340 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1942,
zum Knie von Arica hin sogar einige horizontale langgestreckte und quasi-
stationäre Wirbel annehmen, an deren Südseite wärmeres Ozeanwasser zur Küste
hin zieht und dann an der betreffenden Küstenstrecke den Auftrieb unterbindet.
Zwischen Pisco und Mollendo war einmal solche Strömung stark genug, um das
yenannte Expeditionsschiff gegen SE-Passat.nach SO zu versetzen. Auf der
Weltkarte sind diese für S-Br. antizyklonalen Bewegungserscheinungen mit ein-
gezeichnet.
Die riesengroßen Flächen quer über den Ozean im Süden der Südäquatorial-
strömung lassen sich zur Zeit nur auf Grund sehr schwacher Unterlagen über
Stromversetzungen abbilden, besonders wenn man an die dreißiger und vierziger
Breiten herankommt. Neuerdings bringt Marine Observer (XII ab 1936)
Karten mit Versetzungen bis zur Linie Neuseeland— Kap Horn; auch sind
die Beobachtungen auf einigen deutschen Motorschiffen zwischen Neu-Seeland
und Panama herangezogen worden. Die Geschwindigkeit der Strömung sinkt,
während sie in der Nähe von Inseln meist nennenswert wird, in der überwiegenden
Zahl der Fälle auf sehr geringe Beträge. Noch unsicherer erscheint die Richtung.
Im Norden der wahrscheinlich WSW bis ONO verlaufenden subtropischen Kon-
vergenz dürften Versetzungen nach Süden überwiegen, die je nach der polaren
Grenzlage des Passates nach SW oder nach SO zielen. Auf der anderen Seite
der Konvergenz treffen wir nordöstliche Versetzungen an. Höchstwahrscheinlich
entstehen auch mehrfach andere Singularitäten, wie z. B. in der Nähe von 31°
S-Br. 108° W-Lg.; Beobachtungen der „Carnegie“ weisen darauf hin.
Der in der Nähe des vierzigsten Breitengrades vorhandenen auffälligen
Zone niedrigen Salzgehaltes!) (<< 34°/,0), die aus dem westpatagonischen Bereich
zu stammen scheint, wurde durch die Vorstellung Rechnung zu tragen versucht,
laß hier die Westwindtrift energisch nach N, NW und sogar W, also links herum,
wenigstens mit einem größeren Teile abschwenkt.
Die Jahresmittel der Temperaturreihe von Prag.
Erste Mitteilung über statistische Untersuchungen an der 165jährigen Temperaturreihe
von Prag.
(3. Fortsetzung und Schluß.)
Von W. Portig, Deutsche Seewarte.
F. Zusammensetzung der Perioden zum Jahresmittel,
Die verschiedenen Periodenuntersuchungen des vorangegangenen Abschnitts
lassen sich unter den beiden Voraussetzungen, daß die Perioden persistent und
ihre Amplituden konstant sind, sowie der Annahme, daß eine algebraische
Addition überhaupt statthaft ist, zur Bildung von Jahresmitteln verwenden, Das
Verfahren ist sehr einfach: Für jedes Jahr wird die zugehörige Phase der ver-
schiedenen Perioden hingeschrieben und die algebraische Summe gezogen. Diese
Summe ist dann allerdings noch nicht das konstruierte Jahresmittel, sondern
nur die Abweichung von einem für die entsprechende Epoche charakteristischen
Normalwert. Denn durch die einfache Zusammensetzung der Perioden bekommt
man noch nicht den säkularen Gang, der immerhin noch beträchtliche Ab-
weichungen liefern kann.
Grundsätzlich läßt sich gegen die Addition von Perioden folgendes ein-
wenden: Die Lufthülle der Erde ist ein mechanisches und thermisches System,
das zwar von außen beeinflußt werden kann, dessen jeweiliger Zustand aber
weitgehend von seinem eigenen Anfangszustand abhängt. Wenn sich nun im
Witterungsablauf Perioden zeigen, so werden sie entweder durch äußere Kräfte,
z. B, die Sonnenstrahlung, oder durch Eigenschwingungen der Atmosphäre erzeugt.
In beiden Fällen ist nicht zu erwarten, daß sich die ganze Atmosphäre diesen
Perioden unterordnet. Vielmehr wird sie nur darauf ansprechen, wenn aus dem
Anfangszustand ein indifferentes Gleichgewicht oder eine solche Änderung folgt,
46. Schott, Verteilung des Salzgehaltes im Oberflächenwasser der Ozeane, James Johnstone
Memorial volume, S. 235. Taf. 1. Liverpool 1934.