158 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1942,
Jahresende hin aus. Wenn sie dort angekommen ist, hat in der Jahresmitte
schon wieder die entgegengesetzte Erscheinung begonnen. Oder mit anderen
Worten: Es handelt sich um einen rhythmischen Wechsel von Kontinentalität
(Phase 2 und 3) und Ozeanität (Phase 5). Dabei geht der kalte Winter dem
warmen Sommer und der milde Winter dem kühlen Sommer voraus, was man
als Bestätigung der These ansehen kann, daß es nicht ganz willkürlich ist, das
Jahr mit dem Winter zu beginnen, Hiermit steht nicht die Tatsache, die schon
in Abschnitt A zur Sprache kam, in Widerspruch, daß auf einen extrem kalten
Winter ein kühler Sommer zu folgen pflegt, denn hier stehen nicht die wenigen
extrem kalten Winter zur Diskussion, sondern alle Winter, die überhaupt eine
negative Anomalie aufweisen.
Dies Auslaufen der Wärme- oder Kältewellen vom Sommer auf die anderen
Jahreszeiten zeigt sich auch in P,4. Die oben abgedruckte Tabelle zeigt nun
aber erstens P,;, nicht
rein, sondern von P;
überlagert, und zwei-
tens sind alle Zu-
fallsfehler voll darin
enthalten. Um diese
beiden Mängel abzu-
stellen und um das
Wesentlichste recht
deutlich hervortre-
ten zu lassen, werden
Iolgende zwei Um-
formungen mit dem
Zahlenmaterial vor-
genommen, Zuerst wird, wie schon angekündigt, P; davon abgezogen, also von
Phase 1, 7 und 13 der P,g wird je Phase 1 der P; subtrahiert. Sodann wird das
nunmehr nur die 18- (und 9)jährige Periode verkörpernde Material sowohl inner-
halb der Monate wie innerhalb der Phasen etwas ausgeglichen, indem sowohl
zeilen- wie spaltenweise übergreifende Mittel nach dem Schema 8 2 44 gebildet
werden. Zu diesem Zweck muß allerdings auf die Originalwerte zurückgegriffen
werden, denn die hier veröffentlichten Werte sind in ihrer Abrundung auf
Zehntelgrad zu grob dafür. Das Ergebnis dieser beiden Umformungen wird durch
Abb. 6 gezeigt. In dieser Abbildung ist darauf verzichtet worden, die Zahlen-
werte darzustellen; vielmehr werden nur die Vorzeichen, ob wärmer oder kälter
als der Normalwert, dargestellt. Die zusammenhängenden Gebiete gleichsinniger
Anomalien sind dick umrandet, und damit sie als Ganzes möglichst gut hervortreten,
werden nicht nur eine, sondern anderthalb Perioden zur Darstellung gebracht.
Auch hier sieht man, daß die Erwärmung (Abkühlung) durchaus nicht
immer gleichzeitig das ganze Jahr ergreift; der Mechanismus, der hier vorliegt,
ist aber ganz anders geartet als der von P.. Hier haben wir nicht einen
Wechsel von Ozeanität und Kontinentalität vor uns, sondern einerseits einen
Wechsel von Jahren, in denen die Jahreszeiten zu früh oder zu spät eintreten,
und andererseits solchen Jahren, die als Ganzes zu warm oder zu kalt sind.
Wir kommen dabei zu folgendem Schema: Zunächst treten die Jahreszeiten zu
früh ein (Phase 16 bis 18), d. h. Frühling und Winter sind zu warm, Sommer
und Herbst zu kalt. Die negative Anomalie von Sommer und Herbst breitet
sich dann auf das ganze Jahr aus, bis es als Ganzes zu kalt ist (Phase 4). In
diesem Stadium kann von einer zeitlichen Verschiebung der Jahreszeiten nicht mehr
die Rede sein. Allmählich setzt nun der umgekehrte Vorgang ein: Die Jahres-
zeiten verspäten sich. Zuerst verspätet sich der Sommer, wie sich aus der
negativen Anomalie im Juni und Juli, der positiven im August und September
ergibt (Phase 6 und 7). Auch die übrigen Jahreszeiten verspäten sich (Phase 10),
und dann greift die Erwärmung der zweiten Jahreshälfte auch auf den Winter
(Phase 11) über, so daß nun das ganze Jahr zu warm ist, Nach einigen zu
warmen Jahren setzt dann wieder die Verfrühung der Jahreszeiten ein, und das