Kleinere Mitteilungen,
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Was nun in der T-Kurve der in Kiel partialen Finsternis von 1936 schon
deutlich hervortritt, das haben wir bei der totalen Finsternis in Lappland ge-
radeswegs in zugespitzter Form vor uns. Während der Totalität traten lockere
Wölkchen (Acu im Niveau cca 3.5 km Höhe) auf, Beobachtungen waren da während
30 min nicht möglich. Aber man sieht, wie das Absinken der Luft in der Finsternis-
zone den Trübungsgrad rapide vermindert und wie er, als die Beobachtungen
MEZ. 8 6 7 #
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Anfang Totalitäl /„_
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Trübungsfaktor Ty für Gesamtstrahlung während der totalen C)finsternis
1927 Juni 29 Gällivare (Lappland).
wieder beginnen, nach der Totalität ebenso rapide ansteigt, erheblich über die
ursprüngliche Trübung hinaus. Generell so, wie in Kiel am 19. Juni 1936, wo
während der Finsternis der Himmel rein bleibt,
Die absoluten Beträge T sind in Gällivare überaus hoch, Das soll aber
nicht verbürgt werden; denn „alle Mängel der in Lappland gebrauchten Apparatur
liegen nach der Richtung, daß die gemessene Strahlung zu klein ausfällt“ (l. c.
S. 193), d. h. daß die Trübungsfaktoren zu groß werden. In Vittangi!) und in
Jokkmokk?) fand man kleinere T — die Jokkmokk-T muß man der verschiedenen
Grundlagen wegen cca 25% vergrößern, um sie mit den Gällivare-T vergleichbar
zu machen — aber unsere Gällivare-T können dennoch echt sein und zurück-
gehen auf die äußeren Verhältnisse, die an diesem Industrieort des hohen Nordens
herrschen, Man hätte die Strahlungen von Gällivare mit nahe 1.2 zu multi-
plizieren, wollte man ungefähre Trübungen wie in Vittangi erhalten, Jedenfalls
ist der Gang der Werte relativ zum Fortschreiten der Verfinsterung gesichert,
ein Gang, der, stark gemildert und weniger regelmäßig, prinzipiell auch in den
Trübungen von Vittangi erscheint: Vittangi hatte während der ganzen Finsternis
wolkenlosen Himmel. C, Wirtz, Kiel,
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben,
D. La Cour und E. Suckstorff: Exemple schleichender systematischer Fehler, Durch Nach-
d’emploi du Q. H. M. pour le contröle des vario- prüfen mit dem Q. H, M. lassen sich solche Fehler-
möetres pour la declinaison et pour la force quellen leicht vermeiden, F..Errulat.
horizontale. Danske Meteorol Inst. Communicat,
Magnetiques, Nr. 16, Kopenhagen 1936. D. La Cour und J, Olsen: Contribution ä la
Das Quarzfaden-Horizontalintensitätsmagneto tomnnaissance du comportement des variomitres
meter von La Cour erweist sich als sehr geeignet modernes. Experiences obtenues ä& l’observatoire
zur Nachprüfung der Aufstellung und der Skalen- magnetique de Godhavrı. Ebd. Nr. 17, 1936.
werte von Variometern für D und H. Die übliche Die Waagen zur Registrierung der Variationen
Bestimmung von Basiswerten für H nach dem von Z können besser sein als ihr Ruf, wenn die
Gaußschen Verfahren bei stets gleichbleibendem Unversehrtheit der Schneiden sorgfältig gewahrt
Beobachtungsschema sichert zwar die Homogenität bleibt. Schwierig ist für hohe Breiten die genügend
der Reihe. erschwert aber das Entdecken sich ein- genaue Feststellung der Basiswerte von Z, die hohe
1) Veröff. Preuß, Meteorol. Inst, Nr. 403, F. Albrecht (1934). — 2) Gerlands Beitr. z, Geophys. 21
(1929), S. 270, E, Stenz.