58 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1942,
Nach Sverdrup (7) beträgt der gesamte Energieverbrauch durch Reibung
(Dissipation im Innern der Atmosphäre und Grenzflächenarbeit) über 1 cm? der
Erdoberfläche in der Sekunde im Mittel für die ganze Erde 4.107“ Watt/cm?;
davon entfallen nach Wilh. Schmidt (s) auf die Dissipation im Innern der
Atmosphäre 0.9 .107%* Watt/cm?, so daß für die Grenzflächenarbeitsleistung
00
Sn = 3.1-104Watt/om? = 3.1.1074 Ta =- oder
* cal
Sa =— 6.4 em? Tag
verbleiben.
Die Wärmeaufnahme der Atmosphäre über 1 cm? der Erdoberfläche beträgt
im Mittel nach E., Alt (s)
durch Absorption direkter Sonnenstrahlung . . 14 Einheiten,
- langwelliger Erdstrahlung . . 104 »
Zufuhr von Kondensationswärme .... 16 »
Zusammen . . . 134 Einheiten,
Die Einheit nach Alt zu 7.2 ne ü gerechnet, ergibt sich q m zu
* cal
Im = 9%5 mt Tag
und damit nach (60) und (61):
| Yirsev = 0.66 - 1072 = 0.66%
Hinsichtlich der Sicherheit dieses numerischen Ergebnisses, welches zeigt,
daß alle bisherigen Berechnungen des thermodynamischen Nutzeffekts der Atmo-
sphäre weitaus zu große Werte ergaben, ist folgendes zu bemerken: Der Wert (62)
*
für q.„„. dürfte, wie eine andere Berechnung von F, Baur und H. Philipps (10)
% *
zeigt, etwa auf 10% genau sein. Unsicherer ist der Wert (61) für Sm, jedoch
dürfte dieser Wert nach einer Bemerkung Sverdrup (a.a.O., S. 196) kaum um
mehr als 50% falsch sein. Einschließlich der Berücksichtigung dieser Unsicher-
heiten gilt dann folgendes Ergebnis:
Der thermodynamische Wirkungsgrad der Atmosphäre liegt
bei 1% oder darunter.
Literaturnachweise.,
I. M. Margules, Über den Arbeitswert einer Luftdruckverteilung. Denkschr. d. Math,-Naturw. Klasse
der Akad, d, Wiss, Wien. 1901, Bd. LXXII.
2. V. Bjerknes, Über thermodynamische Maschinen, die unter Mitwirkung der Schwerkraft arbeiten,
Abh, Kgl. Sächs, Ges. d. Wiss., Bd. 35, Nr. 1. Leipzig 1916.
3.'H, U. Sverdrup, Der nordatlantische Passat. Veröff, geophys, Inst. Leipzig. 2. Ser. Bd.2,
Nr. 1 (1917).
4. A. Refsdal, Zur Thermodynamik der Atmosphäre. Geofys, Publ. Oslo, Bd. 9, Nr. 12,
5. F. M. Exner, Dynamische Meteorologie. 2. Aufl. Wien 1925, S. 169.
6. H. Ertel, Methoden, und Probleme der Dynamischen Meteorologie. Berlin 1938, S, 21.
7. H. U. Sverdrup, Über den Energieverbrauch der Atmosphäre, Veröff, geophys, Inst. Leipzig.
2, Ser. Bd. 2, Nr. 4 (1918).
8, Wilh. Schmidt, Über Arbeitsleistung und Arbeitsyerbrauch in der freien Luft. Ann, d, Hydr.
1918, S. 324—8332.
9. EX. Alt, Der Stand des meteorologischen Strahlungsproblems, Zschr. f, Geophysik, 1929, S, 385—391,
10. F, Baur und H. Philipps, Der Wärmehaushalt der Lufthülle der Nordhalbkugel usw. Gerlands
Beitr. z. Geophysik, Bd. 45. 1935. S. 82—132.
Peilrosen in Funkortungskarten.
Von Prof. W, Immler, Berlin.
(Hierzu Tafel 17 mit Abb. 1, 3 bis 6 und Tafel 18 mit Abb. 2.)
Zur Auswertung von Funkpeilungen benötigt man am Peilort einer Rose.
[st die verwendete Karte winkeltreu, so ist diese Rose äquidistant unterteilt, die
Peilstrahlen sind jedoch gekrümmte Linien, die sich nicht leicht verfolgen lassen,
Es besteht daher der Wunsch, die Peilstrahlen geradlinig einzutragen, und man