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Full text: 150 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 2011

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| Gesamtdeutsche Entwicklung seit 1990 
gedruckte Seekarte von der Aufnahme der Mess- 
daten über die redaktionelle Bearbeitung, den Satz 
Und schließlich den Druck vollständig digital herzu- 
stellen. Dies bedeutet einen wichtigen technischen 
Durchbruch in der nautischen Kartographie. Damit 
wurde die Umstellung des Seekartenwerks auf eine 
datenbankgestützte Redaktion und Produktion ein- 
geleitet, mit der alle notwendigen Quelldaten zentra 
gesammelt und direkt für die Herstellung aller See- 
xarten und Seebücher in gedruckter Form oder als 
Datensatz verwendet werden können. 
Digitalisierung am Digitalisiertisch im Jahre 1992 
Digitale Produktion und digitale Produkte 
Digitale Technik in der Kartographie hatte schon 
‘rüh im DHI Einzug gehalten: Bereits seit 1977 
wurden mathematisch definierbare Elemente der 
Seekarten, wie z.B. Kartennetze und die für die 
terrestrische Funknavigation benötigten Hyperbel- 
netze nicht mehr graphisch konstruiert, sondern mit 
dem Computer berechnet und auf einem Zeichen- 
tisch ausgezeichnet. Und ab 1977 stand sogar 
das nach damaligem Stand modernste Digitalisier- 
system zur Verfügung, mit dem nach den Vorstel- 
ungen des seinerzeit sehr fortschrittsorientierten 
Abteilungsleiters, Dr. Werner Bettac, nach und 
ıach alle Seekarten digital erfasst und rechner- 
Jestützt laufend gehalten werden sollten. Und 
doch sollten noch zwei Jahrzehnte vergehen, bis 
die Grundlagen für eine digitale Kartographie zur 
Verfügung standen, mit der der Computer nicht 
nur als Zeichengerät eingesetzt wird, sondern 
das volle Potential der Informationstechnik aus- 
geschöpft werden konnte. Dies zeigt bereits, dass 
die Geschichte der digitalen Produktion im See- 
<artenwesen von Beginn an mit großen Erwartungen. 
aber auch ebenso vielen Fehlschlägen verbunden 
Jewesen Ist. Grund dafür waren zum einen das 
-ehlen eines umfassenden informationstechnischen 
Ansatzes zur Klassifizierung und Erfassung der 
<arteninhalte, zum anderen die für eine so komplexe 
Aufgabe noch ungenügende Leistungsfähigkeit der 
damaligen Computertechnik. 
Es ist interessant, dass man der Lösung des Pro- 
dlems erst näherkam und sie schließlich fand, als 
man sich nicht mehr nur mit den digitalen Verfahren 
zur Herstellung von Papier-Seekarten befasste, 
sondern mit einem Navigationssystem, das solche 
Papier-Seekarten ablösen sollte: der Elektronischen 
Seekarte. Rückblickend kann man sagen, dass das 
DHI und besonders später das BSH bei dieser Ent- 
wicklung auch international eine maßgebende Rolle 
gespielt haben, in der die Voraussetzungen dafür 
geschaffen worden sind, über die Seekarteninhalte 
ıinaus auch die Inhalte der Seebücher und sogar 
allgemein maritimer Daten in einem umfassender 
nformationstechnischen Konzept abzudecken. 
nsofern kann die Einführung der digitalen Technik 
n die Herstellung von Seekarten und Seebücherr 
nicht losgelöst von der Elektronischen Seekarte 
Detrachtet werden. 
Das bedeutet allerdings nicht, dass es bei der rech- 
nergestützten Herstellung der Papier-Seekarten und 
in der graphischen Technik unabhängig von der 
Elektronischen Seekarte keine Fortschritte gegeben 
hätte — ganz im Gegenteil. Diese Fortschritte erfolg- 
ten aber auf der Grundlage des aktuellen techni- 
schen Fortschrittes mit Hilfe technischer Lösungen, 
die sich im Landbereich bereits bewährt hatten und 
die „nur“ für die Aufgaben im Seebereich angepass! 
werden mussten. Dass selbst dies keineswegs ein- 
ach war, zeigte sich bei der Beschaffung des ers- 
‚en modernen Digitalisiersystems für die Seekarten-
	        
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