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Full text: 70, 1942

Diem, Max: Messungen der Größe von Wolkenelementen, 14 
4. Der Gehalt an flüssigem Wasser in den Wolken, 
Bei diesen Messungen machen sich die Unterschiede der Meßmethoden noch 
stärker als bei den Tropfengrößenbestimmungen bemerkbar. Bei der Ablagerungs- 
methode wurde meist über einen Zeitraum von 5 bis 10 Minuten gemittelt, bei 
den in Ol aufgefangenen Tropfen 
ergibt sich der Gehalt an flüssi- 
yxem Wolkenwasser aus einem 
Zeitraum von etwa !/,„sec. Die 
Ablagerungsmethode gibt im all- 
gemeinen die geringeren Werte, 
sie mittelt über Wolkenlücken 
oder dünne Wolken, während mit 
der Pistole die Tropfen unwill- 
kürlich nur an dichteren Wol- 
kenstellen aufgefangen wurden. 
Die gemessenen Werte 
schwanken zwischen 0.007 und 
0.65 g flüssigem Wasser je m 
wobei das Mittel bei 0.16 g/m? 
liegt. In der Größenordnung 
liegen die Werte bei denen von 
V. Hagemann (:) gemessenen 
und sind etwa 100mal größer 
als die von H. R. Neumann (1) 
in Seenebeln bestimmten Werte, 
Es dürften dabei die Unter- 
schiede Boden — freie Atmo- 
sphäre eine ausschlaggebende 
Rolle spielen, außerdem wäre 
die Frage zu klären, inwieweit 
bei Neumann während des An- 
saugens und Durcbströmens 
durch die Konimeterdüse Tropfen 
in der Düse abgelagert und ver- 
dampft werden. Leider macht 
Neumann keine Angaben über 
die Strömungsgeschwindigkeit in 
der von ihm benutzten Koni- 
meterdüse von 1 mm Durch- 
messer, Die Erklärung Neu- 
manns für diese Unterschiede 
auf Grund des Fehlens der 
Tropfen kleiner 5 w-Durchmesser bei Hagemann ist nicht stichhaltig, denn 
diese Tropfen waren bei Hagemann bestimmt vorhanden und beeinflußten die 
gemessenen Sichtweiten, sie gelangten aber infolge seiner Meßmethode nicht zur 
Ablagerung auf dem Objektträger. 
Es ist auf Grund der bisherigen Beobachtungen nicht möglich, einen Zu- 
sammenhang zwischen Gehalt an flüssigem Wasser in den Wolken und andern 
meteorologischen Faktoren festzustellen. 
IV. Zusammenfassung. 
Nach verschiedenen Methoden wurde die Größe der Wolkenelemente und 
des Gehaltes an flüssigem Wasser in den Wolken der freien Atmosphäre be- 
stimmt. Es zeigt sich, daß bestimmten Wolkenarten bestimmte Tropfengrößen 
zugehören, die im einzelnen und im Mittel als Tropfenverteilungskurven dar- 
gestellt und besprochen wurden. Die Messungen werden weitergeführt.
	        
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