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Full text: 70, 1942

2390 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1942, 
Wegen des Einflusses auf die Kulturvegetation — die Wildpflanzen sind 
ziemlich unempfindlich — interessieren besonders die Nachtfröste. Obwohl 
diese in den Morgenstunden recht derb auftreten können, hält die Dauer der 
Temperatur unter 0° nur wenige Stunden an. Der 21h-Wert des trockenen und 
feuchten Thermometers lag in der ganzen Beobachtungszeit niemals unter 0°. 
Der Frost tritt erst nach Mitternacht ein und weicht stets spätestens eine Stunde 
nach Sonnenaufgang. Besonders schädlich sind die Frühjahrsfröste. Doch lassen 
sich, ähnlich wie in Kalifornien, wertvolle Kulturen durch Rauchentwicklung 
schützen, da die Zeitdauer der gefährlichen Temperatur nur kurz ist. Die 
äußeren Zeitgrenzen, in denen Frost und Reif auftraten, waren in den Jahren 
1908 bis 1913 folgende: 
Tabelle 2. 
Jahr 
Frost 
Bodenfrost 
Reif 
aa} 
10. April 6. Oktober 
LO. August {nur einmal) 
5. Juni 28. September 
»7, Mai 3. 
mn Ye » 
—_ 7 La +4 2 
Mittel | 10. Juni ! 26. August | 28. April | 4. Oktober [| 28.Mai | 18. September 
‚908 
1909 
[910 
In{] 
‘n419 
[918 
‚9. Anti. 
RR Öuli 
© Jur 
* August 
September 
; August 
September 
x TE 
Im Durchschnitt sind also 288 Nächte frostfrei, während nur 252 ohne Reif bleiben. 
Reif tritt durchaus nicht in jeder Frostnacht auf, da der Taupunkt nicht immer er- 
reicht wird. Es reift aber auch gelegentlich, wenn die Temperatur in der Wetterhütte, 
1.5 m über dem Erdboden, noch nicht 0° erreicht hat, weil die Ausstrahlung bei 
der klaren, ruhigen Luft am Boden viel Tabelle 3 
tiefere Temperaturen verursacht als in ; 
1.5 m Höhe, 207 Nächte, in der aller- 
dings nur 2'/, Jahre dauernden Beobach- 
tungszeit hatten im Durchschnitt keine 
Bodenfröste. Die Zahl der Frosttage 
(Minimum unter 0°) geht aus Tab. 3 
hervor. In ihr sind auch die Anzahl 
der Sommertage (Maximum über 25° 
bis 30°!) und Tropentage (Maximum 
über 30°)1) zusammengestellt worden. 
Die Monats- und Jahresmittel der Temperatur an den Beobachtungsterminen 
um 7, 14 und 21% finden sich in der Tab. 4. Als 6jährige Mittel ergeben sich: 
Uhrzeit 
Jan. 
Der 
= 
]i 
Aug, ı Sent. 
Okt. 
Nov. 
Dez.‘ Jahr 
20.0 13.9 
31.0. 25.5 
21h . 23.0 220 215 er *1.1 — . _ LO 17.5 
Mittel? | 246 | 24.1 | 22.4 | 185 | 15.2 | 12.0 | 77.7 | 12.7 | 16.4 | 19.6 | 21.7 | 24,5 | 18:6 
Ein noch eingehenderes Bild des Temperaturganges liefern die Abweichungen 
der Stundenwerte der Temperatur vom Tagesmittel, die für das Jahr 1911 in 
der Tab. 5 mitgeteilt werden, Bei dem ziemlich gleichmäßigen Gang in den ver- 
schiedenen Jahren dürften sie genügend Allgemeingültigkeit besitzen, 
Aus der Tab. 5 ergibt sich eine mittlere jährliche Amplitude zwischen 6b 
und 14h von 12,7% Diese Schwankung muß natürlich geringer sein als die- 
jenige zwischen mittlerem Minimum und Maximum. Entnimmt man die Differenz 
zwischen 7% und Minimum für das Jahr 1911 den Tab. 1 und 4, so erhält man 
-+2.8° für 7b, Für 14b ist der Unterschied gegen das mittlere Maximum — 1.0°. 
Zusammen ergibt dies eine Amplitude von 16.5% Beobachtet wurde in dem 
') Entgegen der sonst üblichen Bezeichnung, nach der Sommertage ein Maximum > 25° 
und Tropentage ein Maximum > 890° besitzen. — ?) Mittel aus 7-+14+2.21
	        
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