Hansen, W.: Alternierende Gezeitenströme und Tiefen verteilung in einem Kanal, 67
wenn noch m = a-|} ib gesetzt wird, wobei a und b Funktionen nur von y
sind, ergeben sich für h folgende reelle Gleichungen:
h.—h,, +ah, —bh, = 0, a. =0,
2h,+bh, +ah =0, b,=0.
Die Untersuchung der Gezeiten in einem geradlinigen Kanal mit verschwindender
Querströmung erfordert also zunächst die Ermittlung einer geeigneten Tiefen-
funktion h, die den Gleichungen (5) und (6) genügen muß,
In den Gleichungen (6) werden die Ableitungen erster und zweiter Ordnung
von h als Unbekannte, die Funktionen a und b einschließlich aller Ableitungen
zunächst als vorgegeben betrachtet. Aus den Gleichungen (6) werden durch
Differentiieren vier Gleichungen mit vier neuen Unbekannten erhalten; es sind
also 4 +5 = 9 Unbekannte mit 6 Gleichungen vorhanden, Durch fortgesetzte
Differentiationen werden nacheinander 5 neue Unbekannte und 6 Gleichungen,
insgesamt also 14 Unbekannte und 12 Gleichungen, und endlich 6 neue Unbekannte
mit 8 Gleichungen und damit insgesamt 20 Unbekannte und 20 Gleichungen
erhalten. Die Determinante dieses Gleichungssystems ist eine Funktion von a und b
und deren Ableitungen bis zur dritten Ordnung einschließlich, Da das Gleichungs-
system homogen ist, muß die Determinante verschwinden, wenn nicht h konstant
sein soll. Das bedeutet einmal, daß zwischen a und b und deren Ableitungen
eine besondere Beziehung besteht, und somit beide Größen nicht beliebig vor-
gegeben werden können, und zweitens kann aus dem Gleichungssystem eine Be-
ziehung zwischen h, und h, hergeleitet werden, die von der Form ist h,=rh,,
wo r nur eine Funktion von a, b und deren Ableitungen ist, was zur Folge
hat, daß r,=0 gilt. Die allgemeinste Lösung, die dieser Gleichung genügt,
kann in der Form h =h (e** v (y)) geschrieben werden. Gleichung (5) schränkt
aber die Mannigfaltigkeit der Lösungen weiter ein; unter Benutzung obiger
Beziehung für h folgt nämlich:
61
ch 1
A =0,
( h, ). ; h,
Durch Ausführen der Differentiationen ergibt sich für h die Differentialgleichung
Bhh hi (d—h,)—2hhi=0
die folgende Lösungen besitzt:
(7 h = v(y)e5
Wird dieses Ergebnis in Gleichung (4) eingesetzt, so folgt
if’ FAX
GP mn ke u 2
G Tivaisr® und nach
FE 2if 52x
Un — 1 - .e‘
e Liv iv ©
Aus diesen beiden Gleichungen ergibt sich aber weiter, daß + 1G” = GG ist oder
8)
GG” — AeTFiz
Mit der Angabe der Gleichungen (7) und (8) ist im wesentlichen die Auf-
zabe, Gezeitenverlauf und Tiefenverteilung bei verschwindenden Querströmen in
einem geradlinigen Kanal zu bestimmen, erledigt. Es muß nur noch ein Wort
über die Gesamtheit der in Frage kommenden Lösungen gesagt werden. Solange
die Determinante des Systems von 20 linearen Gleichungen verschwindet, und jede
Unterdeterminante ungleich Null ist, gibt es keine anderen als die oben ange-
gebenen Lösungen, Zur Klärung der Sonderfälle soll noch einmal von einem anderen
Gesichtspunkt her eine Entwicklung der Funktionen h vorgenommen werden.
Da die Gleichungen (6) linear sind, ist mit h, und h, auch die Summe
h, +h, eine Lösung. Es ist deshalb zweckmäßig h als Produkt zweier Funk-
tionen u, v anzusetzen, mit der Bedingung, daß u nur von x und v nur von y
abhängt. Dann kann die allgemeinste Lösung in der Form h = Xu, v, dar-
gestellt werden, Zunächst wird u-v in (6) eingesetzt; es folgt: ”
. if” x
-V—uy + 2i0, vy., = (4. v +iuv,).