Fahrten des FS „Meteor“
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C. Forschungsschiff „Meteor“ und
Deutsches Ozeanographisches Datenzentrum
I. FAHRTEN DES FORSCHUNGSSCHIFFES „METEOR
Das Forschungsschiff „Meteor“ stand 1969 vertragsgemäß der Deutschen For
schungsgemeinschaft zur Verfügung und legte auf zwei Forschungsfahrten (Nr. 16
und 17) und einer kurzen Erprobungsfahrt (Fahrt Nr. 18) 21 965 sm zurück. Die
Fahrtrouten sind in Abb. 25 wiedergegeben.
Am 14. Januar lief das Forschungsschiff „Meteor“ zu seiner 16. Fahrt, der
„Atlantischen Expedition 1969“, aus. Sie diente vorwiegend vorbereitenden Unter
suchungen für das „Global Atmospheric Research Programme (GARP)“, das als
internationales Forschungsunternehmen für das nächste Jahrzehnt geplant ist.
Während des ersten Fahrtabschnitts beteiligten sich an dem „Atlantischen Passat-
Experiment (APEX/ATEX)“ das Wehrforschungsschiff „Planet“, das britische Ver
messungsschiff „Hydra“ und das US-amerikanische Forschungsschiff „Discoverer".
Anschließend ankerte „Meteor“ 17 Tage lang am Schnittpunkt des geographischen
und des geomagnetischen Äquators bei 30° West. Das Forschungsprogramm, nun
im Jahre eines Sonnenfleckenmaximums, schloß an die erdmagnetischen und
ionosphären-physikalischen Untersuchungen des „Jahres der Ruhigen Sonne“
1965 an. Das DHI beteiligte sich mit erdmagnetischen Beobachtungen auf der
äquatorialen Ankerstation und gleichzeitig auf der Insel Fernando de Noronha.
Die vom DHI vorgenommenen ozeanographischen Messungen bauten ebenfalls
auf den Ergebnissen der „Atlantischen Expedition 1965“ auf; sie dienten vorwie
gend der Untersuchung des äquatorialen Unterstroms.
Auf dem 3. Fahrtabschnitt (Leitung Prof, Dr. H. G. Müller, Deutsche Versuchs
anstalt für Luft- und Raumfahrt, Oberpfaffenhofen) wurden auf einem Meridional-
schnitt (30° West) von 10° S bis 60° N vorwiegend serologische und luftchemische
Untersuchungen vorgenommen.
An der Expedition, die bis zum 9. Mai dauerte, waren Arbeitsgruppen von 24 In
stituten beteiligt. Prof. Dr. K. Brocks, Universität Hamburg, koordinierte im Auftrag
der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Forschungsarbeiten und leitete die
ersten beiden Fahrtabschnitte.
Auf der Fahrt Nr. 17, vom 3, Juni bis 19. Juli, wurden unter der Leitung von
Prof. Dr. H. Closs, Bundesanstalt für Bodenförschung, Hannover, geophysikalisch-
geologische Untersuchungen des Mittelmeeruntergrundes, besonders im Ionischen
Meer, unternommen. Gemeinsam mit italienischen Wissenschaftlern konnten zahl
reiche refraktions- und refiexionsseismische Messungen und vielfältige Sediment
untersuchungen ausgeführt werden, bis nacheinander an zwei Maschinen der
dieselelektrischen Fahranlage Schäden auftraten. Deswegen mußte FS „Meteor“
etwa 10 Tage früher als geplant nach Hamburg zurückkehren,
ln den fünf Jahren seit der Indienststellung (24. März 1964) hat FS „Meteor“
145703 sm zurückgelegt. Die ursprünglich für Anfang 1970 vorgesehene General-