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des allgemeinen Verlaufes, auch mit Rücksicht auf anliegende, ähnlich gelegene
Plätze, ausgeglichen. Das ist statthaft, vorausgesetzt, daß der Betrag der Tage,
um den das Datum korrigiert wurde, viel kleiner ist als der Betrag der zu-
gehörigen mittleren Streuung. Diese Voraussetzung war immer erfüllt.
Die sehr strengen Winter bilden die äußere Grenze: sie rahmen die übrigen
Typen in der Dauer der Vereisung wie auch in der Anzahl der Tage mit Eis
ein. Sie wurden daher oben nicht weiter erwähnt. Die Grenze nach der anderen
Seite, etwa sehr milde Winter, darzustellen, erübrigte sich vollends: dieser Typus
hätte fast völlige Eisfreiheit ergeben.
Mit Hilfe dieser Methode, Einteilung der Winter in vier Typen auf Grund ihrer
Eiswerte, konnte nun die gestellte Aufgabe gelöst und die Entwicklung der Vereisung
in den deutschen und den ihnen benachbarten Seegebieten dargestellt werden.
Es sei hierzu noch folgendes bemerkt: Den benutzten Zahlen und Daten
wohnt nicht die Strenge inne, die den Werten physikalischer Messungen beizu-
{egen ist. Die Daten der Vereisung hängen nicht nur von dem subjektiven
Urteilsvermögen der jeweiligen Eisbeobachter ab, sondern oft auch noch von
dem Zufall der Schiffahrtsverhältnisse. Ein Beispiel möge hierüber Aufschluß
geben. Der nach Tönsberg führende Westfjord (Norwegen) wies in milden und
mäßigen Wintern eine größere Zahl der Tage mit Schiffahrtsschluß auf als
in zwei strengen Wintern. Der Grund lag in folgendem: In der Regel wird
Tönsberg nicht durch den Westfjord befahren, sondern von Osten her durch
den Husöysund-Tönsberg-Kanal. Gerade in den beiden fraglichen strengen
Wintern jedoch wurde fast der gesamte Schiffsverkehr über den Westfjord
geleitet, so daß das Eis, von Anfang an in Bewegung gehalten, erst relativ spät
den Grad erreichte, der die Schiffahrt zum Ruhen brachte®). Dieser Fail 1äßt
sich auch auf andere Gebiete und auch in umgekehrtem Sinne übertragen.
Es wurde daher in der Anlage der kartographischen Darstellung der Ver-
eisungsverhältnisse wie auch in der Linienführung mit einer gewissen Groß-
zügigkeit verfahren. Die Linien wurden, so weit es das kritische Gewissen
zuließ, abgerundet — und zwar, da die Eiskarten für den Seemann eine Warnung
bedeuten sollen, nach der ungünstigen Seite hin — und geglättet. Ist doch die
Grenze der Vereisung durch die hin- und herziehenden Treibeisfelder immer
sehr variant und nie fest zu. umreißen, und handelt es sich doch um eine Dar-
stellung mittlerer Verhältnisse für jeden der vier Wintertypen! Es würde daher
aine stark verzahnte und vielgliedrige Linienführung allzuleicht ein größeres
Wissen vortäuschen als vorhanden ist. Der Sinn einer glatten, einen (mittleren)
Typus charakterisierenden Linie ist dann auch der, dem Seefahrer anzukünden,
hier liegt etwa im Mittel um die betreffende Zeit die Grenze der Vereisung.
Das Material,
Zur Verfügung standen 246 Beobachtungsgebiete. (Wir verstehen unter
einem Beobachtungsgebiet die Fläche der See, die ein Eisbeobachter mit
seinen Blicken bestreicht. Sie kann bei Leuchttürmen ein Kreissektor mit
dem Radius von 10 sm sein.) Von diesen entfielen auf die deutsche Küste 79,
auf die baltische 7, auf die schwedische 28, auf die norwegische 17 und
auf die dänischen Küsten 115. Die Beobachtungen umfassen zweierlei: 1. Die
Art des Eises. Es werden hier unterschieden der Reihe nach: Neueis oder
loser Eisbrei (Kennziffer 1), Festeis mit einer Dicke von <15 cm (2), Treib-
eis (3), dichtes Treibeis oder zusammengeschobener Eisbrei (4), eine durch ab-
landige Winde erzeugte offene Rinne, hinter der jedoch Eis vorhanden ist (5),
starkes Festeis, Eisdicke > 15 cm (6), starkes Treibeis, Eisdicke > 15 cm (7),
Packeis (8), Eispressung (9). 2. Der Grad der Schiffahrtsbehinderung, wobei
unterschieden wird: für Dampfer unbehindert, für Segler erschwert (1), für
schwache Dampfer erschwert, für Segler geschlossen (2), Schiffahrt nur für
starke Dampfer möglich (3), Schiffahrt nur für Dampfer mit Eisverstärkung
möglich (4), Fahrrinne durch Eisbrecher offengehalten (5), eine offene Fahrrinne
%) Diese Begründung verdanke ich Herrn Prof. Dr. B. Schulz, der gelegentlich einer Reise
nach Oslo: beim dortigen Hafendirektor freundlicherweise Auskunft hierüber einholte.