310 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1942.
Regenmesser nicht erfaßt wurden. Wie gering überhaupt die Zahl der Regen-
stunden im Jahr ist, zeigt Tab. 29, die mit größtmöglichster Genauigkeit aus
jen Extensobeobachtungen ausgezogen ist. Aus der Zusammenstellung geht
hervor, daß im Mittel auf das Jahr nur 43 Regenstunden fallen, d.h. daß es an
jedem Regentag durchschnittlich etwa eine Stunde regnet. Der Regen fällt meist
am Mittag und in den ersten Nachmittagstunden und dehnt sich bisweilen bis
in die Nachtstunden aus, Während der drei Jahre 1911 bis 1913 ist die Regen-
menge um 7b und 19" gemessen worden. Aus Tab, 30 geht hervor, daß 25%
nachts und 75% tags fallen; von diesen 75% mindestens %/, in der Zeit von
12h bis 19h, Die Regenwahrscheinlichkeit nach Tagesstunden ist also der frühe
Nachmittag, nach Monaten die Monate November bis April, in denen 90% der
Jahresmenge fallen. Aber auch in dieser Regenzeit regnet es weit weniger als
in Mitteleuropa im trockensten Sommer. Es ist eine Zeit, in der es manchmal
regnen kann, während die übrigen sieben Monate nahezu ganz trocken sind,
Hagel wurde dreimal beobachtet (1911, 1912). Die Hagelschläge waren
nicht schwer, so daß eine Schädigung der Gartenkulturen kaum eintrat. Die
Wirkung der schweren Regengüsse kann viel schädlicher werden. Graupeln
zab es im August 1911 und Juli 1912 je einmal, Schnee fiel in zwei Jahren,
1909 und 1911. Am 9. Juli 1909 war morgens die Umgebung der Station 1 bis
2 em hoch mit Schnee bedeckt, der nachts bei heftigem Weststurm gefallen
war. Am 5. August 1911 fielen kurze Schneeschauer mit Regen vermischt bei
starkem Westwind. Wäre nicht der Winter im inneren südlichen Namalande
nahezu niederschlagsfrei, so würden Schneefälle viel öfter auftreten; denn bei
der beträchtlichen Höhenlage sind sie durchaus zu erwarten. In Palästina, das
atwa dieselben Wintermittel hat, schneit es in jedem Jahr mindestens einmal
ausgiebig im Hochland von Judäa. Das den Winterregen ausgesetzte Bergland
von Kubub und Aus, 60 km westich von Kuibis, hat fast in jedem Jahr einen
argiebigen Schneefall. Bei Schakalskuppe, 30 km westlich von Kuibis, 1500 m
hoch gelegen, maß ich am 9. Juli 1909 30 cm Neuschnee, das Temperatur-
minimum sank dort.bis — 11°.
7. Bewölkung und Sonnenscheindauer.
Die Bewölkung ist außerordentlich gering und erreicht nur in den Sommer-
monaten etwas größere Werte. Sie ging im Höchstmaß um 14% nur wenig über
die halbe Bedeckung des Himmelsgewölbes hinaus, im Juli 1908 waren die
Abende stets wolkenlos. Das hängt mit der Lage der Station am Osthange des
Huibplateaus zusammen. Wasserdampfführende Winde nehmen, wenn sie von
dem etwa 1600 bis 1800 m hohen Steilland in die geringere Meereshöhe von
1300 m hinabsteigen, Föhncharakter an, so daß nur. eine schwache Bewölkung
zu erwarten ist. Andererseits reicht, wie schon erwähnt, die Gewitterbildung im
Südsommer selten so weit nach Westen, daß die Station mit einbezogen wird.
Tabella 81. Sechsjährige Mittel der Bewölkung
JT>n.
a:
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Ir | Nor. | Dez. 1 Jahr
1.6
2.4
20
26 | 8.0 | 26 | Zi | 16 | 15 1 000 | u. 0 1 25 125] 2.09
Daß der Himmel an allen drei Beobachtungsterminen eines Tages völlig
bedeckt war, kam nur äußerst selten vor, im ganzen in den fünf Fällen:
1908: 27, Juli®%; 1910: 28. April, 9. Juni, 25. November?); 1912: 11, Mai?).
Durch Beobachtungen zwischen den Terminen konnte festgestellt werden,
daß an drei von diesen Tagen die Sonne noch eine kurze Zeit geschienen hatte,
so daß nur zwei völlig bedeckte Tage im sechsjährigen Zeitraum übrigbleiben,
Eine so geringe Zahl ist selbst im sonnigen Südafrika eine Ausnahme. Ende
1) Das 18jährige Bewölkungsmittel in Windhuk (Zellea. a, 0.) ist 2.7. — ?) Kurze Sonnen-
scheindauer außerhalb der Termine.