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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 70 (1942)

Range, P.: Das Klima von Kuibis in Deutsch-Südwestafrika. 8311 
August bis Anfang Oktober macht sich bisweilen eine Trübung der Atmosphäre 
bemerkbar. Das sonst so strahlende Blau des Himmels nimmt eine graublaue 
Farbe an. Das rührt von Grasbränden her, die um diese Zeit im Hereroland 
besonders häufig und ausgedehnt sind. Ihr Staub wird bei Nordostwinden nach 
Südwesten verfrachtet. 
Ein genaueres Bild der Sonnenscheindauer geben die Aufzeichnungen 
des Sonnenscheinautographen. Hann vermutet in dem angeführten Referat, daß 
die Sonnenscheindauer über 90% der möglichen Dauer beträgt. Es waren im 
im Jahre 1912, dessen Bewölkungsziffern dem sechsjährigen Durchschnitt genau 
antsprechen, 92%. Im ganzen gab es überhaupt nur 5 Tage, an denen weniger 
als 20% des möglichen Sonnenscheins gemessen wurden. Die Beziehung: Sonnen- 
scheindauer (in Prozenten der möglichen Dauer) = 100% — Bewölkung (in Pro- 
zenten) stimmt für das sehr sonnige Klima der Station Kuibis nicht (statt 80% 
ergeben sich 92%), schon weil auch bei teilweise bedecktem Himmel die Sonne 
scheinen kann. 
Nach den Extensobeobachtungen sind noch die Perioden von mindestens 
5 Tagen Dauer aufgeführt, an denen während der drei Terminablesungen gar 
keine Bewölkung beobachtet wurde (Tab, 32). 
1908 gab es nicht weniger als neun solcher Perioden, dann folgt 1910 mit 
sechs, Der sechsjährige Durchschnitt ergibt vier, Die Sonnenscheinautographen- 
streifen wurden daraufhin durchgesehen. Auf ihnen sind die Perioden mit 
mindestens 7 Tagen ständigen Sonnenscheins viel häufiger (für die Beobachtungs- 
zeiträume Mai 1913 bis April 1914 13 gegen 3 an den Terminen). Bei kürzerer 
Bewölkungsdauer wirkt die Sonneneinstrahlung auf den Papierstreifen noch nach. 
In sehr sonnigen, warmen Klimaten gibt der Sonnenscheinautograph danach wohl 
etwas zu hohe Werte, Der ständige Sonnenschein in Verbindung mit der trockenen 
Luft und Höhenlage bedingt also sehr hohe Werte der Insolation, wie schon 
hervorgehoben wurde. Als Versuchsland für Maschinen, welche die Gewinnung 
von Sonnenstrahlung zu Kraftzwecken beabsichtigen, kommt Südwestafrika mit 
seinen relativ hohen Temperaturen und dem fast immer heiteren Himmel in 
erster Linie in Frage. Sie könnten als Kraftquellen zur Wasserhebung sicherere 
Verwendung finden, als der unzuverlässige Windmotor, dem oft gerade dann, 
wenn er gebraucht wird, der nötige Wind fehlt. 
8. Wind und Luftdruck. 
Die Luftbewegung ist in Kuibis nicht stark. Eigentlich gibt es nur Winde 
von Osten und Westen, Berg- und Talwinde, Winde aus dem Innern oder vom 
Meer. Die Station liegt in einem Talkessel. Die Windfahne und das Anemo- 
meter wurden daher auf dem südlichen Steilhang 40 m über der Talsohle an- 
gebracht. Bei den ziemlich unregelmäßigen Geländeformen werden die Wind- 
richtungen etwas abgelenkt. Südwest und Nordost sind die häufigsten Wind- 
richtungen (Tab. 33). 
Die westlichen Winde bringen selten Regen, nur gelegentlich im Winter bei 
stürmischem Wetter. Da die meteorologische Station Kuibis schon 400 m unter 
der Kammlinie des westlichen Hochplateaus liegt, sind sie zumeist bereits relativ 
trocken. Das sehr trockene Jahr 1908 zeigte ein starkes Überwiegen der Winde 
aus westlicher Richtung. Bei längerem Wehen bringen sie regelmäßig Abküh- 
lung, die bei großer Windstärke erhebliche Ausmaße erreichen kann... Besonders 
tiefe Temperaturen bringt der Südwest- und Südwind. Allgemein werden die 
Westwinde Seewinde genannt, sie sind aber im strengen Sinne keine täglichen 
Seewinde. Diese kommen bei 175 km Luftlinienentfernung vom Meer und 1300 m 
Meereshöhe, der im Mittel 1700 m hohe Hochflächen vorgelagert sind, nicht mehr 
zur Geltung. Der tägliche Seewind der Küste reicht nur 20 bis 40 km landein- 
wärts. In der Namib wehen häufig schwache Winde vom Steilrand herab, und 
erst in größerer Höhe im Bergland von Aus und Kubub stellt sich wieder west- 
licher Wind ein, der hier meistens aus Südwesten weht. Andererseits wehen von 
den westlichen Hochflächen des Huibplateaus Westwinde in die stark über- 
hitzte Niederung des Konkiptales bei Bethanien hinein, während beiderseits die
	        
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