312 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1942,
Plateauhöhen verhältnismäßig windstill sind. Abends und nachts weht in Kuibis
häufig der Westwind als schwacher Talwind, der kalte Nächte verursacht, da die
abgekühlte Luft der höher gelegenen westlichen Hochflächen in die Kuibisschlucht
geschleust wird. Der Westwind weht besonders regelmäßig im Vorsommer, Der
ÖOst- und Nordostwind ist dagegen warm und bringt Bewölkung, im Sommer
auch gelegentlich Regen, Im Vorsommer kann er sehr trocken sein und wirkt
dann aushagernd. Für die Station ist er ein Bergwind, der in den Morgen-
stunden am häufigsten auftritt. Sturmstärke erreicht er niemals. -In Tab, 34
sind die Windrichtungen noch nach Tages- und Jahreszeiten gruppiert.
Die Windstärke ist nur gering, 3.4 m/sec im sechsjährigen Mittel. Es wurden
Versuche gemacht, die Umdrehung des Windmotors bei der Station für Geschwin-
digkeitsmessungen des Windes durch Anbringung eines Tourenzählers nutzbar zu
machen, doch waren die Ergebnisse nicht genau genug, um hier wiedergegeben zu
werden. Außerdem ist es kaum möglich, den Windmotor bei starker Luft-
bewegung dauernd in Gang zu halten. Aus diesen Beobachtungen ging aber doch
hervor, daß die Nächte vielfach ganz windstill waren. Während einiger Monate,
nämlich von April bis Dezember 1913, war ein Anemometer am Windmotor an-
gebracht. Die Windstärke betrug nur 0.55 der auf der Hochfläche gemessenen,
d.h. wenig unter 2 m/sec im Jahresdurchschnitt. Man wird bei Aufstellung von
Windmotoren im Innern von Südwestafrika darauf achten müssen, daß sie eine
möglichst freie Lage erhalten. Das ist aber nicht immer leicht durchzuführen,
da das Grundwasser meist an tiefgelegenen Stellen erschlossen wird, die eine
windgeschützte Lage haben, Am zweckmäßigsten ist es, mit dem Windmotor
den Kompressor einer Mammutpumpe zu betreiben, da man dann den Motor an
beliebig freigelegener Stelle montieren kann. Der Gang der Luftbewegung ist
ausgesprochen kontinental: nachts geringe oder keine Luftbewegung, Maximum
am frühen Nachmittag. Die nachfolgende Tab. 35 mag das erläutern.
Tab elle 35. Windstärke nach der Beaufortskala, Mi 9 in dStärTe ehren nid
Dagegen zeigen einzelne Jahresabschnitte
zuweilen ein recht verschiedenes Ver-
halten: so betrug die Windstärke in den
Monaten Juli bis September 1908 nur 2.6,
1911 dagegen 4.4. Tab. 36 teilt die
monatliche Windstärke (Beaufort) im
sechsjährigen Mittel mit.
n . Schließlich mag noch eine Angabe
Mittel | 28 | 43 | 82 ] 84 von Gessert in der Zeitschrift „Globus“
Bd. 72, S. 297 ff, richtiggestellt werden, weil sie sich auch in der Klimatologie
von Hann, 2. Bd., S. 153, findet. Gessert will häufigere Gewitter bei Einsetzen
des Seewindes beobachtet haben. Es handelt sich wohl um Verwechslung des
Tahalla 26 Monatliche -Vindst#-"-- = £feechsiährives Mittel).
Jan. | Febr. ! März
41
"Afaı
Jun*
Okt.
Nov. | Dez, | Jahr
35 | 85 | 2.2 | 3.6 | 83.4 | 8.5 | 8.4 | 3.6 | 84 | 3.4 | 84 | 34 | 84
gegen eine Gewitterfront anwehenden Windes mit Seewind, die hier beide die
gleiche Richtung haben. Ausnahmsweise mag das vorkommen, im allgemeinen
aber bringen Seewinde keine Gewitter, wenigstens nicht im innern Namaland,
Stürme sind in Kuibis selten. Ihre Zahl betrug 1908: 4, 1909: 4, 1910: 0,
1911: 3, 1912: 5 und 1913: 0.
Die Luftdruckbeobachtungen begannen am 3. Januar 1911 mit einem
Quecksilberbarometer. Vorher waren Aneroidbarometer abgelesen und durch
Siedepunktbestimmungen kontrolliert, doch sind diese umfangreichen Zahlen-
reihen nicht ausgewertet worden. Aus der vorliegenden 3*/,jährigen Reihe von
Beobachtungen am Quecksilberbarometer geht hervor, daß die Luftdruckschwan-
kungen recht regelmäßig sind und größere Abweichungen selten vorkommen.
Die dreijährigen Monats- und Terminmittel sind in Tab. 37 zusammengestellt.