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Full text: 150 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 2011

Zwei nationale hydrographische Dienste - eine Aufgabe ' 
lag Justus Perthes (dem späteren VEB Hermann 
Haack) in Gotha gedruckt werden konnten. In den 
Jahren 1950 bis 1961 erfolgte mit wenigen nau- 
schen und kartographischen Fachkräften ohne 
spezielle Kenntnisse und ohne ein Karten- und 
Bücherarchiv der mühsame Aufbau des nationalen 
Seekarten- und Bücherwerkes der DDR. Mit der 
Gründung des Seehydrographischen Dienstes 
wurde die Abteilung Nautische Veröffentlichungen 
und Mitteilungen gebildet, die 1952 erweitert und 
in die Gruppen Nautische Mitteilungen für See- 
fahrer, Leuchtfeuerverzeichnis, Seehandbücher, 
Berichtigung sowie Karten- und Bücherlager ge- 
gliedert wurde. 1950 entstand auch die Abteilung 
Seekartographie (ab 1951 Seekartenwerk) mit den 
Gruppen Ostsee sowie Nordsee und Norameer, Zu 
der ab 1951 auch die Druckerei gehörte. Bereits 
Ende 1951 erschienen in Berlin die ersten vom 
Seehydrographischen Dienst der DDR bearbeite- 
ten vier Seekarten im Maßstab 1: 100000 und zwei 
Seekarten im Maßstab 1:300000 der der ostdeut- 
schen Küste vorgelagerten Seegebiete. Der Druck 
von Seekarten erfolgte auf einer Steindruckschnell- 
presse - allerdings nicht von einem Stein, sondern 
von einer Zinkdruckplatte im direkten Flachdruck- 
verfahren. Das Druckbild wurde ohne Zwischenträ- 
ger von der Zinkplatte unmittelbar auf das Papier 
übertragen. In einer Plattenschleiferei wurde nach 
beendetem Druck das Druckbild abgeschliffen 
und eine neue Körnung erzeugt, die Zinkdruck- 
platte also regeneriert, was bis zu dreißigmal 
geschehen konnte, 1955 wurden die beiden Fach- 
bereiche zur Abteilung Seekartenwerk, Nautische 
Veröffentlichungen und Funkdienst vereinigt. 
Obwohl wegen des Umzugs der Druckerei nach 
Rostock 1954 der Kartendruck für 18 Monaten 
ruhte, konnten bereits 1956 die letzten auf der 
Grundlage von Neuvermessungen hergestellten 
großmaßstäbigen Seekarten der Küstengewässer 
der DDR herausgegeben werden. Das intensive 
Bemühen um Kartographen und die eigene Lehr- 
ausbildung (ab 1952 sechs Beschäftigte in Berlin 
und später acht Beschäftigte in Stralsund) wurde 
durch die zweimaligen Verlegungen des SHD 1953 
nach Stralsund und 1959 nach Rostock praktisch 
wirkungslos. Mit lediglich sechs Fachkräften und 
fünf Angelernten aus der Kartenberichtigung ge- 
lang die Laufendhaltung und schrittweise Erneue- 
“ung des Kartenwerkes, das 1959 mit 47 eigenen 
und 138 Nachdruckkarten seinen größten Umfang 
arreichte. 1961 wurde die Unterabteilung (ab 1987 
Abteilung) Seekarten- und Bücherwerk mit den 
Arbeitsgruppen Kartographie, Nautische Veröffent 
ichungen (ab 1971 Nautische Bücher und Mit- 
teilungen), Druckerei (bis 1972) und der Gruppe 
Vertrieb und Berichtigung gebildet. 
Ab 1961 erfolgte die Erneuerung und Moder- 
nisierung des Kartenwerkes, das auf das Be- 
arbeitungsgebiet der Ost- und Nordsee begrenzt 
wurde. Seekarten wurden zu dieser Zeit auf zwei 
Deffa-Offsetandruckpressen mit Handan und 
-auslage gedruckt und die bis dahin genutzte 
Steindruckschnellpresse verschrottet. Eine neue 
Etappe der Entwicklung der Druckerei begann mit 
der Inbetriebnahme dieses Druckereineubaues 
„ach zweijähriger Bauzeit Ende 1971. Er wurde auf 
dem Gelände des Hauptsitzes des SHD in Rostock 
am Dierkower Damm errichtet. Eine bedeutende 
Kapazitätserweiterung wurde durch das Aufstellen 
giner Bogenoffsetdruckmaschine mit einem maxi- 
malen Papierformat 100 x 140 cm erreicht. Ferner 
wurden neue Reproduktionstechnik sowie moder- 
1e Schneide- und Falzmaschinen installiert. Eine 
Aufgabe in Verbindung mit dem Druckereineubau 
war die Übernahme aller Druckaufträge der 
Volksmarine, die bisher von anderen staatlichen 
Betrieben ausgeführt worden waren. Bis 1975 
wurden alle außerhalb des Bearbeitungsgebietes 
jegenden Seekarten eingezogen sowie nahe- 
zu alle in den ersten zehn Jahren entstandenen 
veralteten Nachdruckseekarten und die eigenen 
Seekarten durch neue ersetzt. Es gab nur noch 
3 Nachdruckseekarten, deren letzte erst 1988 
aingezogen werden konnte. Nach 25 Jahren war 
ein modernes Seekartenwerk entstanden, das den 
nternationalen Standards der Seekartographie 
und weitgehend den Empfehlungen der Interna- 
tional Hydrographic Organization entsprach. Die 
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