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Full text: 70, 1942

296 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1942, 
Die folgende Untersuchung stellt einen Versuch dar, die Gestalt der bathy- 
graphischen Kurven der Ozeane vornehmlich in dem als Tiefseeboden be- 
zeichneten Kurvenabschnitt mit dem Verlauf einer einfachen mathematischen 
Kurve, der Parabel, zu vergleichen. 
2. Das Material, 
auf welches sich diese Untersuchung stützt, ist für den Atlantischen Ozean in 
den von Th. Stocks bearbeiteten Lotungsergebnissen der Meteor-Expedition?), 
für den Indischen und Pazifischen in der von E, Kossinna verfaßten Abhand- 
lung „Die Tiefen des Weltmeeres“?) enthalten, Die Kossinnaschen Werte für die 
Areale der Tiefenstufen gehen im wesentlichen zurück auf eine Auswertung der 
Tiefenkarten, die M. Groll in flächentreuer Entwurfsart im Maßstab 1 : 40 Mill. 
1912 und, durch neuere Lotungen verbessert, in doppelt so großem Maßstab 1915 
veröffentlicht hatte%. Da, abgesehen von den Schelfgebieten, auf diesen Karten 
die Isobathen nur von 1000 zu 1000 m gezeichnet sind, so mußte Kossinna sich 
darauf beschränken, diese Intervalle für seine zusammenfassende Darstellung zu 
benutzen. Wie erwähnt, konnte nun aber nach der Meteor-Expedition für den 
Atlantischen Ozean eine genauere Zeichnung des Reliefs durch 500-m-Isobathen 
auf Karten im Maßstab von 1:20 Mill. und 1:5 Mill versucht werden, wobei 
Stocks sämtliche bisher vorliegenden Lotungen, soweit sie der Kritik stand- 
hielten, benutzt hat. Die Flächen der Tiefenstufen wurden von ihm nach der 
Viertelgradfeldermethode bestimmt und tabelliert. 
Daß wegen der punkt- oder streifenweisen Anordnung der Lotungen noch 
in vielen Teilen auch des Atlantischen Ozeans die kartographische Darstellung 
unsicher bleibt, haben Stocks sowie früher auch Kossinna und andere Forscher 
wiederholt betont. Jener hat zur Prüfung der Genauigkeit an einem Ausschnitt 
der Übersichtskarte in 1:20 Mill. für das Gebiet zwischen St. Helena und Ascen- 
sion, d. h, für einen Teil der Mittelatlantischen Schwelle, die verschiedenen Mög- 
lichkeiten der Isobathenführung veranschaulicht, auch wenn wie hier die Lotungs- 
dichte ziemlich groß ist. In diesem Spezialfall hielten sich die vorkommenden 
extremen Abweichungen der Areale der Tiefenstufen innerhalb 2°, was noch 
als relativ günstig gelten kann im Vergleich zu den ausgedehnteren Gebieten, 
in denen Tiefenzahlen bisher fehlen. Siehe Ann, d. Hydr. 1939, S. 3. 
Eine Karte mit 500-m-Isobathen und ihre Auswertung wird daher für den 
vergleichsweise wenig ausgeloteten Indischen und Stillen Ozean gegenwärtig noch 
kaum die Mühe lohnen, obwohl festlandsnahe Gebiete, die neuerdings mit Echo- 
lotungen reichlich versehen wurden, dazu ermutigen könnten. Für diese Ozeane 
habe ich deshalb noch die Kossinnaschen Werte beibehalten müssen, die 1000-m- 
Stufen entsprechen. Daß seine Werte für den offenen Atlantischen Ozean nicht 
sehr stark von den neuesten, den Stocksschen Werten abweichen, mag beiläufig 
hervorgehoben werden. Die Unterschiede betreffen besonders die großen Tiefen 
von 5—7000 m, die gegen frühere Messungen kleinere Areale zugunsten der 
geringeren Tiefen aufweisen. Dadurch ist auch eine Abnahme der Volumina 
und der mittleren Tiefen des offenen Atlantischen Ozeans und seiner nord- und 
südhemisphärischen Teile um etwa 1.5 bzw. 1.8 und 1.2°% ermittelt. Den Haupt- 
grund für diese Verminderung des Wasservolumens und der mittleren Tiefen hat 
man mit Stocks darin zu suchen, daß das Echolot in den bisher als Tiefsee 
geltenden Räumen neue Erhebungen und Schwellen enthüllte, die das Areal der 
mittleren Tiefenstufen vergrößerten, während die Tiefseedepressionen entsprechend 
zusammenschrumpften‘). Man mag daher in Zukunft auch für den Indischen 
und Pazifischen Ozean mit fortschreitender Echobelotung eine ähnliche Anderung 
4) Th. Stocks, Statistik der Tiefenstufen des Atlantischen Ozeans. Wissensch. Ergebnisse der 
Dtsch. Atlant Exped. auf „Meteor“ 1925— 1927, Band 11I, 1. Teil, Berlin 1938. Vgl. Ann. d. Hydrogr. 
1939, S. 1. — 2 E. Kossinna, Die Tiefen des Weltmeeres. Veröffentl. d. Inst. f, Meereskde, A, Heft 9, 
Berlin 1921. Ref, von G. Schott, Ann. d. Hydrogr, 1922, 8. 40. — 3) M. Groll, Tiefenkarten der 
Ozeane. Veröffentl, d, Inst. f. Meereskde, A. Heft 2. Berlin 1912. Ref. von O. Baschin, Ann, d, 
Hydrogr. 1912, S. 537, und von G. Schott, Zeitschr, Ges. f. Erdkde, Berlin 1913, S, 388. G. Schott, 
Grolls flächentreue Wandkarten der Ozeane, Anv, d. Hydrogr. 1917, S. 72. — *) Meteorwerk, Band III, 
S 60f.. S. 67—72, 8. 75—78, S. 127. Tab. 39, Ann. d. H. 1939, S. 12f.
	        
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