accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 70, 1942

D54 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1942, 
26monatigen Zyklen fällt die gleiche Phase wieder auf den gleichen Monat. Da 
sich die 12 Monate schon nach sechs Zyklen wiederholen, kann nicht jeder 
Kalendermonat auch auf jede Phase fallen, sondern nur auf jede zweite. Bei 
fortlaufender Numerierung der Phasen richtet man es zweckmäßigerweise so ein, 
daß auf eine Phase mit gerader Ordnungszahl auch alle Monate mit gerader 
Ordnungszahl entfallen, z.B. können auf die 14. Phase Februar, April, Juni usw. 
fallen, aber nicht März oder September. 
Trägt man sich hintereinander die Mittelwerte aller Monatsmittel des 13jäh- 
rigen Zyklus auf, so sieht man nichts von einer 26monatigen Periode, weil die 
Wintermonate vollkommen das Bild beherrschen, so daß alle Extreme auf den 
Winter fallen. Genaueres Zusehen zeigt aber, daß alle Jahreszeiten zwar nicht 
mit dem gleichen Betrag, wohl aber in der gleichen Richtung reagieren wie der 
Winter, ein Umstand, der für die Rechnung und Awendung der Ergebnisse sehr 
angenehm ist, aber von vornherein nicht zu erwarten war. Allerdings ist es 
mit Hilfe der hier zugrunde gelegten Jahresmittel schwer, Einflüsse zu finden, 
die im Sommer den umgekehrten Effekt hervorrufen wie im Winter — also 
z. B. Zirkulationsschwankungen —, weil sich ein großer Teil des Effekts, vielleicht 
sogar der ganze weghebt. 
Die erste Aufgabe ist nun, die verschiedenen Kalendermonate auf gleiche 
Größenordnung zu bringen. Das geschieht einfach dadurch, daß für jeden Monat 
die Summe der Absolutbeträge der schon berechneten Abweichungen vom 
Normalen gebildet wird. Diese Summe teilt man durch irgendeine Zahl, z. B. durch 
die höchste der Abweichungssummen oder durch 1, und hat nun die Divisoren, 
durch die man jede Abweichung des zugehörigen Monats teilen muß, um nachher 
alle Abweichungen miteinander vergleichen zu können. Damit verlieren die Ab- 
weichungen allerdings die Dimension °C; sie sind jetzt nur noch Relativzahlen. 
Diese Relativzahlen tragen wir wieder durch den ganzen 13jährigen Zyklus 
hindurch auf, finden aber eine 26monatige Periode nur ganz schwach ange- 
deutet. Aber auch bei den anderen Perioden haben wir die „reine“ Form erst 
durch mehr oder weniger starke Ausgleichung gewonnen. Also gleichen wir 
auch hier etwas aus, und zwar addieren wir zu jedem Wert seinen zeitlichen 
Vorgänger und Nachfolger sowie die nächstliegenden Werte der beiden Nachbar- 
phasen. Diese nächstliegenden Werte liegen eine Phase zurück und einen 
Kalendermonat vor oder eine Phase vor und einen Kalendermonat zurück, 
Durch Nachrechnen möge sich der Leser davon überzeugen, daß man, wenn man 
den gleichen Kalendermonat in den Nachbarperioden sucht, schon zwei Phasen 
vor- oder zurückgehen muß, um auf einen Wert zu stoßen. Ein Beispiel möge 
das erläutern: Die 21, Phase, die mit dem Juli zusammenfällt, soll ausgeglichen 
werden, Die Relativzahlen in der Umgebung des fraglichen Wertes lauten: 
Der zu + 1.2 gehörende ausgeglichene 
Wert ist dann + 1.2 + 1.4 -+ 0.6 + 1.6 
— 0.3 = + 4.5, den wir nicht durch 56 
. zu teilen brauchen, weil er auch nur 
„0.7 relativ ist, 
= Die Reihe der auf diese Weise aus- 
+05 geglichenen Werte wird von Abb. 9 
wiedergegeben, Von den sechs im 
Laufe von 13 Jahren zu erwartenden Perioden zu je 26 Monaten sind drei sehr 
deutlich ausgeprägt, während die andern drei nur gerade eben angedeutet sind, 
Das dürfte damit zusammenhängen, daß die Maximalphasen jedesmal auf andere 
Kalendermonate fallen. Man sieht schon in der Abb. 9, daß die 26monatige Periode 
wie auch die anderen bisher besprochenen unsymmetrisch ist, so daß bei ihr das 
Minimum dem Maximum im Abstand von etwa einem halben Jahr folgt. Man 
kann der Abb. 9 entnehmen, daß diejenigen Perioden gut ausgeprägt sind, bei 
denen das Maximum in die warme, das Minimum in die kalte Jahreszeit fällt. 
Die 26monatige Periode verstärkt also den Jahreszeiteneffekt, wenn ihre Extreme 
in der gleichen Richtung wie die Jahreszeiten wirken, läßt dagegen den jahres- 
zeitlichen Effekt unberührt, wenn ihr Vorzeichen von dem der Jahreszeit abweicht.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.