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Full text: 70, 1942

154 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1942. 
möglich ist — sich recht gut mit den Epochen starker Sonnenfleckentätigkeit 
decken! Sowohl in den Jahren 1800 bis etwa 1833 und nach 1875 war die Zahl 
der Sonnenflecken kleiner, d. h. die relativen sich rund alle 11 Jahre wieder- 
holenden Maxima wiesen geringere Beträge auf als kurz vor 1800 und zwischen 
1833 und 1875. (Entnommen aus Thraen, Die Sonnenfleckenwelle, Das Wetter 
1941, Heft 4.) Der oberen Punktwolke entspricht ein Korrelationskoeffizient 
zwischen Streuung und Temperatur von -+ 0.89, der unteren ein solcher von 
+ 0.83. Die zugehörigen Regressionskoeffizienten für die Streuung in bezug auf 
die Temperatur sind 0.415 bzw. 0.451, also auch nicht wesentlich verschieden 
voneinander. Bei Zusammenfassung beider Punktwolken sinkt der Korrelations- 
koeffizient auf + 0.40! Für den skeptischen Leser sei ausdrücklich angemerkt, 
daß die Zweiteilung der Punktwolken nur durch Anschauen der Abb. 4b ge- 
funden wurde, und daß der Zusammenhang. mit den Sonnenflecken erst fest- 
gestellt wurde, als die eben mitgeteilten Koeffizienten schon berechnet waren. 
Die Periodizitäten und Verschiedenartigkeit des Verhaltens der Temperatur- 
streuung lassen die Arbeiten von Travnicek in neuem Licht erscheinen, Es 
wäre begrüßenswert, wenn die Messungen des vertikalen Windgefüges über lange 
Zeit hinaus fortgesetzt würden, um zu prüfen, ob die Travniöekschen Säkular- 
schwankungen!) des Windgefüges in irgendeinem Zusammenhang mit den hier 
beschriebenen Eigentümlichkeiten der Temperatur stehen. Es erscheint nicht 
unmöglich, daß sich daraus ganz neue Gesichtspunkte für die Meteorologie 
ergeben. 
Im Zusammenhang mit der Betrachtung der Kurve in Abb. 1 (auf Seite 78 in 
Heft III) war darauf hingewiesen worden, daß sich meist zwischen zwei Brückner- 
Höchstwerten noch eine Spitze befindet. Auch die ausgeglichene Abb. 2 zeigt in 
der Mitte der Kurve eine Spitze, die etwas höher ist als die der Umgebung. 
Nun sollte eine 11jährige Ausgleichung, wie sie zur Gewinnung von Abb. 3a 
benutzt wurde, eine Periode der Größenordnung 15 bis 20 Jahre eigentlich nicht 
unterdrücken. Man muß sich aber vergegenwärtigen, daß wir hier nur vier 
Zeilen gemittelt haben, daß also die Verschiebung des Zwischenmaximums um 
ein oder zwei Jahre schon eine wesentliche Abschwächung mit sich bringt. Wir 
ersetzen darum die 11jährige Ausgleichung durch eine 7jährige, die durch die 
Abb. 3b (auf Seite 152) gezeigt wird. Hier tritt nun deutlich das Zwischen- 
maximum in Erscheinung. Der Abstand des Hauptmaximums vom (Gesamt)- 
Minimum beträgt bei der Pszgw7y 0.50°, der des Nebenmaximums 0,31°, woraus 
die Rechtfertigung dafür abgeleitet wird, die P,, in zwei P,; aufzuspalten. 
Man könnte die P,; rechnerisch aus der P,, dadurch ableiten, daß man den 
1. mit dem 19., den 2. mit dem 20. ..., den 18, mit dem 36. Wert mittelt. Man 
würde damit den Zeitraum nach 1797 voll ausschöpfen und 8 Perioden zu- 
sammenfassen. Nun liegt vor 1797 noch eine Spanne von 22 Jahren vor, von 
denen man noch 18, und zwar zweckmäßigerweise die letzten 18, zur Stützung 
von P,a heranziehen kann. Es stehen also neun Zyklen für die Ableitung der 
18jährigen Periode zur Verfügung. Dabei sei vermerkt, daß diese Periode so 
deutlich in den Einzelwerten zur Geltung kommt, daß sie schon bei einfachem 
Durchsehen der Originalzahlen auffällt. 
Die Werte, die sich bei der Durchführung der beschriebenen Rechnung für 
P,3 ergeben, werden noch einer schwachen Ausgleichung nach der Formel 
SA © unterworfen, um die angedeutete 2jährige Periode zu unterdrücken 
(über die „2jährige“ Periode folgt unten mehr). Wir bekommen dadurch eine 
Wertereihe, die von Abb, 5a wiedergegeben wird. Auch hier folgt wie bei P,s 
einem raschen Temperaturanstieg ein allmählicher Temperaturfall. Ferner zeigt 
sich ganz deutlich, daß dieser 18jährigen Periode drei 6jährige aufgesetzt sind. 
Die 6jährige Periode ist nach Spitaler?) auf die Polschwankung der Erde 
zurückzuführen. Er hat sie schon für eine Reihe von Stationen abgeleitet, so 
1) F. Travniöek, Die Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe während säkularer 
Gegenextreme. Ann, d. Hydr. usw. 1941, S. 293, 
2) R. Spitaler, Ein sechsjähriger Witterungszyklus. Met. Zsch. 1936, S. 251.
	        
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