352 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Norember 1942,
Streuung ist dies im Einzelfall sehr verschieden: so ging dem Dezember 1880
mit 3.7° Mittel ein sehr kalter von —7.5°, und dem von 1787 mit 3.6° folgte
ein noch härterer von —8.4°! Dies steht also im direkten Gegensatz zu der
oben erwähnten dreimaligen Aufeinanderfolge sehr warmer Dezember.
Da sich sowohl Kälte wie Wärme des Dezembers noch in den Januar des
folgenden Kalenderjahres fortsetzt (und in sehr abgeschwächtem Maß noch in
den Februar), so wäre zu erwarten, daß das folgende Kalenderjahr (Jahr* in
Tab. 3) von der Temperaturabnormität erheblich beeinflußt wäre; das ist aber
bei beiden Kategorien nicht der Fall! Vielmehr ist es im Durchschnitt fast
normal temperiert, während das Kalenderjahr, in das der abnorme Dezember
fällt, eine mit diesem gleichsinnige, recht merkliche Abweichung vom Mittel
zeigt. Der Unterschied zwischen den Kalenderjahren beider Kategorien beträgt
fast 2°, der der darauffolgenden nur einige Zehntel. Man hätte eher das Gegenteil
erwarten sollen,
Die mittlere Epoche ist für die zu kalten Dezember 1859, für die zu warmen
1850. Häufungsstellen zeichnen sich nicht sehr deutlich ab; vergessen wir dabei
nicht die großen Unterschiede der Dezembertemperaturen von 1787/88 und 1879/80.
5. Zusammenstellung. Eine kurze Zusammenstellung für die Einzelmonate,
wie sie Tab. 4 gibt, dürite willkommen sein, wenn sie auch nichts Neues bringt.
Tabelle 4. Wien (Temperaturen 1775—1939).
7,
MoMi.1). -6.35°
A.v.M.?) -645
Di.... -9.59
Da.... 3.73
35..... 13.82
DI%Y.... 5.69
DI9....| 5.13
Minter .| 2.93
Tahr ... 8.32
Jahr*6) . 02
Kältester Monat
Ian. ' Webr. " Mittel
7.92°
6.32
5.70
7.28
12,98
4.00
+38
259 |!
3.77
RKQ AA
— 5,689
-5,98
- 1,87
: 831
10.18
-3.77
4.31
2,87
8,25
DD
—6.65° + 1.16°
—6.25 +0.24
12.16 +1,74
4.43° + 1.05
5.00 +0,65
2.10 0.39
2.43 +029
299 5062
Wärmster Monat
Dez. ‘ Jan. Webr.
„22°
4.12
\,59
‘80
„89
a:
3,890
5.49
L51
3°
Q4
41.65°
4.35
4.94
0.09
5.04
3.04
arr
4
2
Q fr
36
20
10.21
Pe
ul
10.08
Mittel
4.25° + 0.309
4.65 +0.89
5.09 0.28
3.12 +0.16
"54 +0,53 |
FR +0.14
1 0.09
Int A3l
4) MoMi. = Monatsmittel, — 2?) A, v. M. = Abweichung vom 165jährigen Mittel. — ?%) Differenz
zwischen Monat und Vormonat. — *) Differenz zwischen Monat und Folgemonat, — 5%) Summe der
absoluten Werte von D, und D;. — ®%) Das folgende Kalenderjahresmittel, — Die D* beziehen sich
auf die Abweichungen vom Mittel. — Werte ohne Vorzeichen sind positiv.
Aus der Zusammenstellung sieht man, daß die Abweichungen der absolut
kältesten Monate vom Mittel größer sind als die der zu warmen, was ja keine
Neuigkeit ist. — Der Abstieg vom Vormonat zum kältesten ist beim Dezember
am größten, für den Februar nur gering. Hier macht sich aber der jährliche
Gang noch geltend. Mit dem Aufstieg vom extremen kältesten Monat zum
nächsten verhält es sich umgekehrt, Auch hier macht sich der jährliche Gang
noch geltend. Bei den D* ist dieser eliminiert, und sie sind deshalb viel gleich-
mäßiger. — Bei den zu warmen Monaten ist eine viel geringere Temperatur-
differenz zu beobachten. '— Bei den Wintern ist für beide Extreme die Tempe-
raturabweichung um 3° geringer als bei den Extremmonaten selber, — Die Jahre,
in die solche Extreme fallen, haben den gleichen Sinn der Abweichung; der
Unterschied zwischen den Jahren mit extrem kalten und extrem warmen Winter-
monaten beträgt über 1.5°, ist also unzweifelhaft reell, wenn auch, wie bereits
erwähnt, das für den Einzelfall nicht immer zutrifft,
6. Extreme Märzmonate, Obwohl der März nach der üblichen meteorolo-
gischen Einteilung schon dem Frühjahr zugehört, hat man ihn doch, so z. B.
Hellmann, bei klimatologischen Untersuchungen als dem Winter zugehörig be-
handelt (wie auch den November). Das rechtfertigt sich u. a. dadurch, daß er
wie ein echter Wintermonat noch, sogar im langjährigen Mittel, Eistage aufweist,
daß gelegentlich sämtliche Tage Frosttage sind, daß er (wie gleichfalls der
November) der kälteste Monat des Jahres sein kann. daß er noch ebensorviel