Range, P.: Das Klima von Kuibis in Deutsch-Südwestafrika, 315
Übergang zu heiterem Herbstwetter. Der eigentliche Winter setzte in diesem
Jahr Ende Mai ein. Der Unterschied der Monatsmittel von April bis Mai betrug
5°, Die drei Wintermonate waren ziemlich gleich kalt, 11.7° im Mittel. Nacht-
fröste kamen von Juni bis September vor. Der stärkste (am 19. August) ergab
mit — 3.0° die tiefste im ganzen Zeitraum überhaupt gemessene Tempe-
ratur. Der August hatte besonders in seiner zweiten Hälfte sehr kalte Tage,
so am 30. mit einem Tagesmittel von nur 4,7° bei stürmischem West. Mitte
September folgte rasche Erwärmung, der gegen Ende des Monats ebenso starke
Abkühlung folgte, die einen unerwünschten Spätfrost am 28, September brachte.
Der Oktober war ungewöhnlich klar, mit einem monatlichen Bewölkungsmittel
von nur 1,2. Das Nachtminimum von 1.8° am 16, war sehr niedrig. Die beiden
letzten Monate des Jahres hatten gleichfalls geringe Bewölkung bei steigenden
Temperaturen und großen Tagesamplituden. Das Dezembermaximum blieb mit
38.1° nur 0.1° hinter dem des Januar 1908 zurück. Alle drei Monate waren
ganz regenlos. Die Frühregenzeit war also wieder einmal völlig ausgeblieben.
1911. Das Jahr begann am 3. und 5. Januar mit kräftigen Gewitterregen,
die im ganzen 37.9 mm Niederschlag ergaben, nachdem in den 8 Monaten vorher
insgesamt nur 4.5 mm gefallen waren. Der Februar hatte weniger gute Regen,
aber im März fielen am 16. und 17. nochmals 23.2 mm. Damit war auch diese
Regenzeit wieder zu Ende. Die Gesamtsumme von gerade 100 mm war jedoch
infolge günstiger Verteilung der Regen, die zweimal ergiebig einige Tage hin-
durch mit 2 Monaten Abstand fielen, ausreichend, um das Weidefeld gut zum
Ergrünen zu bringen. Die Temperatur war im Januar ziemlich niedrig, Monats-
mittel 23.2° gegen 24.6° des sechsjährigen. Das Wetter blieb milde bis Mitte
Mai. Dann leitete ein rascher Temperatursturz mit stürmischem Westwind und
ganz geringen Niederschlägen den Winter ein. Dieser Winter war ungewöhnlich
rauh bis Ende August (Wintermittel nur 10.6° gegen 12.1° des sechsjährigen
Durchschnitts), es fror in 19 Nächten, dazu kamen dann noch 26, an denen das
Minimum der Temperatur unter 2° sank. Besonders die zweite Hälfte des Juli
und die erste des August blieben mit einem Tagesmittel von 8.7° um 2.9° hinter
dem sechsjährigen Mittel zurück. Am 5. August vormittags gab es leichte
Schneeschauer bei stürmischem Westwind. Der September brachte ziemlich
rasche Erwärmung, der Ende des Monats wieder ein starker Temperaturrückgang
folgte. Doch sank das Minimum mit 1.1° in der Wetterhütte nicht unter den
Gefrierpunkt, während bei starker Reifbildung am Boden — 2.6° erreicht wurden,
Oktober und November waren warm und heiter bis auf gelegentliche Gewitter,
die von schwachen Regenfällen begleitet waren. Der Dezemher war heiß und
gänzlich ohne Niederschlag,
1912. Der Januar war gleichfalls heiß und ziemlich trocken. Im Februar
gab es endlich am 25, einen ergiebigen Gewitterregen mit 29 mm, dem am
2. März noch ein weiterer mit 26.4 mm folgte. Auch im April regnete es noch
einmal genügend. Die Gesamtmenge der Regenzeit betrug 99.5 mm, fast genau
die gleiche wie im Vorjahr, und das Weidefeld war recht gut. Die Temperatur
hielt sich bis in die zweite Hälfte des April auf sommerlicher Höhe. Sie sank
dann bis Anfang Mai ziemlich rasch und stieg in der zweiten Hälfte Mai noch
einmal stark an. Anfang Juni setzte der Winter ein, der besonders in der
vierten Juni- und sechsten Juli-Pentade mit 6,6° und 9.1° als fünftägigem Tages-
mittel fühlbar war. Die kälteste Nacht war die des 28. Juli mit —2.5°. Der
August war diesmal ziemlich milde und hatte ausnahmsweise keine Frostnacht,
Der Monat September blieb aber sogar im Mittel gegen den August um 0.1°
zurück, während er im sechsjährigen Mittel 3.7° wärmer war. Er hatte zu
Anfang des Monats noch einige Frostnächte. Oktober und November waren
ziemlich warm. Sie brachten ebenso wie der heiße Dezember wenig Niederschläge.
1913. Auch der Januar war sehr heiß und nahezu völlig regenlos, nur 3 mm
fielen zu Anfang des Monats. Die Temperatur kam mit einer Amplitude von
18.4° dem heißen Januar 1908 sehr nahe, sie übertraf ihn mit einem mittleren
Maximum von 34.0° noch um einige Zehntelgrade. Im Februar fielen schlecht
verteilt 20.8 mm Regen, im März 9.8 und im April 10.2 mm. Die Jahressumme