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Full text: 70, 1942

Voigts, H.: Winduntersuchungen in der Lübecker Bucht usw. 393 
Ostwind gibt eine Drehung in Richtung NE, es zeigt sich die Neigung der 
Winde, sich küstenparallel einzustellen (vgl. Sydow a. a. O. S. 301, Sektor 4). 
Südwind zeigt in Lübeck und Timmendorfer Strand eine leichte Drehung 
nach SE, in Pelzerhaken dreht er im Sommer fast nach EzS. Hier wird er zu 
Seewind, Die Ablenkung ist durch die Wassermassen bedingt. 
Westwind wird in südlicher Richtung abgelenkt, in der Seebadeanstalt erfolgt 
im Sommer eine leichte Ablenkung nach Norden, Bei Pelzerhaken zeigt sich 
wieder die Neigung zu küstenparalleler Ein- 
stellung. Nehmen wir schließlich noch die 
Richtungen NE, SE, SW und NW im Sommer. 
NE zeigt wie zu erwarten nur unbedeutende 
Verlagerungen. SE wird in der Seebade- 
anstalt, Timmendorfer Strand und Pelzer- 
haken stark nach E abgelenkt. SW wird in 
Richtung Süd, in Pelzerhaken sogar ganz bis 
Süd gedreht, NW in westlicher Richtung, in 
Pelzerhaken bis West. 
Auch diese Arbeit zeigt wieder, wie 
dringend notwendig es ist, die Windverhältnisse der Meeresküste, insbesondere 
der Buchten und Förden zu analysieren. Sie zeigt auch, daß eine solche Arbeit 
schon. Erfolg verspricht, wenn man nur die Beobachtungen und Schätzungen 
der amtlichen Statio- 
nen zur Verfügung 
hat, falls wenigstens 
eine mit Anemogra- 
phen ausgestattete 
Station dabei ist. Es 
gibt hier noch unend- 
lich viele ungeklärte 
Fragen, die zu un- 
tersuchen durchaus 
lohnt, 
IL 
Die Ausführungen 
des I. Abschnittes seien 
noch ergänzt durch 
eine Darstellung des 
Jahresganges der 24- 
stündigen Windge- 
schwindigkeits - Mittel 
(Abb. 8). Wir sehen, 
daß hier Oktober und 
Februar die höchsten 
Geschwindigkeits- 
mittel haben, während 
Juni und dann Mai 
den niedrigsten Mit- 
telwert aufweisen. Die 
Kurve unterscheidet 
sich etwas von der frü- 
heren, für den 14-Uhr- 
Termin gegebenen (Abb. 3). Dieser Unterschied wird klar beim Betrachten der 
Abb. 9, die untereinander den mittleren Tagesgang der Windgeschwindigkeit für 
die 12 Monate darstellt. Hier fällt besonders auf der große Amplitudenunterschied. 
Während die Wintermonate nur einen geringen Unterschied der Stundenmittel zeigen, 
und somit nur ein schwacher Tagesgang ersichtlich ist mit weniger als 1 m/seec 
Abweichung zwischen dem höchsten und tiefsten Wert der Kurven in den Monaten 
November bis Februar, wird das Bild ein anderes in den Sommermonaten mit
	        
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