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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 70 (1942)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1942. 
Bei der Untersuchung von P,; und damit von P,, macht sich schon der 
Umstand störend bemerkbar, daß die Anzahl der Zyklen mit zehn zu klein ist, 
um noch durch Ausgleichung u. ä. alle störenden Einflüsse beseitigen zu können. 
Für die Diskussion von P,; standen zwar noch weniger Zyklen zur Verfügung, 
die Verhältnisse lagen dort aber etwas einfacher. Dazu kommt, daß die Länge 
der Perioden nicht genau 16 Jahre zu sein scheint. Wenn man nämlich die 
Reihe der kalten und strengen Winter von Kratochwill®) nach einer 16jährigen 
Periode aufteilt, so zeigt sich im Laufe der Jahrhunderte eine Verschiebung der 
Extreme derart, daß man auf eine Periodenlänge von 15.847 Jahren == 15 Jahren 
10 Monaten 9 Tagen + 10 Tagen schließen muß. 
Über die 5.33jährige Periode hinaus scheint auch noch eine Periode vor- 
handen zu sein, die sich in 16 Jahren 10mal wiederholt, also 19.2 Monate lang 
ist. Sie führt dazu, daß der zeitliche Ablauf der 5}jährigen Welle nicht aus 
einem glatten Wellenzug mit einem Maximum und einem Minimum besteht, 
sondern daß den Hauptextremen noch je zwei Nebenextreme beigegeben sind, 
die nicht äquidistant sind. Diese Nebenextreme sind nicht ein Effekt der Jahres- 
zeiten, wie sich durch folgendes Verfahren zeigen läßt. Die 5}jährige Periode 
besteht aus 64 Monaten oder 64 Phasen. Fällt in einer Periode der Januar auf 
die 1., 13., 25. usw. Phase, so fällt er in der darauffolgenden Periode auf die 
9, 21. usw. und in der dritten auf die 5., 17. usw., um in der vierten Periode 
wieder ebenso zu liegen wie in der ersten. Man kann sich also schon lediglich 
aus den Januarwerten, die unter sich vergleichbar sind, eine Darstellung von 
P,, zusammenstellen, die aus den Phasen 1, 5, 9, 13, 17, 21 ... besteht. Auch 
diese homogene Darstellung zeigt die ungleichmäßige Drittelung von P,, in 
allen den Monaten, in denen eine beachtenswerte Amplitude besteht. Es gelingt 
dagegen nicht, eine Periode kleiner als 5} zu finden, die die Drittelung von P,, 
hinreichend erklärt, auch die 19.2monatige nicht, die eine viel zu kleine Amplitude 
hat. Es wurden weiter ohne Erfolg untersucht Perioden der Längen 8, 8%, 16, 
17%, und 21 Monate; alle ergaben jedoch zu kleine Amplituden, um als reell 
angesehen werden zu dürfen, 
Die 16jährige Periode und ihre ersten Oberschwingungen, die 8-, 54- und 
4jährigen Perioden geben also noch manche Rätsel zu lösen auf. Es sei in 
diesem Zusammenhang noch einmal daran erinnert, daß P,; eine große Amplitude 
und einen kleinen m. F, der Amplitude aufweist, so daß man die oben auf- 
gezeigten Schwierigkeiten bei der Deutung und Analyse dieser Periode nicht 
einfach als zufälliges Zusammentreffen verschiedener unperiodischer oder P;,e- 
fremder Einflüsse abtun darf. 
Zusammenfassung einiger Charakteristika der besprochenen Perioden. Auf 
bestimmte Epochen scheinen P,, P; und P,; beschränkt zu sein, und zwar P, auf 
die Zeiten großer Sonnenfleckenaktivität, d, h. vor 1800 und etwa 1833 bis 1875, 
während P, und P,, in der ganzen zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts 
gut ausgeprägt waren. In der Zeit vor dieser Epoche scheint P,; etwas länger, 
nach 1895 etwas kürzer als acht Jahre gewesen zu sein. Im Gegensatz dazu 
ist die Periodenlänge von P, und P,; sehr exakt fünf bzw. sechs Jahre, so daß 
auch die Vielfachen davon deutliche Periodeneigenschaften zeigen, 
Alle besprochenen Perioden sind in der kalten Jahreszeit stärker ausgeprägt 
als in der warmen; bei manchen, z. B. bei P, und P,g, ist der Unterschied der 
Sommer- gegen die Winteramplitude sehr erheblich, Dagegen sind P, und P,, 
auch im Sommer verhältnismäßig gut vorhanden, ebenso P‚g. 
Alle Perioden, die durch einen glatten Linienzug dargestellt werden können, 
sind unsymmetrisch, d. h. der Linienzug ist schief. P,, P., P,, und P,; zeigen 
einen kurzen steilen Anstieg zum Maximum und einen flachen allmählichen Abfall 
zum Minimum. Die 26monatige Periode zeigt dagegen nach einem langen unregel- 
mäßigen Temperaturanstieg einen äußerst steilen Temperatursturz, wie wir ihn 
erst kürzlich vom Dezember 1941 zum Januar 1942 erlebt haben. Dieser Tempe- 
ratursturz ist nur dann deutlich, wenn er in die kalte Jahreszeit fällt. 
(Fortsetzung folgt.) 
£. Kratochwill, Über kalte und strenge Winter in Mitteleuropa, Met. Ztschr. 1940, S, 420.
	        
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