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Full text: 70, 1942

Schott, G.: Die Grundlagen einer Weltkarte der Meeressträmungen, 335 
der neuesten Untersuchungen der John Murray - Expedition benutzt, die 
G. Stiasny!) im voraus veröffentlichen konnte, sowohl für die Periode des 
Nordwinters als auch für die des Nordsommers. In ihr kommen die gefährlichen 
Querversetzungen, besonders in der südlichen Hälfte des Meeres, zum Ausdruck, 
außerdem auch der im Nordwinter bei den meisten Einzelreisen auf den Dampfer- 
wegen unter etwa 17 bis 16° N-Br, scharf hervortretende Gegensatz zwischen 
Triften von Norden und Triften von Süden; die ersteren führen Rotes Meer- 
Wasser, die zweitgenannten beigemischtes Wasser des Arabischen Meeres, was 
Sich auch in der physikalisch-chemischen Beschaffenheit deutlich bemerkbar 
macht. Zweifelhaft mag bleiben, ob die für den Nordwinter nahe der arabischen 
Küste eingezeichnete Tendenz zu Triften nach Norden stets oder vorwiegend 
bis 23° N-Br. vorhanden ist. Im Persischen Golf beruhen die eingezeichneten 
Strompfeile wesentlich auf indirekten Schlüssen aus der Salzgehaltsverteilung, 
wozu man das Sonderheft in den Annal, der Hydrogr. 1918 über Ozeanographie 
und Klimatologie des Golfes vergleiche. 
Im tropischen Indischen Ozean genügen die 2 Karten für den Nordwinter 
(Februar) und den Nordsommer (August) leider bei weitem nicht, um dem von 
Monat zu Monat erfolgenden starken Wechsel der Naturverhältnisse nachzu- 
kommen. Auf der Hauptkarte verdient die Stromgrenze Beachtung, die im 
Nordwesten von Kap Comorin beginnt und unter etwa 10° N-Br. nach Westen 
bis 60° O-Lg. verfolgbar ist; sie stellt den Zusammenschluß der aus der Bucht 
von Bengalen um Ceylon herum kommenden Wassermassen (Bewegungsrichtung 
nach WNW) mit den aus dem nördlichen Arabischen Meer stammenden Wasser- 
massen (Bewegungsrichtung nach WSW) dar. Das Ganze kann man Nordost- 
monsun-Strom benennen, Die hiermit zusammenhängenden interessanten großen 
Gegensätze im Oberflächensalzgehalt sind u. a. vom Verfasser ausführlich früher 
besprochen?), 
Im übrigen liegt dem Strombild des offenen Indischen Ozeans hauptsächlich 
eine Durcharbeitung des großen holländischen Atlasses?) zugrunde. Bei dem 
Südäquatorialstrom erscheint nützlich die Berücksichtigung der starken jahres- 
zeitlichen Schwankung seiner Beständigkeit und Geschwindigkeit. Im Südsommer 
(Hauptkarte) sind beide Eigenschaften nur gering entwickelt, im Südwinter 
(Nebenkarte) dagegen hervorragend stark; dabei liegt der „Stromstrich‘“ beide 
Male unter ungefähr 10 bis 15° S-Br. Die Jahresperiode hängt mit einer ent- 
sprechenden Periode der Stärke des SE-Passates zusammen, der im Südwinter 
steif, nicht selten fast stürmisch weht. Beispielsweise verzeichnete der Segler 
„Peter Rickmers“ im Juli 1892 zwischen der Sunda-Straße und Mauritius inner- 
halb 12 Tagen eine Gesamtversetzung nach WSW um 354 sm = 30 sm/Etmal, 
maximal einmal sogar 41 sm. Diese Geschwindigkeitssteigerung im Südwinter tritt 
übrigens auch aus den 2 Strömungskarten von G. Michaelis‘) bereits heraus, 
Für die Gewässer aus der näheren und weiteren Umgebung Madagaskars 
liegt zwar eine besondere Untersuchung von H. Paech®) vor, doch erschien es 
nicht angebracht, die Unzahl der daselbst angenommenen Singularitäten in die 
Weltkarte zu übernehmen, so verwickelt die Stromverhältnisse hier sein mögen. 
Die Karten Paechs lassen erkennen, daß die Anzahl der Stromversetzungen in 
den überwiegenden Fällen hier zu gering ist, um die Zeichnung zu sichern. 
Immerhin konnten auf einigen Strecken, z. B. an der ostafrikanischen Küste 
und für die Gegend bei Kap Amber (Nordspitze Madagaskar) die errechneten 
Geschwindigkeitslinien mit Vorteil benutzt werden, 
Die Lage der subtropischen Konvergenz in dem Raume zwischen Südafrika 
und Südaustralien ist außerordentlich unsicher und heute, bei dem fast voll- 
kommenen Mangel an Schiffsbeobachtungen in einigen östlichen Teilen, noch 
1) Die Seyphomedusen des Roten Meeres. Verhandl. Kon, Nederl. Akad, Wetensch. Afdeel. 
Natuurkunde, IL, Sectie. Deel 37. Nr, 2. S, 11. Amsterdam 1938. — ?) Die Verteilung des Salz- 
gehaltes in der Oberfläche der Ozeane, Annal, d. Hydrogr 1928, S. 153—156. — % Kon, Nederl. 
Meteorol, Instituut, oceanogr. en meteorolog. waarnemingen in den Indischen Oceaan, 4 Bände, 
Amsterdam 1924 —1930, — 4) Wasserbewegungen des Indischen Ozeans, Veröff. Inst. f, Meereskunde, 
N. F, Heft 8. Berlin 1923. — 5) Oberflächensträmungen um Madagaskar. Ebends Heft 16. Berlin 1926.
	        
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