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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1942,
3. Witterungsverlauf in den Jahren 1908 bis 1915.
1908. Schwache Frühregen waren im September und stärkere im Dezember
1907 gefallen. Die Hoffnung auf gute Regenzeit verwirklichte sich aber nicht.
Der Januar blieb fast ganz trocken, der Februar brachte geringe Regenmengen,
und der März, sonst der Hauptregenmonat, versagte ganz, Infolgedessen betrug
die Niederschlagssumme der Regenzeit 1907/08 mit 38.5 mm nur 43% des sieben-
jährigen Durchschnitts. Die Temperaturmaxima erreichten bei der ständigen
Trockenheit in den Sommermonaten sehr hohe Werte. Das absolute Maximum
der ganzen Beobachtungsperiode mit 38.2° wurde am 9. Januar erreicht. Die
Bewölkung war ungewöhnlich gering und betrug im Januar 0.8, im März 0.5
gegen 2.6 des sechsjährigen Durchschnitts für die beiden Monate. Westwinde
herrschten bei weitem vor. Schon früh begann der Winter, er brachte bereits
am 10. April Nachtfrost, Das Temperaturmonatsmittel des April blieb mit 15.5°
um 6.7° hinter dem des März zurück, während der normale Unterschied nur 3.9°
beträgt. Der Mai war wieder verhältnismäßig milde. Das eigentliche Winter-
wetter setzte sich erst im Juni und Juli bei klarer ruhiger Luft mit häufigen
Nachtfrösten durch. Die tiefsten Minima waren —2.6° am 20, Juni und — 2,8°
am 10. August. Der September brachte starke Erwärmung und ein Monatsmittel
von 17.8° gegen 12.5° des August. Hinter diesem blieb der verhältnismäßig
kühle Oktober um 0.2° zurück. Oktober und November zeigten sehr große
Tagesschwankungen von 18.7° bzw, 19.7° (sechsjähriges Mittel 18,0° bzw. 17.5°)
und einige recht kühle Nächte von 2.0° am 6. Oktober und sogar nur 1.2° am
7. November. Der Dezember brachte dann sehr hohe Temperaturen bei fast
ständig heiterem Himmel. Geringer Regen fiel erst im Dezember.
1909. Die Monate Januar bis April hatten in diesem Jahr wesentlich stärkere
Bewölkung und infolgedessen gedämpfte Tagesmaxima der Temperatur, Es kamen
auch mehrmals Gewitter vor, doch waren die mit ihnen gefallenen Regenmengen
nicht beträchtlich. Der April zeigte noch ganz Sommercharakter. Er hatte ein
Mittel von 20.0° gegen 15.5° im April 1908. Anfang Mai gab es noch einen
guten Regen, der das Feld bis lange in den Winter ergrünen ließ. Nach dem
{etzten Sommergewitter wurde es kühler, doch war auch der Juni gegen das
mehrjährige Mittel noch mild (15.1° gegen 12.0°. Der Winter brachte nur
wenig Nachtfröste von ‚Juli bis Anfang September, Dafür aber traten häufig
im Spätwinter rauhe, bewölkte Tage mit stürmischem Westwind auf, der im
August zweimal zu schwerem Sturm anwuchs. Am 9, August war die Umgebung
von Kuibis 1 bis 2 em hoch mit Schnee bedeckt. Es war der einzige Tag in
der ganzen Beobachtungszeit, an dem eine Schneedecke lag. September
und Oktober hatten heiteres Wetter bei normalen Temperaturen. Der November
brachte endlich nach über 2!/,jähriger Pause sehr ergiebige Regenfälle, Der
letzte gute Regen war im März 1907 gefallen. Am 22. November 1909 fielen
anschließend an ein heftiges Gewitter von 14 bis 20.104 50 mm, der stärkste
Regenfall in der ganzen Beobachtungsperiode, Anschließend fielen dann
noch am gleichen und folgenden Tage bei langandauerndem ergiebigem Regenfall
21 mm. Die Monatssumme von 72 mm war die überhaupt höchste in der ganzen
Beobachtungszeit. Die Regenmenge des 22. November überstieg die ganze Jahres-
summe von 1908 um mehr als das Doppelte. Der Dezember brachte keine be-
trächtlichen Regenfälle mehr, er war aber ungewöhnlich kühl. Das Monatsmittel
blieb mit 22.4° um 2.1° gegen das sechsjährige Mittel zurück. Die Weihnachtstage
brachten eine sehr erhebliche Abkühlung bei lebhaftem Südwind. Die 14h-Tem-
peratur am 25, Dezember 1909 von 13.6° lag 19.0° unter der mittleren und ent-
sprach der eines kalten Wintertages für Kuibis,
1910. Januar und Februar brachten bei meist heiterem Wetter nur geringe
Niederschläge. Der März aber lieferte dafür am 15. nach starkem Gewitter
30 mm in zwei Stunden, dem Ende April noch einige schwächere Regen folgten.
Die Gesamtsumme der Regenzeit von 156.2 mm war zwar die größte der sechs-
jährigen Beobachtungszeit, jedenfalls aber nicht die größte für einen längeren
Zeitraum. In günstigen Jahren werden 200 mm wohl erreicht oder überschritten
werden. Der April blieb noch warm; erst das Ende des Monats brachte den