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Full text: 70, 1942

Buch, Kurt: Kohlensäure in Atmosphäre und Meer, 205 
atmosphärische Gehalt noch steigen wird und wie lange es dauert, bis der 
stationäre Zustand erreicht ist, kann mit jetzigen Kenntnissen nicht ermittelt 
werden. Es wäre hier erstens zu berechnen, in welcher Zeit die gesamte Atmo- 
sphäre in Berührung mit dem Wasser kommt und wie schnell das aufnehmende 
und in den höheren Breiten in die Tiefe sinkende Wasser zirkuliert. Daß man 
hier mit dem Passieren des ganzen Wasservolumens des Weltmeeres zu rechnen 
habe, wie Callendar anzunehmen scheint, kann nicht in Frage kommen, denn 
das meiste Wasser besitzt von vornherein viel höhere CO,-Tension als je die 
[reie Atmosphäre besitzen kann. Die bedeutende Tensionsdifferenz, etwa fünfmal 
größer als Callendar angibt, in den höchsten Breiten, wo gerade der leistungs- 
fähigste Austausch stattfindet, spricht für eine schnellere Ausgleichung als 
Callendar annimmt. Die weitere Behandlung dieser Frage sei den Dynamikern 
der Atmosphäre und des Meeres überlassen. 
In jedem Fall, können wir sagen, bedeutet die industrielle Verbrennung 
einen meßbaren Eingriff des Menschen in den geochemischen Kreislauf des 
Kohlenstoffes und bildet so einen neuen Beleg für die Behauptung Vernadskys, 
daß der menschliche Geist einen bedeutenden geochemischen Energiefaktor aus- 
macht. Er schafft zwar keine wesentlich neuen Energiemengen, sondern setzt 
hauptsächlich schon vorhandene um. Er wirkt also in der Art eines chemischen 
Fermentes. 
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