und 11 technische Mitarbeiter im Seekartenwerk
tätig. Der Bestand an Karten betrug damals 404;
davon 190 Karten der Ostsee und der Nordsee
und des Englischen Kanals, 49 Karten des Atlanti-
schen Ozeans, 12 des Mittelmeeres, 20 des Roten
Meeres, 44 des Indischen Ozeans, 84 des Stillen
Ozeans und 5 Karten verschiedenen Inhalts. Das
Ziel, etwa 50 neue Karten jährlich herauszubringen
war auf dem bisherigen Wege mit dem vorhande-
1en Personal, das überwiegend für die laufenden
Arbeiten beansprucht wurde, nicht zu erreichen.
Ibwohl es im Deutschen Reich leistungsfähige
kartographische Institute gab, kamen diese für die
Bearbeitung von Seekarten, die eine besondere
Schulung des Personals voraussetzten, nicht in Fra-
ge. Das Nautische Departement fand unter seinen
jüngeren Kartographen in Richard Enderich eine
qualifizierte Fachkraft, die bereit war, die amtliche
_aufbahn aufzugeben und ein eigenes Institut, die
‚Hydrokartographische Anstalt“ in Berlin-Steglitz, zu
gründen. Diese Anstalt war ausschließlich für das
Zeichs-Marine-Amt tätig und wurde durch einer
<«ontrollbeamten des Amtes beaufsichtigt. Im Jahre
'914 waren in der Firma Enderich 21 kartographi-
sche Mitarbeiter für die Bearbeitung von Seekarten
tätig.
n den Jahren bis zum Beginn des Ersten Weltkrie-
ges wurde am Ausbau des Kartenwerkes intensiv
gearbeitet. Am 1. August 1914 waren 508 Seekarten
erschienen, 104 Karten mehr als 1911. Der Krieg
ı1at die Tätigkeit des Nautischen Departements und
damit auch den weiteren Ausbau des deutschen
Seekartenwerkes sehr beeinflusst. Ein Teil des Per-
zonals der für das Seekartenwerk tätigen Privatinsti-
tute und auch des Nautischen Departements wurde
zum Kriegsdienst eingezogen. Der Betrieb musste
jetzt ausschließlich auf den Bedarf der Kriegsma-
rine und ihrer Hilfsschiffe eingestellt werden. Bis
zum April 1919 waren 664 Karten erschienen. Nach
3Zeendigung des Krieges musste das Personal
Jei der Marineleitung und bei den Privatanstalten
stark vermindert werden. Die Zahl der jährlich neu
1erauszugebenden Karten wurde infolgedessen im
Historische Wurzeln |
Kupferstichbearbeitung durch Kupferstecher
Zinvernehmen mit dem Reichsfinanzministerium auf
15 festgesetzt. Es folgte ein für das Seekartenwerk
schwieriges Jahrzehnt. Die Notwendigkeit, das
jeutsche Seekartenwerk im Interesse der Schifffahrt
ınd der Volkswirtschaft zu erhalten und auszubau-
an, wurde in Denkschriften - so auch zum Haushalt
!921 — begründet. In einem Schreiben vom 23. Juni
‚927 hatte der Reichssparkommissar an das
Zeichsverkehrsministerium —- Marineleitung — u. a.
die Frage gestellt, ob eine Beschränkung der See-
kxartenherstellung auf die europäischen Gewässer
und den Atlantischen Ozean möglich wäre und
welche Ersparnisse an persönlichen und säch-
ichen Ausgaben sich hierdurch ergeben würden.
‚n den Stellungnahmen zu diesen und anderen
Fragen wurde u.a. darauf hingewiesen, dass eine
Beschränkung des deutschen Seekartenwerkes in
der angeregten Weise dem Grundgedanken wider:
sprechen würde, der seit seiner Schaffung maß-
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