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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 70 (1942)

Kleinere Mitteilungen,

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setzte zeitweilig ganz aus. Bereits um 19.40* waren schon keine Farben in der
Spiegelung mehr zu erkennen gewesen, offenbar aus Mangel an ausreichender
Beleuchtung und zu geringer Bandbreite, Der Abstandswinkel zwischen dem
wahren und scheinbaren Bild blieb jedoch bis zum allmählichen Verschwinden
der Spiegelerscheinung, die dem Aufhören der aufsteigenden Luft um etwa
30 Minuten vorausging, völlig unverändert. Zwei Tage später wurde bei ähnlichen
 Bedingungen, lediglich leichter Bewölkung, das gleiche Phänomen unter
genau gleichem Ablauf beobachtet (27. und 29. April 1942). Seiner ganzen Anlage
nach dürfte es sich um eine durchaus alltägliche Erscheinung handeln.
Die Frage der. Abhängigkeit bzw. Unveränderlichkeit des Winkels zwischen
wahrem und scheinbarem Bild fand folgende Aufklärung. Das Spiegelband befand
sich, wie erwähnt, etwa 4 m von der Beobachtungsstelle entfernt. Es ergab sich
nach mehrfacher Beobachtung aber, daß noch ein zweites Spiegelband vorhanden
 war, und zwar in noch geringerer, nur etwa 3 m betragender Entfernung,
von dem ersteren lediglich durch einen etwa meterbreiten Simsvorsprung der
Hauswand unterbrochen. Bei diesem zweiten Spiegelband fehlte ein regulärer
Abstand zwischen wahrem und scheinbarem Bild. Beide Bilder traten vielmehr,
ohne wie bei dem ersten Band von einem neutralen Streifen getrennt zu sein,
entweder unmittelbar nebeneinander oder doch nur von einer äußerst feinen
Linie unterbrochen auf, Die Breite des zweiten Spiegelbandes erschien größer
als bei dem ersten, schätzungsweise etwa 11 Bogenminuten breit. Auch bei ihm
war keine Trübung, Helligkeitsschwächung oder Farbänderung erkennbar.
Beide Reflexbänder lieferten die Spiegelbilder lediglich in mehr oder minder
deutlichem, im ganzen aber sehr minimal bleibenden zitternden Schwanken und
Verzerren entsprechend den stoßweisen Wellenbewegungen der vibrierenden
Warmluft. Sonst aber geben sie eine getreue, glasklare Wiedergabe des Originals,
gleichsam wie mittels eines sehr langen, äußerst schmalen, senkrecht gestellten
Prismas.
Höchst bemerkenswert bei alledem war noch, daß, besonders in bezug auf
die allgemeine Fata morgana, die Spiegelung die Bilder seitenverkehrt brachte.
Dies ließ sich besonders instruktiv etwa bei menschlichen Köpfen beobachten,
wobei bei dem zweiten Band z. B. der wahre Hinterkopf unmittelbar am gespiegelten
 Hinterkopf desselben Objektes ansetzte und die Kopfbewegungen entsprechend
 nach den entgegengesetzten Seiten auseinandergingen bzw. von den
Seiten zueinanderführten,
Bei der allgemeinen Fata morgana ist der Spiegeleffekt zumeist also genau
der gleiche; da sie horizontal gelagert ist, steht das gespiegelte Bild auf dem Kopf.
Die Beobachtungen des vorliegenden Falles ergeben also, daß die Winkeldistanz
 des wahren vom scheinbaren Bild mit der Entfernung der die Spiegelung
tragenden Warmluft vom Beobachtungsort zunimmt, und daß weiter die Breite
des spiegelnden Bandes bzw. des widergespiegelten Bildes zunimmt mit der Tiefe
oder Dicke der Schichtauflage oder des Films der aufsteigenden Warmluft.
W, Heybrock, Berlin.

Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
stwa die dreifache Zahl auf, ein Beweis dafür, daß
die Statistik seitdem einen gewaltigen Aufschwung
>rfahren hat. In dieser Ehrengabe ist auch der
früher rein staatspolitische und wirtschaftliche
Rahmen gesprengt, die „Statistik in den Naturwissenschaften“
 hat ihren Einzug gehalten und
zereint somit die Anwendungsgebijete der „mathenatischen“
 und „nichtmathematischen“ Statistik.
Es wird häufig nicht erkannt, daß die Trennung
‚nichtmathematische“ und „mathematische“ Sta-:;istik
 zu Unrecht besteht. Sie bilden sozusagen
Anfang und Einde der mathematischen Betrachtungsweise.
 Die staatspolitische und wirtschaft-Die

 Statistik in Deutschland nach ihrem heutigen
Stand. Herausgegeben von Friedrich Burgdörfer.
 1940. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft
 und Statistik, Paul Schmidt, Berlin SW 68.
Preis 48 RM. 2 Bände, XXVII + 1307 S,
Dieses Werk ist eine Ehrengabe zum 70, Geburtstag
 des verdienten Statistikers Friedrich
Zahn. Vor etwa 30 Jahren gab der Jubilar unter
dem gleichen Titel eine Festgabe zu Ehren des damaligen
 Altmeisters der Statistik Georg von Mayr
zu dessen 70. Geburtstag heraus, Während das
ältere Werk Arbeiten von etwa 50 Autoren auf
dem Gebiete der Statistik vereinte, weist das jetzige
            
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