Range, P.: Das Klima von Kuibis in Deutsch-Südwestafrika, 315
Tabelle 37. Mittel des Luftdruckes (mm).
Korrektion auf 0°.
Für das Jahr 1912 sind durch die
Deutsche Seewarte die Abweichungen
der Stundenwerte des Luftdruckes vom
Tagesmittel berechnet. Sie werden in
ler Tab. 39 mitgeteilt. Die Tagesschwan-
kung des Luftdrucks ist ziemlich be-
'rächtlich, Sie beträgt im Jahresmittel
\,98 mm (im ‘Januar 2.40, im Juli 1.68).
[m Jahresdurchschnitt tritt das Maxi-
num um 99h mit einer Abweichung von
+ 0.72 vom Tagesmittel ein. Dann sinkt
ler Luftdruck mit steigender Erwär-
nung schnell und erreicht sein Minimum
ım 16h mit — 1.26. Auf ein schwaches
Nachtmaximum um 24b mit 0.49 folgt
um 4h ein sekundäres Morgenminimum,
das aber noch 0.26 mm über dem Tages-
mittel bleibt. Unter dem Tagesmittel
liegt im Jahresdurchschnitt der Luft-
druck nur von 13% bis 20h, entsprechend
der starken Luftauflockerung durch die
i9ii | 1912 | 1918 A ©
Januar... .
Februar...
März. ......
April ......
Mäi.....0.04
füni.......
Iüli........
August.....
September .
Oktober....
November...
Dezember ..
a) Mannatemm te
651.9 653,9
652.8 853.7
653.4 654.8
554.7 954,9
355.3 655.5
358.5 | 858.0
357.6 558.0
556.5 657.1
356.3 556.1
355.0 655.€
354.0 6541
Rraß 65321
653.6
552.5
653.8
554.1
354.9
357,3
556.8
555,9
354,8
355.0
3/2
BS44
653.1
658.0
654.0
554.6
655.2
657.9
557,5
656.5
655.7
655.2
654.1
653.7
Jahr...
655.0 | 655.4 | 654.8 | 655.0
7n
ah
21h
9) Terminm-”-
655.6 | 656.0
654.1 654.6
655.3 ! 655.7?
Tel,
655.4
358.9
355.0
655.7
654.2
655.2
Mittel | 655.0 | 655.3 | 654.8 ı 655.0
Tabelle 38. Mittlere und absolute Extreme des Luftdrucks.
„A ittleres
Absolutes
Minimum
Maximum
Minimum
Maximum
1911 ) 649.1 664.8
1912 650.0 661.6
1913 ! 6495 662,2 _
Mittel | 6495 | 6629 [| 648,5
648.5 (17. I) | 665.0
649.6 (28. XI.) | 662.7
648.8 (23. 11.) 662.7 ı
665.0
intensive Erwärmung am frühen Nachmittag. Die unperiodischen Schwankungen
sind gleichfalls gering, nur im Jahre 1911 waren sie etwas beträchtlicher.
Unter Berücksichtigung der sehr regelmäßigen Schwankungen läßt sich das
Aneroid in Deutsch-Südwestafrika vorzüglich zur relativen Höhenbestimmung
benutzen, wenn die Beobachtungen durch die Daten einer nicht allzuweit ent-
fernt gelegenen Station mit Quecksilberbarometer gestützt werden. Bei dem oft
ungangbaren Gelände ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil, da Siede-
apparate schlecht mitzuführen sind und auch oft im Freien nicht genügend
genaue Beoachtungen gestatten,
Im Südsommer herrscht über dem südatlantischen Ozean hoher Luftdruck,
gleichzeitig liegt über dem Landesinnern ein Tief, das sich auch in Kuibis noch
durch niedrige Barometerstände in den Sommermonaten ausprägt. Die Druck-
verhältnisse bedingen ein Abfließen der Luft nach dem Lande zu. Der starke
Erwärmungsunterschied der überhitzten Namib und der durch kaltes Auftrieb-
wasser abgekühlten Luft des Meeres nahe der Küste verstärkt sich so, daß die
Winde in Lüderitzbucht in den früheren Nachmittagstunden häufig Sturmstärke
erreichen, Dieses Abfließen kommt wohl noch in den gegen Mittag einsetzenden
westlichen Winden von Kuibis zur Geltung. Der Südwinter weist ein Hoch
über dem Innern Südafrikas auf, dessen Kern vermutlich in der mittleren Kala-
hari bei Gobabis liegt. Auf dem Ozean ist der Luftdruck relativ niedriger.
Auch die Wintermonate in Kuibis zeigen dieses Maximum deutlich. Die vor-
wiegenden östlichen Winde dieser Monate sind eine Folge der Druckverhältnisse.
Im Winter und Vorsommer setzen gelegentlich kalte stürmische West- und Süd-
westwinde ein, die auf Zyklonen zurückzuführen sind, die vom Meer her das
südliche Namaland überqueren. Auf diese Verhältnisse hat Waibel a. a. O.
hingewiesen, Die Zyklonen verursachen die gelegentlichen Schneefälle des
Winters.