Diem, Max: Messungen der Größe von Wolkenelementen, 14
4. Der Gehalt an flüssigem Wasser in den Wolken,
Bei diesen Messungen machen sich die Unterschiede der Meßmethoden noch
stärker als bei den Tropfengrößenbestimmungen bemerkbar. Bei der Ablagerungs-
methode wurde meist über einen Zeitraum von 5 bis 10 Minuten gemittelt, bei
den in Ol aufgefangenen Tropfen
ergibt sich der Gehalt an flüssi-
yxem Wolkenwasser aus einem
Zeitraum von etwa !/,„sec. Die
Ablagerungsmethode gibt im all-
gemeinen die geringeren Werte,
sie mittelt über Wolkenlücken
oder dünne Wolken, während mit
der Pistole die Tropfen unwill-
kürlich nur an dichteren Wol-
kenstellen aufgefangen wurden.
Die gemessenen Werte
schwanken zwischen 0.007 und
0.65 g flüssigem Wasser je m
wobei das Mittel bei 0.16 g/m?
liegt. In der Größenordnung
liegen die Werte bei denen von
V. Hagemann (:) gemessenen
und sind etwa 100mal größer
als die von H. R. Neumann (1)
in Seenebeln bestimmten Werte,
Es dürften dabei die Unter-
schiede Boden — freie Atmo-
sphäre eine ausschlaggebende
Rolle spielen, außerdem wäre
die Frage zu klären, inwieweit
bei Neumann während des An-
saugens und Durcbströmens
durch die Konimeterdüse Tropfen
in der Düse abgelagert und ver-
dampft werden. Leider macht
Neumann keine Angaben über
die Strömungsgeschwindigkeit in
der von ihm benutzten Koni-
meterdüse von 1 mm Durch-
messer, Die Erklärung Neu-
manns für diese Unterschiede
auf Grund des Fehlens der
Tropfen kleiner 5 w-Durchmesser bei Hagemann ist nicht stichhaltig, denn
diese Tropfen waren bei Hagemann bestimmt vorhanden und beeinflußten die
gemessenen Sichtweiten, sie gelangten aber infolge seiner Meßmethode nicht zur
Ablagerung auf dem Objektträger.
Es ist auf Grund der bisherigen Beobachtungen nicht möglich, einen Zu-
sammenhang zwischen Gehalt an flüssigem Wasser in den Wolken und andern
meteorologischen Faktoren festzustellen.
IV. Zusammenfassung.
Nach verschiedenen Methoden wurde die Größe der Wolkenelemente und
des Gehaltes an flüssigem Wasser in den Wolken der freien Atmosphäre be-
stimmt. Es zeigt sich, daß bestimmten Wolkenarten bestimmte Tropfengrößen
zugehören, die im einzelnen und im Mittel als Tropfenverteilungskurven dar-
gestellt und besprochen wurden. Die Messungen werden weitergeführt.