Voigts, H.: Winduntersuchungen in der Lübecker Bucht usw. 393
Ostwind gibt eine Drehung in Richtung NE, es zeigt sich die Neigung der
Winde, sich küstenparallel einzustellen (vgl. Sydow a. a. O. S. 301, Sektor 4).
Südwind zeigt in Lübeck und Timmendorfer Strand eine leichte Drehung
nach SE, in Pelzerhaken dreht er im Sommer fast nach EzS. Hier wird er zu
Seewind, Die Ablenkung ist durch die Wassermassen bedingt.
Westwind wird in südlicher Richtung abgelenkt, in der Seebadeanstalt erfolgt
im Sommer eine leichte Ablenkung nach Norden, Bei Pelzerhaken zeigt sich
wieder die Neigung zu küstenparalleler Ein-
stellung. Nehmen wir schließlich noch die
Richtungen NE, SE, SW und NW im Sommer.
NE zeigt wie zu erwarten nur unbedeutende
Verlagerungen. SE wird in der Seebade-
anstalt, Timmendorfer Strand und Pelzer-
haken stark nach E abgelenkt. SW wird in
Richtung Süd, in Pelzerhaken sogar ganz bis
Süd gedreht, NW in westlicher Richtung, in
Pelzerhaken bis West.
Auch diese Arbeit zeigt wieder, wie
dringend notwendig es ist, die Windverhältnisse der Meeresküste, insbesondere
der Buchten und Förden zu analysieren. Sie zeigt auch, daß eine solche Arbeit
schon. Erfolg verspricht, wenn man nur die Beobachtungen und Schätzungen
der amtlichen Statio-
nen zur Verfügung
hat, falls wenigstens
eine mit Anemogra-
phen ausgestattete
Station dabei ist. Es
gibt hier noch unend-
lich viele ungeklärte
Fragen, die zu un-
tersuchen durchaus
lohnt,
IL
Die Ausführungen
des I. Abschnittes seien
noch ergänzt durch
eine Darstellung des
Jahresganges der 24-
stündigen Windge-
schwindigkeits - Mittel
(Abb. 8). Wir sehen,
daß hier Oktober und
Februar die höchsten
Geschwindigkeits-
mittel haben, während
Juni und dann Mai
den niedrigsten Mit-
telwert aufweisen. Die
Kurve unterscheidet
sich etwas von der frü-
heren, für den 14-Uhr-
Termin gegebenen (Abb. 3). Dieser Unterschied wird klar beim Betrachten der
Abb. 9, die untereinander den mittleren Tagesgang der Windgeschwindigkeit für
die 12 Monate darstellt. Hier fällt besonders auf der große Amplitudenunterschied.
Während die Wintermonate nur einen geringen Unterschied der Stundenmittel zeigen,
und somit nur ein schwacher Tagesgang ersichtlich ist mit weniger als 1 m/seec
Abweichung zwischen dem höchsten und tiefsten Wert der Kurven in den Monaten
November bis Februar, wird das Bild ein anderes in den Sommermonaten mit