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Full text: 150 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 2011

1ervorragenden Geodäten General Bayer mit den 
notwendigen trigonometrischen Vorarbeiten. Die 
h1ydrographischen Vermessungen die sich über 
ainen Zeitraum von drei Jahren erstreckten, wurden 
von dem Kapitän-Lieutenant Kochler geleitet. Die 
zrgebnisse sind in dem 1858/60 von der Admiralität 
veröffentlichten „See-Atlas der Jade-, Weser- und 
z!be-Mündungen“ enthalten. Die Karten spiegeln 
die sehr sorgfältigen Vermessungen des gesamter 
Küstenvorfeldes einschließlich aller Watten und 
Sände wider. 
Die Vermessungsarbeiten von 1861 bis 1884 
Dem im Jahre 1861 im Königlichen Marineminis- 
terium eingerichteten „Hydrographischen Bureau“ 
wurde die Aufgabe übertragen, Seekarten der 
deutschen Küstengewässer und der Zufahrtsstra- 
3en zu den Häfen zu schaffen. Es stützte sich dabei 
zunächst auf die bereits bestehenden preußischen 
Seekarten und auf die 4 Karten von Ameland bis 
zur Elbe, die in den Jahren 1859 bis 1863 von der 
Königlichen Generaldirektion des Wasserbaus in 
Hannover herausgegeben worden waren. Nach 
dem Krieg von 1866, durch den die Küsten von 
Schleswig-Holstein und Hannover an Preußen 
fielen, vergrößerte sich der Aufgabenkreis um diese 
3eegebiete. In Hannover hatte in den Jahren 1862 
Dis 1866 eine sorgfältige Aufnahme der eigenen 
Küsten stattgefunden; sie war kurz vor Ausbruch 
des Krieges abgeschlossen worden, doch kam es 
nicht mehr zu Veröffentlichungen von Karten. 
Historische Wurzeln | 
1_ 
Anhand der Vermessungsergebnisse und der 
ständigen Veränderungen der Fahrwasser erkannte 
man, dass eine gründliche Neuauslotung der Küs- 
tengewässer nötig war. Mit dieser Aufgabe wurden 
Aviso LORELEY und Kanonenboote BASILISK und 
WOLF beauftragt, die die Lotungen in den Jahren 
1867 bis 1869 ausführten. Die Ergebnisse wurden 
egelmäßig während der Winterliegezeit der Schiffe 
m Hydrographischen Bureau ausgewertet und 
<onnten schon ab 1868 bis 1870 als Karten heraus- 
gegeben werden. Der Krieg 1870/71 unterbrach die 
Vermessungstätigkeiten der Marine, sie wurden erst 
im Frühilahr 1872 wieder aufgenommen. 
Bisher war immer nur in einem Seegebiet, entweder 
in der Ostsee oder in der Nordsee, vermessen wor- 
den. Jetzt ging man dazu über, in beiden Seege- 
bieten gleichzeitig zu arbeiten. Um den dringenden 
3edarf der deutschen Seeschifffahrt, die seit 1870 
einen gewaltigen Aufschwung genommen hatte, 
zu decken, wurden in den Jahren 1873 und 1874 
durch Kanonenboote DRACHE und METEOR in der 
gesamten Nordsee Hochseelotungen vorgenom- 
men. Für die Ostsee entstanden durch Neuvermes- 
sungen der Königlich-Preußischen Landesaufnah- 
me wesentlich andere und bessere Unterlagen, als 
sie seinerzeit für die Bearbeitung von „Preussens 
See-Atlas“ zur Verfügung gestanden hatten. Da im 
Gebiet der südwestlichen Ostsee nur dänische Auf- 
1ahmen vorhanden waren, begann man hier mit den 
Neuvermessungen. 
In der Nordsee wurden die Neuvermessungen der 
Küstengewässer im Jahre 1876 begonnen und bis 
1884 zu Ende geführt. Neben diesen eigentlichen 
Vermessungen wurden, insbesondere in den Jahren 
1881 bis 1889, erste physikalische Untersuchungen 
iber die Beschaffenheit des Meerwassers, des 
Meeresbodens und der Strömungen in der Nordsee 
ausgeführt. 
Kanonenboot WOLF
	        
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