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Full text: 70, 1942

Lütjen, J.: Eine neue Zeit-Azimut- Tafel, 283 
Durch Anwendung der Napierschen Regel auf das Dreieck ZMG ergibt sich 
für die Berechnung des Azimuts die Formel 
cotg Az. = cos (p + U) -tang P. (1) 
Für die darin vorkommenden Hilfsgrößen U und P erhält man aus dem 
Dreieck GMP die Formeln 
tang U = cost - cotg ö und cos P=sint-cos 6. (3) 
Die Tafelwerte der Tafeln 1a und 1b sind nach den Formeln 2 und 3 be- 
rechnet, während der Tafel 2 die Formel 1 zugrunde liegt. Tafel 1a gibt im 
oberen Teil die Werte U und P für die ganzgradigen Abweichungen von 0° bis 29° 
und für die Stundenwinkelwerte von 4 zu 4 Minuten zur Bestimmung des Azimuts 
von Sonne, Mond und Planeten. Der untere Teil der Tafel 1a enthält die Werte U 
und P für die Abweichungen der hellsten Fixsterne und des Nordsterns. Dabei 
sind links und rechts am Rand statt der Abweichungen die Namen der Sterne 
und in Klammern dazu die Namen der Abweichungen eingefügt. Nachfolgende 
Liste enthält die in die Tafel 1a aufgenommenen Fixsterne und die vom Ver- 
fasser bei der Berechnung von U und P benutzten Werte der Abweichung. 
3Centauri... 60° 88 
1? Centauri .. 60° 38’ 8 
Dubhe.,.... 682° UN 
ıCrueis..... 62°48'8 
z Triang. austr. 65° 536’ S 
ZArgus ..... 69°30 SS 
Nordstern... S4°© ON 
(2) 
e Orionis ... $ 
Procyon ... 920 
Bellatrix .... 318 N 
Beteigeuze .. °24'N 
Rigel....... 5°158 
Atair ....... 5°4 | 
Spica......, 10° 51 
Regulus .... 12°12 
Aldebaran. ., 69251 
y Geminorum 6925 N 
Sirlus .. g 
Arkturus., . 
Antares ,.... 
Pollux ...... 
Tauri ..... 
e Can. Maj... 
Tomalhaut .. 
Sagittar. .. 
;Scorpil .... 
Wega,  . 
„5901 
de 39 
0027 Ss 
8 Ei 
SE, ON 
3 
wo 4 
Deneb.... 15° 6. 
OCapella ...., 15°57'N 
Benetnasch. 19°34'N 
z Persci ... 19° 40 N 
Yanopus .... 32°4Y SS 
lioth...... 56°15'N 
Orucis..... 56° S 
ehernar ... 7°30 8 
sArgus..... 59°23 8 
3Crueis..... 59°23 85 
Um die Tafelwerte für mehrere Jahrzehnte benutzen zu können, ist bei der 
Wahl der Abweichungen den jährlichen Änderungen dieser Größen in gewissem 
Umfange Rechnung getragen worden. Bei der Bestimmung des Azimuts der 
hauptsächlichsten Fixsterne ist somit ein Interpolieren für ö nicht nötig. 
Tafel 1b gibt die Werte U und P für alle ganzgradigen Abweichungen von 
29° bis 90° und für die Stundenwinkelwerte von 4 zu 4 Minuten. Auf diese Tafel 
sollte mit Rücksicht auf einige mit der Tafel zu lösende Nebenaufgaben nicht 
verzichtet werden. Zugleich besteht damit die Möglichkeit, auch für alle übrigen 
Fixsterne das Azimut zu bestimmen, 
Die Tafeln 1a, 1b und 2 beanspruchen in der vom Verfasser gewählten Ausfüh- 
rung einen Umfang von je 10 Seiten*). Die Tafel ermöglicht somit bei geringem Um- 
fang (30 Seiten) die Bestimmung des Azimuts für alle Deklinationen und alle Breiten. 
Wegen der besonderen geometrischen Bedeutung der Hilfsgröße P als 
sphärischem Abstand des Gestirns vom Ost- bzw, Westpunkt läßt die Tafel die 
Lösung einer Reihe von Nebenaufgaben zu, 
Steht das Gestirn im wahren Auf- oder Untergang, so wird, wie aus der 
Abbildung unmittelbar ersichtlich, die Größe P gleich der Amplitude des Gestirns 
1) Von jeder der Tafeln ist hier unter Weglassung der rechten Randspalte eine Seite wiedergegeben, 
bei den Tafeln 1a und 1b war außerdem mit Rücksicht auf das Formut dieser Zeitschrift eine Kür- 
zung im unteren Teil der Seiten geboten. Ein anderer Auszug aus Tafel 2 findet sich im Rahmen 
des eingangs erwähnten Aufsatzes, Wegen der geringen Anderungen der Tafelwerte der Tafel 2 in 
Abhängigkeit von kleinen Werten von @ + U lassen sich die ersten 4 Seiten der Tafel 2 (Eingänge 
für 9 -— U von 0° — 36°) ohne Nachteil auf 2 Seiten unterbringen. Wenn außerdem auf die Lösung 
der Nebenanfgaben verzichtet wird, so kann Tafel 1b in Fortfall kommen, womit dann eine reine 
Azimuttafel zur Bestimmung des Azimuts von Sonne, Mond, Planeten und der hellsten Fixsterne 
entsteht, deren Umfang (18 Seiten) dem der ABC-Tafel in den Naut. Tafeln von Fulst gleichkommt, 
Ein Vergleich der Formeln (1) und (2) ergibt noch die Möglichkeit, Tafel 2 ganz zu sparen und 
das Azimut mit Hilfe von Tafel ] zu bestimmen. Das kann so geschehen: mit @ + U (statt t) und 
90°—P (statt 6) entnimmt man unter U das Komplement des Azimuts, oder vielleicht besser so: mit 
p + U (statt t) unter U den Wert 90°—P aufgesucht, ergibt unter d das Komplement des Azimuts. Dazu 
wäre dann aber zweckmäßig gewesen, in Tafel 1 P durch sein Komplement und die Werte am rechten 
Rand durch ihre Komplemente unter der Spaltenüberschrift Az, zu ersetzen. Hier ist vor allem aus 
Gründen der Übersichtlichkeit und mit Rücksicht auf die Sicherheit des Ergebnisses von dieser Mög- 
lichkeit kein Gebrauch gemacht worden, sie mag aber von Interesse sein für alle Benutzer der F-Tafel, 
Hinzugefügt sei weiter, daß man das Komplement des Azimuts auch der Spalte Gr. d der Tafel FI 
Jer F-Tafel mit den Argumenten @ + U (statt } und P (statt & oder 6 oder h) entnehmen kann,
	        
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