Kühler, K.: Luftelektrische Messungen in Westerland auf Sylt. 291
Wert 0.7X 10-4 am 28. August gegenüber, einem stark diesigen Tage mit S-Wind,
Ein nur wenig höheres Tagesmittel hatten der 29, August mit SW-Wind, der
2, September (WSW) und der 27, August (SE). Auch einige Tage mit E-Wind,
4. und 12. September, wiesen kleines Leitvermögen auf, ebenso ein diesiger Tag
mit W-Wind, 9. September, während ein anderer Tag mit W-Wind, aber viel
besserer Sicht, der 5. September, etwa doppelt so hohe Werte lieferte, Die
Messungen beweisen also, daß Ursprungsort und Kerngehalt der Luft für das
elektrische Leitvermögen der Atmosphäre auf Sylt maßgebend ist: Je reiner
die Luft, um so größer ist das Leitvermögen. Mit den Schwankungen der
Größe q, (Tabelle 3) ist nicht viel anzufangen. Sicher erscheint, daß die positive
Leitfähigkeit die negative bei jeder Wetterlage übertrifft.
Die Tabelle 2 gibt die Messungen mit dem E bertschen Apparat, Alle »
hatten eine Beweglichkeitsgrenze von etwa 0.08 em/sece, Der Höchstwert betrug
2060 Teilchen im Kubikzentimeter, er trat ein am 15. September bei dunstigem
Wetter und schwachem SE -Wind; der Tiefstwert war 305, er trat ein bei starkem
NW.-Wind am 26. August. Da nicht anzunehmen ist, daß die Zahl der leichten
lonen bei diesigem Wetter größer ist als bei klarem, wird dieses Meßergebnis
auf die mittleren und schweren Ionen zu schieben sein, die bei diesigem Wetter
sehr viel zahlreicher sein werden und dann in größerer Zahl vom Ebert ab-
gefangen werden. Zu demselben Ergebnis gelangt man, wenn man die Tages-
mittel vom 26, und 27, August miteinander vergleicht (Tabelle 3). Der 26. August
gab bei starkem NW-Wind 615, der 27, August bei schwächerem SE-Wind 930,
Aus diesen Zahlen geht hervor, daß die Meßergebnisse mit dem Ebertschen
Aspirationsapparat mit Vorsicht zu bewerten sind, Nur wenn wenig Ionen
mittlerer Beweglichkeit vorhanden sind, gibt er für die Zahl der leichten Ionen
richtige Werte, Als am 28. August bei dunstigem Wetter und südlicher Luft-
strömung wegen der Versandung der Turbine die Durchsauggeschwindigkeit
abnahm, so daß die Beweglichkeitsgrenze von 0.08 auf 0.006 em/sec sank, stieg
die errechnete Zahl der Ionen bei »%, auf 4200, bei »_ auf 3570,
Während ein Vergleich der Werte des Leitvermögens / und der Ionenzahl »
im Mittel Zunahme der Ionenzahlen bei kleinerem Leitvermögen liefert, ist es
bei den Einzelwerten oft umgekehrt. Ein Vergleich der genau gleichzeitig
erhaltenen Einzelzahlen in Tabelle 1 und 2 gibt häufig parallelen Gang, also
Abnahme des @ bei abnehmendem 2 und Zunahme des ® bei wachsendem £.
Beispiele sind die Messungen vom 26, August 15 bis 16 Uhr, 27. August 12 bis 13
und 14 bis 15 Uhr, sowie am 28, August 7. bis 8 Uhr.
Die wenigen gleichzeitigen Messungen des Potentialgefälles und des Leit-
vermögens ergaben am 4. September bei ESE-Wind einen vertikalen Leitungs-
strom von 1.5 10-1 Amp/ecm?% dagegen am 10. September bei NW-Wind den
fast 3mal so großen Wert 4.2 X 10-16 Amp/cm?®. Der Leitungsstrom war also bei
guter Sicht und Seewind wesentlich größer als bei schlechter Sicht und Landwind
Anhang: Einige Messungen des luftelektrischen Potentialgefälles,
Von R. Th. Scherhag.
Die Apparatur bestand aus einem Radio-Thor-Kollektor, der an einer Hart-
gummistange befestigt war, und einem guten Exnerschen Elektroskop. Beide
befanden sich meist 100 cm über dem Erdboden und waren durch einen 4 m
langen Draht verbunden, Vom Gehäuse des Elektroskops führte ein weiterer
Draht ins Grundwasser.
Es wurde zunächst versucht, am Strand, unmittelbar an der Wassergrenze,
zu messen. Es gelang nur an zwei Tagen, einigermaßen gesicherte Werte zu
erhalten, bei allen folgenden Strandversuchen versagte die Isolation des Hart.
gummistabes.
Die erste Meßreihe wurde am 3, September 1929 von 16.19 bis 16.58 Uhr
M.E. Z. erhalten und ist wohl die interessanteste, Der Stand der beiden Blättchen
des Elektroskops wurde jede Minute abgelesen. Das Vorzeichen des Gefälles
war bei allen Versuchen positiv, Die Ergebnisse des ersten Messungstages finden