Schott, G.: Die Grundlagen einer Weltkarte der Meeresströmungen, 8337
wie die nachstehenden 3 Beispiele zeigen mögen, die aus den holländischen
nach Zweigradfeldern geordneten Strompfeilen der Karten abgeleitet sind, nicht
aus den holländischen nach Eingradfeldern geordneten Tabellen.
Februar.
Atlantischer Ozean. 30° bis 40° $-Br. 10° W- bis 10° O-Lg.
Zwischen 30° und 34° S-Br. fehlen Beobachtungen so gut wie yanz. In den 50 Zweigradfeldern
sind für 34 Zweigradfelder Strompfeile gegeben; davon beruhen 25 oder 74% auf weniger als
5 Beobachtungen,
Beständigkeit: 23 Pfeile 75 bis 100%, davon 19 mit < 5 Beobachtungen.
X » 50 n 75%, ” 4 » < 5 »
„ 235, 50% »„ 2, <5 »
Atlantischer Ozean. 40° bis 50° S-Br. 20° W- bis 20° O-Lg.
Südlich von 45° S-Br. fehlen Beobachtungen so gut wie ganz. In den 100 Zweigradfeldern
sind für 51 Zweigradfeldern Strompfeile gegeben; davon beruhen 29 oder 57% auf weniger
als 5 Beobachtungen.
Beständigkeit: 32 Pfeile 75 bis 100%, davon 23 mit <5 Beobachtungen.
13 „ 50, 75%, » 5 „ 5
5 „ 2, 50% =» 1. <5
Indischer Ozean. 40° bis 50° S-Br. 40° bis 60° O-Lg.
In den 50 Zweigradfeldern sind für 48 Zweigradfelder Strompfeile gegeben; davon beruhen
16 oder 33% auf weniger als 5 Beobachtungen,
Beständigkeit: 23 Pfeile 75 bis 100%, davon 8 mit
14 „ 50, 755%, x» 7
10. 2 , 50% mn 1”
<2BD%ı, 2 20
Die Zusammenstellung lehrt, daß eine Berechnung der Stabilität besonders
in den zwei atlantischen Beispielen auf schwachen Füßen steht; das gilt in erster
Linie von den nördlich von 40° S-Br. gelegenen 2 Zehngradfeldern, wo die
Weltkarte hinsichtlich der Stromrichtung wesentlich von der Meyerschen Karte
abweicht (S. 330). In dem Beispiel aus dem Indischen Ozean, das auf die West-
windstrecke etwa zwischen den Prinz Edward- und Crozet-Inseln sich bezieht,
kann man eine Beständigkeitsgröße mit 50, ja >75% noch einigermaßen
vertreten, und dieser Umstand hat schließlich dazu geführt, ganz allgemein doch
eine erhebliche Beständigkeit in der Westwindtrift auf der neuen Weltkarte
ginzuzeichnen — mit Bedenken, wie zu Anfang dieser Erörterung gesagt wurde.
Die äußerste Packeisgrenze weicht östlich von 30° und 40° O-Lg. im Be-
reiche des Enderby-Quadranten bis etwa 55° S-Br. nach Süden aus. Die nor-
wegische, durch zahlreiche Walfangschiffe von Monat zu Monat im Südsommer
erlangte Erfahrung, die H. E. Hansen?) 1934 bekanntgegeben hat, zeigt diese
Einbuchtung deutlich, wennschon östlich vom Kerguelen-Meridian die Beob-
achtungen spärlich sind. Auf älteren Karten, wie z. B. der der Deutschen
Seewarte?) wurde die Erscheinung übertrieben; Packeis sollte hiernach noch
im Süden von 60° S-Br. in der Nähe von Enderby-Land fehlen. Im Südsommer
1933/34 lag um Anfang November nach Hansen die Packeisgrenze sogar ohne
besondere Ausbuchtung überall unter 54° bis 55° S-Br. von der Bouvet-Gegend
bis zur Kerguelen-Gegend; ob es sich dabei durchweg um Packeis im strengen
Sinne des Wortes gehandelt hat, kann allerdings bezweifelt werden, denn Meer-
wassereis und Eisbergreste spielen unter‘ diesen Breiten stets eine Rolle und
gelangen bekanntlich oft genug noch bis in viel niedrigere Breiten. Geographisch
und navigatorisch wichtig ist die aus den Hansenschen Karten klar heraus-
tretende Tatsache, daß etwa um die Jahreswende mindestens im indischen Bereich
eine mehrere Breitengrade breite Strecke eisfreien Wassers bei 60° S-Br. und
südlich davon vorhanden ist, so daß man zwei Zonen mit Packeis zu unterscheiden
hat: eine nördliche, die sich allmählich auflöst und ostwärts triftet, eine südliche,
die dem Rande des antarktischen Festlandes unmittelbar anliegt und westwärts
triftet. Die englischen Erfahrungen im Ross-Meer-Quadranten des Stillen Ozeans
haben gezeigt, daß es dort ebenso ist. Die kurz geschilderten Eisverhältnisse
1) Limits of the pack-ice in the Antaretice, Hvalrädets skrifter, Nr. 9. Oslo 1934. Vier Einzel-
karten für die Fangzeiten 1929/30 bis 1933/34; Text S. 39. — *) Atlas des Indischen Ozeans,
Hamburg 1891. Taf, 3,
Ann. d. Hydr. usw. 1942. Heft XI.