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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 70 (1942)

234 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1942. 
hat (s. Figur 1 und Tab. 1). Die empirische Verteilungskurve fällt dagegen von 
ihrem Maximum bei rund 5000 m steil ab. In dieser durch die Kurven deutlich 
veranschaulichten Verschiedenheit der beobachteten und der durch die Parabel 
gegebenen Verteilung der Areale der Tiefenstufen unterhalb von 5000 m zeigt 
sich sehr deutlich der verschiedene Charakter der dem Tiefseeboden eigenen 
weiträumigen Verteilung einerseits und der Engräumigkeit der Tiefseerinnen 
andererseits. Die Gesetzmäßigkeit, die dem Hauptteil des Tiefseebodens zwischen 
2,5 und 5 km Tiefe hinsichtlich des gleichmäßigen Wachstums der Areale mit 
zunehmender Tiefe zukommt, verliert unterhalb von 5 km Tiefe, d. h. jenseits des 
Maximums der Arealverteilungskurve ihre Gültigkeit. 
Nach diesen allgemeinen Bemerkungen sollen die Stufenareale der einzelnen 
Ozeane mit den aus den Parabeln berechneten verglichen werden, Für den 
offenen und den ganzen Atlantischen Ozean ergibt sich ein solcher Vergleich am 
einfachsten aus der Darstellung in den Figuren 1 und 2, für die andern Ozeane und 
die Abschnitte des Atlantischen aus den Tabellen 2 und 3, in denen die „beob- 
achteten“ und berechneten Werte für die Areale nebeneinander gestellt sind. 
Im Atlantischen Ozean sind die zwischen 3000 und 4000 m beobachteten 
prozentischen Areale etwas größer als die aus der Parabel berechneten, oberhalb 
3000 und unterhalb 4000 m sind sie kleiner. Beim Nordatlantischen Ozean liegen 
die positiven Abweichungen eine Stufe (500 m) höher, beim Südatlantischen 
stimmen sie mit dem ganzen Ozean überein, reichen aber noch eine Stufe tiefer, 
Schon Stocks hat bemerkt, daß die „Häufigkeitskurve“ des offenen Atlantischen 
Ozeans zwischen 3 und 4 km Tiefe einen „auffälligen Buckel“ zeigt und daß sie 
daher nicht mehr den Verlauf einer einfachen Fehlerkurve habe, den sie nach 
den älteren Bestimmungen von Kossinna zu haben schien!). Der Vergleich mit 
einer Fehlerkurve ist allerdings, wie oben des näheren ausgeführt, abzulehnen. 
Statt dessen ist der Vergleich mit der geraden Linie der Parabelrechnung an- 
gebrachter, der, wie unsere Abbildung zeigt, die obigen Merkmale ergibt, 
Die Frage, wodurch die erwähnten Abweichungen von der regelmäßigen Ver- 
teilung der Tiefenstufen bedingt sind, läßt Stocks noch unbeantwortet. Ich ver- 
mute, daß sich darin der Einfluß der Mittelatlantischen Schwelle bemerkbar 
macht, die bekanntlich den Ozean in eine westliche und östliche Muldenreihe mit 
sekundären, querlaufenden Schwellen teilt, Diese mittelatlantische Erhebung 
entwickelt sich gerade in den oberhalb 4000 m gelegenen Tiefen, so daß die 
prozentischen Anteile der Tiefenstufen oberhalb dieser Tiefe auf Kosten der 
tieferen zu groß ausfallen, mithin positive Abweichungen von den berechneten 
Werten aufweisen. Wenn beim Nordatlantik diese Abweichungen auch noch ober- 
halb 3000 m auftreten, so läßt sich das wohl damit begründen, daß dort die 
Mittelatlantische Schwelle auf breiteren Raum, namentlich in der Umgebung der 
Azoren und südwestlich von Island, zu Tiefen von weniger als 3000 m aufsteigt. 
Im Südatlantik nehmen diese flacheren Stellen der Schwelle einen kleineren Raum 
ein (vgl. z. B. die Karte der Tiefen in Ann, d. Hydrogr. 1939, Tafel 1). Doch 
halten sich alle Abweichungen innerhalb der Tiefen von 2500 und 5000 m Tiefe 
beim offenen und ganzen Atlantischen Ozean in engen Grenzen und überschreiten 
im Höchstfall noch kaum !/,% seiner Fläche. 
Die Werte für den Indischen und Pazifischen Ozean, die bisher nur für die 
L000-m-Stufen verfügbar sind (vgl. S. 226), so daß die Berechnungen unsicherer 
sind, lassen im Vergleich mit den berechneten Werten folgende Abweichungen 
erkennen (s. Tab. 3, S. 235). 
Der Indische Ozean zeigt wie der Atlantische zwischen 3000 und 4000 m 
einen Überschuß über die Parabelareale, und zwar der offene 0.8, der mit Neben- 
meeren 0.7 %, während die höheren und niedrigeren Stufen um 0.3 % hinter den 
berechneten zurückbleiben. Dies stimmt gut zu der Tatsache, daß auch dieser 
Ozean eine Schwelle aufweist, die als „zentralindische“ mit Tiefen von < 4000 m 
vom westlichen Vorderindien über die Chagos-Inseln und Neu-Amsterdam süd- 
wärts nach Kerguelen und von da zum Gaußberg zieht. Auch westlich davon 
sind auf dem Mascarenen-Rücken und auf der Crozet-Schwelle geringere Tiefen 
Ann. d. Hydr. 1939, S. 6, Abb. 7 zeigt die aufrechtgestellten Kurven von Stocks und Kossinna,.
	        
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