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Full text: 70, 1942

326 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1942, 
ohne Berücksichtigung der Streuung wichtige Beziehungen nicht zur Geltung 
kommen. 
Das Verhältnis der Mitteltemperatur zur Zahl der Sommertage, das hier 
(in Tab. 20) aus den Jahrzehntemitteln berechnet ist, wird höher, wenn man die 
einzelnen Jahre selber korreliert, was ich andernorts getan habe*). 
18. Zusammenstellung einiger Extremwerte, Es seien noch einige Extrem- 
werte zusammengestellt; leider beziehen sie sich nicht alle auf gleiche Epochen, 
doch ließ sich das auf Grund des vorliegenden Materials nicht anders machen. 
Gerade bei diesen absoluten Extremen macht sich der Großstadteinfluß be- 
sonders merklich, so daß die Werte nicht einmal für den Verwaltungsbezirk 
Groß-Berlin, der ja allerdings auch einen Durchmesser von gegen 50 km hat, 
gültig sind. Die in den vorhergegangenen Abschnitten geführten Untersuchungen 
aber dürften allgemeinere Gültigkeit besitzen. 
19. Zahl und Verteilung der Sommertage von 1831 bis 1900. Endlich sei noch 
kurz auf die Anzahl und Verteilung der „Sommertage“ (Maximum der Tages- 
temperatur über 25°) eingegangen. Die Jahrzehntemittel nebst ihren Streuungen 
sind in Tab. 20 zusammengestellt, Die theoretische Streuung der Sommer ist, 
mit Ausnahme der beiden letzten Werte, kleiner als die wirkliche, was darauf 
hinweist, daß die Korrelation zwischen den drei Sommermonaten nur gering ist. 
Die Berechnung der Kff, zwischen den einzelnen Sommermonaten jedes Jahr- 
zehntes und ihre Mittel sind in Tab. 21a zusammengestellt, Sie sind häufig 
sogar negativ, eine Folge der „Ausgleichungstendenz“, d.h. auf einen Juni etwa 
mit zu wenig folgte ein Juli mit zu viel Sommertagen, Korreliert man aber 
die Jahrzehntemittel selbst, so erhält man höhere Werte (Tab. 2ib); im Mittel 
mehrerer Jahre also haben die Abweichungen der Zahl der Sommertage vom 
Mittel bei den drei Monaten im wesentlichen den gleichen Sinn, 
Kleinere Mitteilungen. 
Beobachtungen des „Grünen Strahle“. Während eines längeren Aufent- 
haltes auf See bot sich Gelegenheit, den sogenannten „Grünen Strahl“ genauer 
zu verfolgen. Die zahlreichen Beobachtungen dieser Erscheinung bestätigten im 
wesentlichen ihre bereits bekannten Eigentümlichkeiten?). Im folgenden seien 
daher nur zwei Beobachtungen näher beschrieben. Sie wurden ausgeführt mit 
einem achtmal vergrößernden Fernglas. 
In südlichen Breiten wurde der Aufgang der Sonne einmal in folgender 
Weise beobachtet: Da der Standort der Sonne nur ungenau erfaßt war, konnte 
der erste Strahl nicht gesehen, sondern nur eine deutliche grünblaue Färbung 
des ersten Segmentes festgestellt werden, Dann aber zeigte sich oberhalb des 
Segmentes ein grüner Lichtfleck, der beim Höhersteigen der Sonne mit ihr 
verschmolz, Das wiederholte sich viele Male. Gleichzeitig saßen kleine grüne 
Flecke in zahlreichen, verschieden starken Einkerbungen des Sonnenrandes, Die 
Sonnenscheibe wurde beim Höhersteigen von oben nach unten chromgelb-orange- 
rot gefärbt. Als der Unterrand die Kimm verließ, begannen sich hier rote Flecke 
abzulösen. Einer dieser tiefroten Flecke leuchtete noch eine volle Sekunde lang 
nach der Ablösung vom Sonnenrande. Gleichzeitig saßen jetzt kleine tiefrote 
Flecke in den Einkerbungen der unteren Hälfte des Sonnenrandes. Die Erschei- 
nung der sich oben ansetzenden grünen und sich unten ablösenden roten Flecke 
dauerte eine ganze Weile, bis die zunehmende Helligkeit der Sonnenscheibe eine 
weitere Beobachtung unmöglich machte, 
Wetter: Mäßiger SE-Passat, Heiter. Ganz leichter Dunst, Sichtziffer 8. 
Keine ungewöhnliche Differenz zwischen Luft- und Wassertemperatur. 
Bei der mehrfach beobachteten Violettfärbung des letzten Strahls wurde ver- 
einzelt auch Schlierenbildung festgestellt. Eine Erscheinung dieser Art verlief 
1) Ztschr. f. angew. Met. (Wetter), 1940, Heft 8, 5.256. — *)s. bs, Ann. d. Hydr.: G. Schröder 
1935 S 336), 1936 (2. Köppenheft, S. 91) u. 1937, S. 489; W. Hartmann 1937 (S. 493); O. Klaehn 
1937 (S. 495).
	        
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