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Volltext: 150 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 2011

und 11 technische Mitarbeiter im Seekartenwerk 
tätig. Der Bestand an Karten betrug damals 404; 
davon 190 Karten der Ostsee und der Nordsee 
und des Englischen Kanals, 49 Karten des Atlanti- 
schen Ozeans, 12 des Mittelmeeres, 20 des Roten 
Meeres, 44 des Indischen Ozeans, 84 des Stillen 
Ozeans und 5 Karten verschiedenen Inhalts. Das 
Ziel, etwa 50 neue Karten jährlich herauszubringen 
war auf dem bisherigen Wege mit dem vorhande- 
1en Personal, das überwiegend für die laufenden 
Arbeiten beansprucht wurde, nicht zu erreichen. 
Ibwohl es im Deutschen Reich leistungsfähige 
kartographische Institute gab, kamen diese für die 
Bearbeitung von Seekarten, die eine besondere 
Schulung des Personals voraussetzten, nicht in Fra- 
ge. Das Nautische Departement fand unter seinen 
jüngeren Kartographen in Richard Enderich eine 
qualifizierte Fachkraft, die bereit war, die amtliche 
_aufbahn aufzugeben und ein eigenes Institut, die 
‚Hydrokartographische Anstalt“ in Berlin-Steglitz, zu 
gründen. Diese Anstalt war ausschließlich für das 
Zeichs-Marine-Amt tätig und wurde durch einer 
<«ontrollbeamten des Amtes beaufsichtigt. Im Jahre 
'914 waren in der Firma Enderich 21 kartographi- 
sche Mitarbeiter für die Bearbeitung von Seekarten 
tätig. 
n den Jahren bis zum Beginn des Ersten Weltkrie- 
ges wurde am Ausbau des Kartenwerkes intensiv 
gearbeitet. Am 1. August 1914 waren 508 Seekarten 
erschienen, 104 Karten mehr als 1911. Der Krieg 
ı1at die Tätigkeit des Nautischen Departements und 
damit auch den weiteren Ausbau des deutschen 
Seekartenwerkes sehr beeinflusst. Ein Teil des Per- 
zonals der für das Seekartenwerk tätigen Privatinsti- 
tute und auch des Nautischen Departements wurde 
zum Kriegsdienst eingezogen. Der Betrieb musste 
jetzt ausschließlich auf den Bedarf der Kriegsma- 
rine und ihrer Hilfsschiffe eingestellt werden. Bis 
zum April 1919 waren 664 Karten erschienen. Nach 
3Zeendigung des Krieges musste das Personal 
Jei der Marineleitung und bei den Privatanstalten 
stark vermindert werden. Die Zahl der jährlich neu 
1erauszugebenden Karten wurde infolgedessen im 
Historische Wurzeln | 
Kupferstichbearbeitung durch Kupferstecher 
Zinvernehmen mit dem Reichsfinanzministerium auf 
15 festgesetzt. Es folgte ein für das Seekartenwerk 
schwieriges Jahrzehnt. Die Notwendigkeit, das 
jeutsche Seekartenwerk im Interesse der Schifffahrt 
ınd der Volkswirtschaft zu erhalten und auszubau- 
an, wurde in Denkschriften - so auch zum Haushalt 
!921 — begründet. In einem Schreiben vom 23. Juni 
‚927 hatte der Reichssparkommissar an das 
Zeichsverkehrsministerium —- Marineleitung — u. a. 
die Frage gestellt, ob eine Beschränkung der See- 
kxartenherstellung auf die europäischen Gewässer 
und den Atlantischen Ozean möglich wäre und 
welche Ersparnisse an persönlichen und säch- 
ichen Ausgaben sich hierdurch ergeben würden. 
‚n den Stellungnahmen zu diesen und anderen 
Fragen wurde u.a. darauf hingewiesen, dass eine 
Beschränkung des deutschen Seekartenwerkes in 
der angeregten Weise dem Grundgedanken wider: 
sprechen würde, der seit seiner Schaffung maß- 
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