344 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1942.
auf, daß die errechnete Kurve sehr unruhig verläuft. D,h. aber, daß der Zeit-
raum, der jeder Angabe zugrunde liegt, zu kurz ist, Wir verlängern ihn also auf
33 Jahre (statt 15), womit wir die gleiche Ausgleichung erhalten wie in Ab-
schnitt D, aus dem wir nun auch unmittelbar die beobachteten Temperaturwerte
entnehmen können, die angenähert werden sollen. Ferner zeigt sich, daß die An-
näherung besser wird, wenn wir nicht die mittlere Sonnenfleckenrelativzahl dem
gleichen Zeitraum wie die Streuung und Temperatur entnehmen, sondern einige
Jahre früher. Da unsere Zentraljahre je fünf Jahre auseinanderliegen!), wählen
wir das Zentraljahr für die Sonnenflecken um fünf Jahre früher als das der
Streuung, Die Ursache muß also erst eine Zeit wirken, bis sie in der Tempe-
ratur in Erscheinung tritt, so wie ja auch zwischen höchstem Sonnenstand und
jährlichem Temperaturmaximum eine Phasendifferenz besteht, Und schließlich
zeigt sich, daß der Unterschied zwischen errechnetem und gemessenem Säkular-
gang geringer wird, wenn wir nicht die Relativzahl der Sonnenflecken in die
Rechnung eingehen lassen, sondern die Quadratwurzel daraus. Auch das ist ver-
ständlich, denn wenn die Zahl der Sonnenflecken schon groß ist, macht ihre
weitere Vermehrung vermutlich nicht mehr so viel auf die Temperatur aus, als
wenn die Zahl klein ist. Es ist möglich, daß der Einfluß der Sonnenflecken dem
Logarithmus der Relativzahl proportional ist, Da die Rechenergebnisse für die
Quadratwurzel und den Logarithmus nicht sehr verschieden sind, soll nur die
eine Rechnung, und zwar die für die Wurzel gebracht werden.
Nach diesen Änderungen des Rechenverfahrens berechnen wir also den
Säkulargang der Temperatur nach der modifizierten Formel
N
Die Methode der kleinsten Quadrate liefert als günstigste Koeffizienten 2.52,
— 0.23 und 9.06, also nn
T* = 2,52. 0m; — 0.23 - VS; + 9.06.
Diese Werte zeigen, wie schon gesagt, eine erheblich bessere Annäherung an die
beobachteten Temperaturen als die mit der ersten Versuchsformel gewonnenen,
und zwar beträgt der Korrelations-
koeffizient nunmehr 0.85. Die
Abb. 13 zeigt die Reihe der neu
berechneten Temperaturmittel und
die der beobachteten, [Letztere
besteht nach ihrer Definition aus
jedem fünften Wert der dicken
Kurve von Abb. 1 (Heft 3, S. 78)].
Außerdem ist auf Abb. 13 die
ebenfalls 33jährig ausgeglichene
Kurve der Sonnenfleckenrelativ-
zahlen dargestellt, die zwar kein
Ergebnis dieser Arbeit darstellt,
sondern nur als Hilfsmittel ge-
braucht wurde, die aber doch für
manchen Leser von Interesse sein
dürfte.
Wir haben jetzt aus den Sonnen-
fleckenreiativzahlen und aus 11-,
13-, 15-, 16- und 18jährigen Tempe-
raturperioden unter der Annahme
der algebraischen Addierbarkeit
und der Persistenz dieser Perioden zunächst die Anomalien der Jahresmittel-
temperatur und dann den säkularen Gang der Jahresmitteltemperatur angenähert
dargestellt. Es liegt nun nahe, beide Ergebnisse zu vereinigen und durch ein-
fache Addition von Anomalie und Säkularwert sich eine Annäherung der Jahres-
1) Es sei daran erinnert, daß der einzige Grund dafür die Rechenvereinfachung ist, die darin
besteht. daß nur iedes fünfte Zentraliahr betrachtet wird.
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