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Full text: 70, 1942

216 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1942, 
waren in der weiteren Umgebung von Ovalle und auch hier an der Küste 
mehrere heftige Regenfälle niedergegangen, 
7. Mai. Im Laufe des Nachmittags hat bei schwachen, vorwiegend nörd- 
lichen Winden die Himmelsbedeckung mit groben Se-Schollen in etwa 1000 m 
Höhe dauernd zugenommen. Bemerkenswert ist die verhältnismäßig sichere 
Art der Witterungsbeurteilung durch die Eingeborenen, Seit gestern wurde von 
verschiedenen Bewohnern der Gegend übereinstimmend darauf hingewiesen, daß 
schon seit einigen Tagen neue Regenfälle drohen (el tiempo esta amenazando) 
und unweigerlich in Kürze auftreten müßten. Die Langfristigkeit der Beurteilung 
fällt im Vergleich mit den gewohnten Aussagen im mittleren und südlichen 
Chile auf, — Die Nacht bringt nur geringe Abkühlung. 
8. Mai. Vor Morgengrauen fallen einige leichte N-Böen bis Stärke 3 ein. 
8b; Der Himmel ist in etwa 800 m ganz bedeckt. Vor dem eintönigen, aber 
lichten Grau eines Ns hängen unscharf gezeichnete Schlechtwetterfahnen herab. 
Bei böigem Norder, der gelegentlich Stärke 4 erreicht, regnet es in feinem, 
dichtem Tropfenfall. An den Hängen im W sind die nach S ziehenden Regen- 
schwaden deutlich zu sehen. Die Sichtweite nach E schwankt zwischen 4 km 
und 6 km, Es ist kühl. Der Regenfall hält ohne merkliche Veränderungen und 
pausenlos bis gegen Mittag an, dann werden in immer häufiger auftretenden 
Zeitspannen von wenigen Minuten Verminderungen in der Dichte des Nieder- 
schlags spürbar. — Ab 13b fällt hin und wieder Sonnenschein schattenwerfend 
und nur wenig geschwächt durch dünnere Partien der Bedeckung, die noch 
immer den ganzen Himmel beherrscht. Bald danach bricht die Bewölkung tief 
im E stellenweise auf. — 14h; t 15.5°. Bis auf eine kleine Spalte freien 
Himmels tief im E ist der ganze Himmel von durchsichtigen Hochnebelschleiern 
überzogen. In etwa 1200 m Höhe treiben einige dichtere graue Fetzen. Darüber 
sind bald danach hohe, helle Ac, die hie und da in as-artige weiße Flächen über- 
gehen, zu erkennen. Die Sicht nach E beträgt über 15 km. In dieser Richtung 
liegt ein feiner Dunst über der Landschaft. Die Sonne bricht hin und wieder 
fast unvermindert durch und läßt die wenig bewegte Luft als feuchtwarm 
empfinden. Der Regen hört unvermittelt auf. — 16%h; t, 16.0°. Der ganze 
Himmel hat sich mit hohen und mittelhohen Wolken bezogen. Nur im NW hebt 
sich ein weißrandiger Cu-Ballen empor. Der Wind aus nördlichen Richtungen 
hat aufgefrischt und weht ziemlich gleichmäßig mit Stärke 4. Die Sicht hat sich 
weiter gebessert. Da nun die Sonne verdeckt ist, wird es angenehm kühl. — 
18%b; t 15.5°%°. Die Bedeckung, vorwiegend dünne Ac-Schollen, die besonders 
den nördlichen Himmel beherrschen, hat sich auf 6 verringert. Die Luft wird 
aus wechselnden Richtungen leise bewegt Der aufgehende Mond ist von durch- 
scheinenden Ac leicht verschleiert. — 22%h:; Die Bedeckung ist wieder etwas 
stärker, Im E haben sich mäßig große Sc-Schollen von NE her ausgebreitet. In 
ähnlicher Weise haben die darüberliegenden Ac zugenommen. Die Unterseite 
der Sc liegt etwa 700 m hoch. 
9. Mai. Die Nacht verlief ohne größere Luftbewegungen und brachte nur 
wenig Abkühlung. — 6°°h; Es ist lau. Der Himmel ist bis auf einen schmalen 
Spalt im NE völlig bedeckt. Der Boden ist noch feucht, aber Tau ist offenbar 
nicht gefallen. — 77h: t, 12.8°. Die Bewölkung hat sich aufgelockert und ist 
auf 6 gesunken. */,, werden von niedrigen Sc mit unscharfer Zeichnung ein- 
genommen, Diese bewegen sich in zwei Zügen etwa 600 m hoch südwärts. Der 
eine dieser Wolkenzüge liegt etwa 20 km im E vom Lager über der Ebene 
jenseits unserer Hügelketten, der andere berührt eben den Kamm der Fray 
Jorge-Berge im W und dürfte sich vermutlich weiter bis zur Küste ausdehnen. 
Darüber, besonders dicht im E, aber auch über den hohen Himmel verteilt, treiben 
kleine Ac-Schollen, die sich eine Viertelstunde später vor der aufgehenden Sonne 
für wenige Minuten röten, Vom Hang herab weht ein leiser westlicher Zug mit 
Stärke 1. — 8b: t, 13.9° (13.2°), R 93%. Das Bild der Bewölkung wechselt rasch, 
da sich die unteren Schichten in lebhafter Bewegung nach S befinden. Aus N 
bis NE weht ein leiser Hauch. Nach wiederholtem teilweisen Aufklaren hedecken
	        
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