erneuten
Erfassung der Manuskripte durch die Setzer entfiel
aicht nur ein Arbeitsgang, sondern vor allem eine
zehlerquelle, und im Satz konnte man sich auf die
eigentliche gestalterische Aufgabe konzentrieren.
Am Ende der Entwicklung stand in der graphischen
Ab
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Farben-Offsetdruckmaschine „KBA RAPIDA 130-4+L“ in Rostock