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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 70 (1942)

Portig, W.: Die Jahresmittel der Temperaturreihe von Prag.

345

mitteltemperatur selbst zu verschaffen, In Abb. 14
wird das Ergebnis dieser Rechnung gezeigt und
den tatsächlich beobachteten Werten gegenübergestellt,
 Um den Vergleich beider Kurven auf
eine reale Basis zu stellen, seien einige Rechnungen
 daran durchgeführt.
Der Korrelationskoeffizient zwischen der berechneten
 und der beobachteten Jahresmitteltemperatur
 beträgt -+0.70, ist also nur unwesentlich
 höher als der der Anomalien, der
+0.67 beträgt. Bei der Berechnung der K{f.
fällt auf, daß die Streuung der Temperatur (berechnet
 aus allen Werten von 1791 bis 1926)
mit 0.94 etwa 1.2 mal so groß ist wie die aus
den konstruierten Werten des gleichen Zeitraumıs.
 Das heißt aber, daß die in Wirklichkeit
 auftretenden Extremwerte durchschnittlich
zrößer sind als die errechneten. Die Abflachung
der Extreme sei an dem Einzelbeispiel der absoluten
 Extreme gezeigt:
Gemessen Errechnet
Höchstes Jahresmittel.. 11.60° (1794) 11.00° (1809, 1813)
Niedrigstes Jahresmittel 6.37° (1799) 7.0U° (1799)
Differenz ............. 5.230 4.00°

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Gegenüber der errechneten Maximaldifferenz
von 4° oder einer beobachteten Differenz von
51/,” beträgt der größte Fehler, d. h. die größte
Abweichung zwischen einem beobachteten und
errechneten Wert desselben Jahres 1.5° bei
einem mittleren Fehler von + 0.68%, Die folgende
Tabelle (siehe S. 346) gibt Aufschluß darüber,
wie häufig Differenzen verschiedener Größen
vorkommen. Dabei wird das Material unterteilt
in (beobachtete) Temperaturen über, gleich und
unter dem Normalwert; ferner bezeichnen die
{etten Zahlen die Häufigkeiten, wenn die beobachtete
 Temperatur um mehr als 1°C vom Normalwert
 (9.4° C) abweicht.
Man sieht, daß fast ein Drittel aller Jahresmittel
 praktisch fehlerfrei wiedergegeben werden.
Man sieht aber auch andererseits, daß die Fehlerverteilung
 keine Gaußsche ist, also nicht den
Zufallsgesetzen folgt, Es sei gleich vorweg bemerkt,
 daß es mir nicht gelungen ist, ein allgemeines
 Gesetz zu finden, demzufolge die Fehler
von der Zufallsverteilung abweichen. Es sollen
aber einige Tatsachen angegeben werden, die
die Abweichung von der Gaußschen Fehlerkurve
bedingen.
Sowohl die Fehlerverteilung, die zu den
übernormalen (gemessenen Temperaturen gehört,
wie auch die zu den negativen gehörige sind
schief, und zwar derart, daß ein Häufigkeitsmaximum
 beim Fehler null liegt und eins etwa
bei + 0.5 bzw. —1.0°. Dazwischen liegt eine
flache Mulde. Von dem zweiten Maximum geht
es in Richtung nach noch größeren Fehlern
sehr rasch gegen die Häufigkeit null. während

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