374 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1942,
ergibt sich nach leichter Umformung:
2
vs — sin? Az (tg? h + 2/2) sin 19,
wobei der für die numerische Berechnung notwendige Faktor sin 1° gleich bei-
gefügt ist. Der Faktor vor der Klammer kann höchstens 1 werden. Das Glied
zweiter Ordnung hängt also wesentlich von der Höhe ab. Den größtmöglichen
Wert erhält man also für Az = 45° und h =: 80°, nämlich = 0,570° = + 34.2’.
Da der Einfluß der zweiten Differenz bei der Interpolation in die Mitte am
größten wird und mit dem Faktor —71/ eingeht, wird der Fehler im Azimut
im ungünstigsten Falle infolge der Vernachlässigung der Glieder zweiter Ord-
nung 4.3’; er ist also immer kleiner als 0.1%°, und die zweite Differenz kann auf
jeden Fall unbedenklich vernachlässigt werden,
Ein Beispiel mag die Richtigkeit der
Größe des zweiten Differentialquotienten
bestätigen.
Für g=55°N, ö=61°N, t= 1b 0»
ist h = 80°; es soll der zweite Differen-
tialquotient gebildet werden. Man erhält
leicht die folgenden Werte:
A, = +35 an der Stelle og = 55° stimmt bestens überein mit dem oben ge-
fundenen Wert des zweiten Differentialquotienten,
13. Zwei Beispiele nebst Vergleich mit der ABC- und Ebsen-Tafel,
Zwei Beispiele auf einem Ausschnitt des zugehörigen Azimutdiagramms in
Gebrauchsgröße sollen die Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Brauchbarkeit der
neuen Azimutbestimmung praktisch zeigen. Zum Vergleich wird die Bestimmung
nach der ABC- bzw. Ebsen-Tafel daneben ausgeführt.
Beispiel 1: Gesucht ist das Azimut von Deneb (vgl. F-Tafel, III. Auflage,
Beispiel 4a).
Gegeben ist: 9,=599 18 N,
t; = Ib 40m 23s,
5 —45° 43 N.
Tafel 25 gibt einen Ausschnitt aus dem Azimutdiagrammblatt für o = 59°
im‘ Maßstab 1:1. Man geht am linken oder rechten Rande bis zum gegebenen
Stundenwinkel ein, dann waagerecht bis zur Kurve, welche dem ö-Wert ent-
spricht. Hierbei ist nötigenfalls zwischen den in der Regel von 1° zu 1° gezeich-
neten ö-Kurven einzuschätzen. Zu dem so gefundenen Punkt I liest man am
oberen oder unteren Rande direkt das für den vollen Breitengrad gültige Azimut
ab. Dann ist nur noch die Verbesserung für die Vernachlässigung in Breite
hinzuzufügen. Diese Verbesserung ist stets positiv und gegeben durch: „Rote
Zahl x zehntel Grad in Breite“. Wird die Entnahme nach der ABC-Tafel da-
neben gestellt, so erhält man:
Aus Diagrammblatt für g = 59°
(Tafel 25).
321.7° direkte Entnahme
- 0.4
122.1
= Schaltarbeit
7 und Vor-
‚5 } zeichenregeln!
)° Ost
902 0°
Die F-Tafel gibt ebenfalls Az = 5$S 58° Ost.
Beispiel 2: Gesucht ist das Azimut der Sonne,
Gegeben ist: P=59° 45’N,
I; = 4h 6m,
ö= 8°4558.
Der den gegebenen Werten entsprechende Punkt II des Diagramms auf der
Tafel 25 ergibt sofort durch Ablesen:
Arz=1191°.