Meinardus, W.: Die bathygraphische Kurve des Tiefseebodens usw. 241
Traberts in sein klassisches Werk über die Entstehung der Kontinente und
Ozeane übernommen und auch in den weiteren Auflagen desselben bis zur letzten
(1929) beibehalten, obgleich er in dieser selbst ausdrücklich hervorhebt, daß die
zugrunde liegenden Werte überholt wären und durch die von ihm angeführten
Kossinnaschen ersetzt werden müßten. Es kam jedoch Wegener bei seiner
Diskussion der Häufigkeitskurve gewiß mehr auf deren doppeltgipfeligen Verlauf
an, der sie von der in seine Figur eingezeichneten reinen Zufallskurve nach dem
Gauss’schen Fehlergesetz unterscheidet, als auf die absoluten Werte der Abszissen,
Da diese indessen durch richtigere
ersetzt werden können, so sollte
die neue Verteilungskurve an ihre
Stelle treten. Ich habe diese nun
in doppelter Form gezeichnet (siehe
Figur 5), erstlich mit den prozen-
tischen Arealen der 1000 m-Stufen
und dann noch wieder mit denen
der 500 m-Stufen, die in kleinerem
Maßstab auch in Figur 4 erscheinen.
Die Intervalle von 100 m zu neh-
men, wie es Trabert und mit ihm
Wegener vorgezogen haben, er-
scheint mir unzweckmäßig, da es
gine starke Interpolation der Werte
voraussetzt und diese sehr klein
ausfallen, nämlich für die beiden
Maxima der Kurve kaum 3%.
Vergleicht man die beiden
„Arealverteilungskurven“ in Fig, 5
miteinander, bemerkt man, daß das
500 m-Intervall sein oberes Maxi-
mum mit 16% in +100 m erreicht,
während das 1000 m-Intervall es
mit 25% auf -} 300 m verlegt.
Diese Verschiebung rührt daher,
daß bei letzterer die nächst nie-
drige 1000 m-Stufe von + 700 bis
— 300 m, deren Mittelwert + 200 m
ist, bereits über den Schelf auf den
{lächenärmeren Kontinentalabhang
hinübergreift und so an Fläche dem
Stufenareal von + 800 bis — 200 m
(Mittelwert + 300 m) nachsteht.
Noch mehr ist das bei der nächsten 1000 m-Stufe von + 600 bis — 400 m (Mittel-
wert + 100m) der Fall, sie hat nur noch ein Areal von 23.4%. Die 500 m-Stufen
von + 400 bis — 100 m und von + 300 bis — 200 m (Schelfrand) ergeben als
Maximalwert der 500 m-Stufen beide 16%. Seine Mittellage ist daher + 100 m.
Dieses Niveau stimmt übrigens auch mit dem von Trabert und Wegener an-
genommenen überein.
Hinsichtlich des unteren Maximums der 500 m-Stufen ergibt sich in der
Lage ein geringerer Unterschied gegen die 1000 m-Stufen. Letztere haben ihr
größtes Areal mit 28% zwischen 4400 und 5400 m Tiefe (Mittelwert 4900 m), für
die 500 m-Stufen liegt es mit 13% bei 4950 m. Trabert hatte hierfür die Tiefe
4800 m und Wegener 4700 m angenommen. Nach unserer Berechnung liegt das
Maximum also um 100 bis 150 m bzw. 200 bis 250 m tiefer. Um so viel ver-
zrößert sich daher auch der Höhenunterschied zwischen den beiden bevor-
zugten Niveaus der Erdkruste, er beträgt nach der Darstellung der 500 m-Stufen-
areale nahezu 5000 m.
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