320 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1942,
der Juli wirklich der wärmste Sommermonat, was aus der ziemlich kleinen
Differenz gegen den August leicht erklärlich ist. Tab. 4a gibt etwas ausführ-
lichere Aufschlüsse.
de
Der Juni war nur in der
Hälfte aller Fälle der kälteste,
der Juli in gleichem Maße oft
der wärmste Sommermonat; in
V/; aller Fälle war das Verhältnis
dem entgegengesetzt,
’razent .
N.
k.
Juni....
Juli ......
August .....
3 q 55
20 58 | 99 15
49 ı 39 ) 82 | 88 | 80
7. Korrelationsfaktoren. Zur Tab. 1 zurückkehrend betrachten wir die Korre-
lationen der Monate innerhalb jedes Jahrzehnts. Sie sind mit geringen Ausnahmen,
die eigentümlicherweise alle in die letzten 4 Dezennien des 19. Jahrhunderts
fallen, positiv; d. h. im allgemeinen liegt eine merkliche Tendenz vor zu gleich-
sinniger Abweichung der Monate vom Mittel, was ja auch mit den Ergebnissen
der Tab. 3 gut übereinstimmt. Die Beziehung ist freilich nicht sehr stramm, so
daß die Streuung der Mittelwerte größer ist als ihr zahlenmäßiger Wert; doch
sind sie größer als der mittlere Fehler, der aus den Streuungen durch Division
mit Vi2= 83.5 erhalten wird.
Dementsprechend ist das Verhältnis der Streuungen der Monatsdifferenzen
fast durchgehend kleiner, als man nach den Streuungen der Einzelmonate erwarten
müßte: dieses Verhältnis steht in Tab. 1 jeweils unter den Kff. (6, 7) usw. Es
beträgt im Durchschnitt der 13 Jahrzehnte immerhin noch *%*, des nach der
Fehlertheorie zu erwartenden Wertes. Merkwürdig ist, daß der „zeitliche“ Kf,
für diese Kff. durchweg negativ ist — entsprechend ist er für die Verhältnisse
positiv —, denn das bedeutet, daß in früheren Zeiten die Sommermonate häufiger
dieselbe Abweichung vom Mittel gehabt haben als jetzt (bzw. in den letzten Zeiten
des Zeitraums von 1771 bis 1900).
8. Korrelationsfaktoren (Fortsetzung), Betrachten wir nun die Kff. der Monats-
differenzen, so finden wir für den ersten merklich negative, für die beiden andern
positive Werte, deren Streuungen schon kleiner als die Zahlenwerte sind, welch
letztere also als reell betrachtet werden müssen. War also der Juni im Ver-
hältnis zum Juli relativ zu kalt, so war meistens der Juli noch wärmer im
Mittel als der August, War aber der Juni gegen den Juli relativ zu kalt, so war er
auch dem August gegenüber zu kalt, wie die Spalte (6) zeigt, natürlich mit
Abweichungen in den Einzeljahrzehnten, aber nur einmal mit Vorzeichenwechsel,
also im entgegengesetzten Sinne. Für die dritte Spalte gilt analoges; alle drei
sind natürlich nicht voneinander unabhängig; doch kann das hier nicht genauer
dargelegt werden,
9. Die zeitlichen Korrelationsfaktoren. Diese sind für die Junimonate == 0,
für die anderen negativ, wenn auch ihres geringen Betrages wegen nicht ver-
bürgt. Das würde heißen, daß die Sommer etwas kühler geworden sind, was ja
auch als richtig anzusehen ist — immer aber nur für den zugrunde gelegten
Zeitraum. Die Monatsstreuungen dagegen haben für den Juni merklich zuge-
nommen, für die beiden anderen Monate abgenommen [k (t)xer, in Tab. 1].
Demnach sind die Junitemperaturen im Laufe der Zeit unregelmäßiger ge-
worden, während seine Mitteltemperatur selber sich nicht geändert hat; man sieht
auch hier wieder, wie die Betrachtung der Streuungen neue Ergebnisse liefert.
Bezüglich der Differenzen der Monatstemperaturen ist für die zwischen
Juni—Juli keine zeitliche Anderung erwiesen, dagegen für die beiden anderen
Unterschiede, Daß diese beiden „zeitlichen“ Kff. fast numerisch gleich sind,
hängt eng damit zusammen, daß der für die erste Differenz = 0 ist. Juli und
August sind also im Verhältnis zum Juni allmählich wärmer geworden.
Über die zeitlichen Kff, der anderen Werte der Tab. 1 ist oben bereits das
Nötige gesagt worden.
‘) w. = wärmster, m. = mittlerer, k. = kühlster Sommermonaäat.