accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 70, 1942

316 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1942, 
betrug 54.7 mm, in den Sommermonaten aber nur 45.7, so daß die Dürre der- 
jenigen von 1907/08 nur wenig nachstand. Das milde Herbstwetter dauerte in 
diesem Jahr bis Mitte Mai. Darauf folgte ein starker Temperatursturz um 8.1° 
von der dritten zur vierten Mai-Pentade, am 22, und 23. Mai fror es nachts. 
Das Wetter blieb kalt bis Mitte August. Im Juni gab es ausnahmsweise 4 Regen- 
tage mit 9 mm Niederschlag. Am Westrand des Huibplateaus und in der süd- 
lichen Kalahari waren diese ungewöhnlichen Winterregen teilweise sehr ergiebig. 
Sie nützen aber im allgemeinen dem Feld wenig, denn die kalten Nächte lassen 
in dieser Zeit die Vegetation nicht vorwärts kommen. Mitte August wurde es 
schnell warm, Ende August sowie Mitte und Ende September kühlte es sich 
jedesmal. ebenso schnell wieder ab. Der Temperatursturz vom 26, bis 28, Sep- 
tember betrug 16.5° (von 23.2° auf 6.7° im Tagesmittel). Die nächste Nacht 
brachte ein Minimum von — 0,2% am Boden sogar von —1.6°%, Die Tages- 
schwankung im September war 3.1°. Der Oktober hatte diesmal in der ersten 
Hälfte schon einen ergiebigen Gewitterregen von 13.4 mm. Da ihm aber kein 
günstiger zweiter folgte, blieb er ohne Wirkung. Er hatte eine ziemlich hohe 
mittlere Bewölkung, die sich schon im September bemerkbar gemacht hatte. 
Auch im November fielen schlecht verteilt 10,2 mm Regen. Der Dezember war 
wieder sehr sonnig und heiß und ohne jeden Regenfall, 
1914. Im Januar fielen in ungünstigen Abständen 21.0 mm Regen, im Februar 
nur 6.7. Erst der 1. März brachte mit 21.0 mm wenigstens einen ergiebigen 
Regen. Die Monate Januar und Februar waren sehr heiß, der April gänzlich 
vregenlos und besonders in seiner zweiten Hälfte noch recht warm. Nennenswerte 
Regen sind dann bis zum 30. Juni nicht mehr gefallen. Die Summe blieb mit 
33.7 mm nur wenig hinter dem Durchschnitt zurück. Infolge der ungünstigen 
Verteilung der Regen war auch dieses Jahr für das Weidefeld schlecht. 
1915. In diesem ersten Kriegsjahr hat es überall im Lande sehr gut geregnet, 
Im April und Mai erfolgte der Vormarsch der Unionstruppen, und die Besetzung 
des Landes ist durch die starken Regenfälle fraglos sehr erleichtert worden. 
10. Zusammenfassung, 
Der wichtigste Klimafaktor ist die Insolation, Das Klima kommt einem rein 
solaren wohl auf der Erdoberfläche kaum irgendwo so nahe wie hier im süd- 
lichen Namaland, Verstärkt wird die Sonnenwirkung durch die geringe Luft- 
Feuchte und die beträchtliche Höhenlage. Eine mittlere Bewölkung von nur 2.0 
und eine mittlere Sonnenscheindauer von 92.1% der möglichen dürften nur in 
wenigen Gebieten der Erde überboten werden. Über 4000 Stunden durch- 
schnittlich im Jahr scheint die Sonne, d.h. an jedem Tag 11 Stunden. Ganz 
trübe Tage gibt es fast gar nicht, auch starke Bewölkung nur fünfmal im Jahr. 
„Jeden Morgen scheint die Sonne“ sagte mir einmal erfreut ein befreundeter 
Gelehrter, der mich besuchte und diesen wohltuenden Gegensatz zum trüben 
Europa noch mehr empfand als ich, der ich schon jahrelang in diesen sonnigen 
Breiten weilte. Für die Anlage einer Lungenheilstätte dürften sich rein klimatisch 
gesehen die Hochgebiete des Namalandes noch mehr empfehlen als Windhuk. 
Die klimatisch günstigen Faktoren werden aber in ihrer wirtschaftlichen 
Bedeutung mehr als aufgewogen durch die geringen unregelmäßigen Niederschläge. 
Orte, an denen es im Jahresdurchschnitt nur an 43 Stunden regnet, wird es 
in größerer Zahl auf der Erde kaum geben, wenn auch die gemessenen Regen- 
mengen in einzelnen Gegenden noch viel. geringer sind. In normalen Jahren 
reicht die mittlere Regenmenge gerade dazu aus, ein dürftiges Weidefeld zu 
erzeugen, Doch kommt es auch vor, daß das Feld überhaupt nicht grün 
wird, wenn die Regen zu ungünstig verteilt oder zu spärlich fallen. Nur ganz 
extensive Weidewirtschaft mit anspruchslosen Tieren ist in solchen Ländern 
möglich, und gerade in diesem steinigen Hochland des südlichen Namalandes 
haben sich die wertvollen Karakuls ausgezeichnet bewährt. Die allgemeine 
Trockenheit schließt natürlich nicht aus, daß an einzelnen Stellen, wo reichlich 
Grundwasser gewonnen werden kann, kleine blühende Ansiedlungen entstehen,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.