accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 70, 1942

274 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1942. 
der Schicht konstanter dynamischer Tiefendifferenz zusammen, Auf diese Zu- 
sammenhänge soll später bei der Untersuchung des vertikalen Aufbaus näher 
aingegangen werden. 
5. Die Überführung der relativen Topographien in die absoluten. 
Bei örtlich veränderlicher Tiefe der dynamischen Bezugsfläche ist die Über- 
führung der relativen Topographien in die absoluten nicht in der einfachen 
Weise möglich wie im Falle einer Bezugsfläche konstanter Tiefenlagel)., Um die 
Topographie des physikalischen Meeresniveaus bzw. einzelner Druckflächen im 
Meer bei veränderlicher Bezugsfläche abzuleiten, ist es nötig, Einzeldifferenzen 
der dynamischen Höhen oder Tiefen über bzw, unter der Bezugsfläche in ge- 
aigneter Weise aneinanderzukoppeln. 
Bei der Berechnung der absoluten Topographien bestimmter Druckflächen 
im Atlantischen Ozean hat A. Defant (+) folgenden Weg eingeschlagen. Für 
drei benachbarte Stationen, die zusammen ein Dreieck bilden und in nicht zu 
zroßer Entfernung voneinander liegen, ermittelt man zuerst die mittlere Lage 
der Bezugsfläche auf den drei Seiten des Dreiecks und bestimmt in der üblichen 
Weise die dynamischen Höhen bzw. Tiefen einzelner isobarer Flächen über bzw. 
unter der auf der entsprechenden Dreiecksseite vorhandenen mittleren Bezugs- 
tiefe. Dann bildet man die Differenzen der dynamischen Höhen bzw. Tiefen für 
die zwei Stationen einer jeden Dreiecksseite und koppelt diese Differenzen an 
den als gegeben angenommenen Ausgangswert der Station 1 des Dreiecks an. 
Bei einem solchen Umlauf um ein Dreieck müßte man mit dem Endwert dieser 
drei aneinandergekoppelten Niveauunterschiede wieder auf den Ausgangswert bei 
Station 1 zurückkommen, was aber meistens nicht der Fall sein wird, wenn die 
Tiefe der Bezugsfläche zwischen den Stationen veränderlich ist. Dieser Schluß- 
fehler in den Niveaudifferenzen muß für jedes einzelne Dreieck ausgeglichen 
werden, denn an die eben bestimmten absoluten Höhenunterschiede der drei 
Stationen schließen sich neue Dreiecke an, die in ähnlicher Weise behandelt 
werden. Zur Ausgleichung dieser Dreiecksfehler könnten die in der praktischen 
Geodäsie üblichen Methoden angewandt werden, was aber die an sich schon sehr 
langwierige und umfangreiche Rechenarbeit dieses Kopplungsverfahrens be- 
trächtlich erhöhen würde. Je kleiner die Dreiecke und je geringer die Tiefen- 
änderungen der dynamischen Bezugsfläche sind, um so genauer wird die Berech- 
nung der absoluten Topographien der Druckflächen ausfallen, 
Bei einem Dreiecksnetz im östlichen Teil des Schwarzen Meeres ergab sich nach 
Anschluß von etwa 20 Stationen bei der Rückkehr zum Anfangswert ein Fehler von 
+ 8.5 dyn.cm; eine Schleife im westlichen Becken gab einen Fehler von — 2.5 dyn. 
em. Zwischen einzelnen Stationen bestand also eine Differenz von 6 dyn. cm, das 
ist ein Fehler, der im Schwarzen Meer nicht mehr zu vernachlässigen ist. Solche 
Fehler müßte man nun dadurch beseitigen, daß die ganze Rechnung wiederholt 
wird und die einzelnen Dreiecksfehler in anderer Weise aufgeteilt werden, was 
aber immer etwas willkürlich bleibt. Vielleicht liegen im Schwarzen Meer die 
Verhältnisse besonders ungünstig, da die Bezugsfläche in Küstennähe relativ 
großen Tiefenänderungen ausgesetzt ist, und. besonders im westlichen Becken das 
Stationsnetz nicht gerade sehr dicht ist. Obwohl mehr als !/, aller Dreiecke den 
Fehler Null hatten, traten doch bei einer ganzen Anzahl größere Differenzen 
(bis 5.0 dyn. cm) auf, die eine Weiterkopplung ungenau machen können, wenn 
sie sich nicht zufällig aufheben sollten. Der endgültige Wert der Abweichung 
der isobaren Flächen vom Geoid wird als Mittelwert aus einer größeren Anzahl 
von Einzelwerten bestimmt, wie sie sich bei den verschiedenen Dreiecksumläufen, 
die die betrachtete Station enthalten, ergeben, Aber dieser Mittelwert bietet 
noch keine Garantie für Zuverlässigkeit, da es ganz darauf ankommt, wie oft 
und von welchen Anschlußstationen aus der betreffende Wert berechnet werden 
konnte. 
1) Liegt die Bezugsfläche in konstanter Tiefe, dann sind die Differenzen der dynamischen Höhen 
auch zugleich Niveauunterschiede des physikalischen Meeresniveaus bzw, bestimmter Druckflächen, und 
25 besteht weiter keine Schwierigkeit, die Topographie der Druckflächen durch Isolinien darzustellen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.