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bemerkbar; bei diesen Dörfern sind grosse Bernsteingruben, auch ist hier ein
Rettungsboot stationirt.
Der nächste Ort an der Küste ist sodann Warnicken. Hier ist das
hohe Ufer in sehr anziehender Weise mit Wald gekrönt, die sogenannte Wolfs-
schlucht führt zwischen Bäumen und Gebüsch zum Strande hinab, und Warnicken
ist ein im Sommer sehr stark besuchter Punkt der Küste.
Weiterhin folgt das Dorf Gross-Kuhren, welches frei auf hohem, kahlem
Ufer liegt; mehr versteckt ist der Ort Klein-Kuhren. Zwischen Klein-Kuhren
und Brüsterort liegt der Wachtbudenberg, dessen der See zugekehrte Seite, als
steiles Ufer, nach dem Strande zu abfällt. . Der Gipfel ist eine kahle Anhöhe,
6lm hoch über dem Mittelwasser der Ostsee. Seitwärts vom Wachtbudenberge
ist die dahinterliegende Mühle von Finken sichtbar. Westlich vom Wachtbuden-
berge ist das Ufer bis zum Strande herab auf eine kurze Strecke mit Ge-
büsch besetzt.
Bei dem Leuchtthurm von BRUESTERORT wendet sich die Küste,
welche von Cranz an eine fast ganz westliche Richtung hat, rechtwinklig nach
Süden und ist ganz kahl. Der Leuchtthurm ist von rother Farbe, achteckig,
mit einer Gallerie versehen und verjüngt sich nach oben hin nur sehr wenig;
auf demselben ist ein Linsen-Apparat 2. Ordnung aufgestellt.
Das Feuer ist ein weisses festes mit Blinken, alle 4 Minuten ein Blink
und zwar:
Festes Feuer 3 Minuten, Verdunkelung 28 Sekunden, Blink 4 Sekunden,
Verdunkelung 28 Sekunden; es ist 22 Seem. weit sichtbar.
Die Höhe der Focal-Ebene über dem Mittelwasser beträgt 59,5m, über
dem Erdboden 26m, die Höhe des Thurms über dem Erdboden 30m. Der
Thurm ist trigonometrischer Punkt II. Ordnung. Der obere Rand des Stein-
baues liegt 58,47 m über dem Mittelwasser der Ostsee zu Pillau. Seine geo-
graphische Position ist:
54° 57‘ 39,598“ Nord-Br.
19° 59‘ 6,176“ Ost-Lg.
An den Thurm schliesst sich das einstöckige, gleichfalls rothe Wärterhaus
an. Ausser dem Leuchtthurm stehen noch einige zum Theil unbewohnte niedrige
Gebäude auf Brüsterort, welche für die einst hier beschäftigten Bernsteintaucher
errichtet worden sind.
Gross-Dirschkeim liegt 1% Seem. südlich von Brüsterort und ist an
seinen grossen Wirthschaftsgebäuden, sowie an einem kleinen Gehölze oder Park,
welcher dicht an dem hohen steilen Ufer steht, leicht erkennbar.
Auf Gross-Dirschkeim folgt Kreislacken, dessen Gebäude sehr gut sicht-
bar sind, darauf Kraxtepellen, welches zum Theil versteckt in einer Schlucht
liegt; der letztere Ort hat eine Rettungsboot-Station.
PALMNICKEN endlich ist durch sein grosses Herrenhaus, durch einen
hohen Maschinen - Schornstein und eine Pappel- Allee weithin kenntlich; es ist
der Hauptfundort -für Berustein an dieser Küste. Ein grosses Grubenwerk ist an-
gelegt und vor der ausspringenden Ecke des Ufers bei Palmnicken wird nach
Bernstein getaucht; eine kleine Flotille von Booten ist bei gutem Wetter in
etwa !/2 Seem. Abstand vom Strande damit beschäftigt.
Alle vorgenannten, an der See gelegenen Orte betreiben mehr oder
weniger Fischerei und verwenden dazu ziemlich schwere und ungeschickte Boote,
besonders aber sind Gross- und Klein-Kuhren Fischerdörfer. Hauptfangorte
sind die Steingründe bei Brüsterort und die Palmnicken - Bank.
Der Strand zwischen Cranz und Palmnicken ist streckenweise reiner Sand,
an anderen Stellen dagegen steinig. Es liegen viele Steine im flachen Wasser
an der Landspitze bei Alknicken, vor dem Wangenkrug, um Brüsterort und
Palmnicken herum, Von letzterem Orte werden Steine zu den Hafenbauten nach
Pillau verschifft,
Die See an der Nordküste Samlands hat verhältnissmässig grosse Tiefe
bis unmittelbar nahe an das Land. Die 10m-Linie ist bei Warnicken nur
2 Kblg. vom Strande entfernt; die 20m-Linie nähert sich der Küste am meisten
bei der Landspitze zwischen Alknicken und Rantau, und zwar bis auf 1 Seem.,
and die 40m-Linie kommt von Norden hier bis auf 6 Seem. heran. Um Brüster-