338 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1942,
ließen es angezeigt erscheinen, innerhalb der allgemeinen Trift nach Osten unter
den Längen der Bouvet-Gegend eine starke Nordkomponente der Oberflächen-
strömung, unter den Längen aber der Enderby-Gegend (etwa 30° bis 60° O-Leg.)
eine mäßige Südkomponente zum Ausdruck zu bringen,
3. Der Stille Ozean.
Die auf beiden Seiten des Äquators gelagerten Grenzgebiete zwischen
dem Indischen und Stillen Ozean, also die Gewässer des hinterindisch-
malaiischen Archipels, stehen schon an der Oberfläche überwiegend mit dem
Stillen Ozean in Bewegungsverbindung, noch mehr in den Tiefen, die aber hier
nicht in Betracht kommen. Wasseraustausch mit dem Indischen Ozean kommt
nur in unbedeutender Weise vor; außerdem überdecken die Gezeitenströmungen
auf weiten Strecken die Triftströmungen. Aus diesen Gründen zeigen nur die
Chinasee!), die durch die 3 Hauptorte Singapore, Hongkong und Manila ein-
gegrenzt wird, und die Javasee?) mit den Monsunen wechselnde, aber ziemlich
eindeutige Oberflächenströmungen, In der Chinasee nimmt sogar die GroßB-
schiffahrt auf sie Rücksicht, Für die vielen engen Durchfahrten zwischen den
Inselgruppen und auch für die breiteren Meeresstraßen wie z, B, die von Makassar
lieferte das große Werk J. P. van der Stoks?) die wichtigste Grundlage,
Den nördlichen Stillen Ozean nördlich von 25° N-Br. hat G. Wüst*) neuer-
dings in seiner Studie „Kuroshio und Golfstrom“ behandelt, und zwar von der
Asiatischen bis zur amerikanischen Seite hinüber, so daß von der Mitteilung
weiterer Literatur hier fast ganz abgesehen werden kann; man findet dort auch
die zahlreichen japanischen Untersuchungen berücksichtigt. Die von Wüst bei-
gegebene Strömungskarte gilt zwar für Juni bis August, die Weltkarte zunächst
für den Nordwinter, aber auf den höheren Breiten mußten erklärlicherweise
Sommerverhältnisse mit herangezogen werden. So beziehen sich die noch wenig
gesicherten Strompfeile im Ochotskischen Meere natürlich auf die Schiffahrts-
periode. Der Stromstrich des Kuroshio jenseits der japanischen Inseln, soweit
man heute schon von einem solchen sprechen kann, ist auf der Weltkarte ein
wenig nördlicher als bei Wüst gelegt, nämlich auf 36° N-Br. Auf die Frage
des weiteren Verlaufes seiner Fortsetzung, des nordpazifischen Stromes, und
seines Zusammenschlusses mit von höheren Breiten kommenden Wassermassen
hier einzugehen, verbietet das Ziel dieses Begleittextes. Wertvoll war die vom
Hydrographice Office (Navy) U. S. A. ausgegebene, für Dezember, Januar, Februar
geltende und auf der North Pacific Pilot Chart Dez. 1936 veröffentlichte Strom-
karte®), wenngleich der schon von Wüst beobachtete, auffällige und über zahl-
reiche Längengrade hingehende Parallelismus vieler Strompfeile methodische
Bedenken rechtfertigt.
Die Oberflächenströmungen im Golfe von Alaska konnten hinsichtlich der
küstennahen Strecken auf Grund der wichtigen Untersuchungen der kanadisch-
vereinsstaatlichen Fischereikommission®) mit Zuversicht in der Weltkarte nun-
mehr eingezeichnet werden. Es handelt sich zumal in dem Gebiet vor der
Kodiak-Insel um eine recht entschiedene, entgegen der Uhrzeigerbewegung
laufende Strömung, die aber das Kerngebiet des Alaska-Golfes wahrscheinlich
ziemlich unberührt läßt.
Dazu tritt die nicht mehr zu bezweifelnde Tatsache, daß ein ganz wesent-
licher Teil dieses Alaska-Stromes, rechts abschwenkend, wie es der Nordbreite
und den vorwiegenden Winden entspricht, unter Benutzung aller Durchfahrten
zwischen den einzelnen Al&uten-Inseln in das südliche Bering-Meer gelangt, und
zwar in allen Jahreszeiten, besonders auch im Winter. Der U. S. Coast Pilot,
1) Kon. Neder]l, Meteorol. Instituut, Oceanogr. en meteorol. waarnemingen in de Chineesche
Zeeön, .. I und II. ’s-Gravenhage 1935 u. 1936; vergl. auch Annal. Hydrogr. 1876, S. 291; 1890,
S. 33. — 2) H, P. Berlage, Monsoon-currents in the Java Sea, Kon. Nederl. Magnet. Meteorol.
Observator, Verhandl. Nr. 19. Weltevreden 1927. — 2%) Wind, currents, tides in the East Indian
Archipelago. Batavia 1897 — *% Kuroshio und Golfstrom. Eine hydrodynamische Untersuchung.
Veröff. Inst. f. Meereskunde. N. F. Heft 29, Berlia 1936. — %) Vergl. auch Mc Manus, water
zirculatıon in Pacific regions. Proc. V. Pacif. Science Congress. vol. I, 5. 703. Toronto 1934. —
5) Th. G, Thompson, G. Mc Ewen, R. Cleve, Hydrographie sections and calculated currents
in the Gulf of Alaska. Rep. Internat. Fisheries Comm. No. 1. Seattle, Wash. 1936.