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Full text: 70, 1942

146 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1942. 
Zuordnung bestimmter Tropfengrößen zu bestimmten Wolkenarten rechtfertigen 
würden, Auffällig erscheint aber die Tatsache, daß Glorien mit mehreren Ringen 
im allgemeinen nur dann beobachtet wurden, wenn die Tropfengröße 7 #”-Halb- 
messer überschritten hat. Bei insgesamt 29 Glorien lag der Tropfenhalbmesser in 
14 Fällen über 7%, 10 davon zeigten mehrere Ringe. Von den 15 Fällen mit 
Tropfenhalbmessern unter 7 u zeigen 12 nur einfache Ringe. 
Es lag nahe, dieselben Untersuchungen für die im Pernter-Exner an- 
geführten Messungen durchzuführen. Doch sind die dort angeführten Messungen 
nicht eindeutig, weil die Frage ungeklärt bleibt: wurde die Aureole als ©, be- 
zeichnet oder trägt sie, wie heute allgemein üblich (6), die Bezeichnung 6,. Es 
scheint bei den im Pernter-Exner, S, 517 und 518, aufgeführten Messungen in 
dieser Beziehung keine Einheitlichkeit vorzuliegen, nur bei A, Wegeners 
Messungen ist bestimmt, daß er die Aureole mit ©, bezeichnet hat. Für seine 
Beobachtungen trifft die oben genannte Beobachtungstatsache ebenfalls zu, wenn 
die Aureole mit 6, bezeichnet wird. Die von ihm in der „Physik der Atmosphäre, 
1935“ S. 218, angeführte Bemerkung, daß optische Erscheinungen an Tropfen 
nur bis r > 14.1 u auftreten, ist durch die Erfahrung widerlegt. Über einen 
Deutungsversuch der Beobachtungen wird später berichtet werden. ) 
2, Mikroskopierte Tropfen, 
In Tafel 1 sind 59 gemessene Tropfenverteilungskurven aufgezeichnet. Außer- 
dem ist die Wolkenform beigeschrieben, wie sie ein Beobachter am Boden fest- 
stellt, ihre Erstreckung in der Senkrechten, ihre Basis- und Gipfeltemperatur, 
weiterhin die mitt- 
lere Tropfengröße 
und der mittlere Ge- 
halt an flüssigem 
Wolkenwasser, wie 
sie aus der Ablage- 
rung berechnet wur- 
den; es ist dann 
die ungefähre Höhe 
angegeben, in der 
eine Tropfenprobe 
genommen wurde, 
die ausgewertete 
Tropfenanzahl, die 
kleinsten, mittleren 
undgrößten Tropfen- 
durchmesser, der 
augenblickliche Gehalt an flüssigem Wolkenwasser und schließlich der Tropfen- 
durchmesser, wie er aus gegebenenfalls beobachteten Glorien bestimmt wurde. 
Die Betrachtung der Verteilungskurven zeigt einerseits die große Mannig- 
faltigkeit, die in den einzelnen Verteilungskurven auftritt, andererseits aber ist 
ohne Schwierigkeit zu erkennen, daß unter den Kurven gewisse Typen öfters 
vorkommen. Es wurden deshalb die mittleren Tropfenverteilungskurven für 
12 Messungen in Sc, 15 in As und 16 in Ns berechnet und gezeichnet. Abb, 4 
bringt die ausgeglichenen, Abb. 5 die nicht ausgeglichenen Kurven. Es zeigen 
sich dabei für die verschiedenen Wolkensorten eindeutige Unterschiede: In Se 
besitzt die Tropfenverteilungskurve ein ausgeprägtes Maximum bei Tropfen- 
durchmessern von 6x, fällt steil ab und wird bei Tropfendurchmessern von 20 u 
gleich Null. In As liegt das Maximum bei 10 x und ist etwas breiter, die Kurve 
geht bei 25 u durch Null. Im Ns liegt ein breites Maximum von 5 bis 8 x, ein 
zweites bei 22 u, die Kurve klingt langsam ab, die letzten Werte liegen außer- 
halb der Darstellung. Betrachtet man nun statt der ausgeglichenen Kurven die 
im einzelnen berechneten Werte (Abb. 5), so fällt auf, daß bei allen Kurven ein 
erstes Maximum bei Tropfendurchmessern von 4 uw liegt, ein 2. und 3, bei den As- 
und Ns-Messungen bei 8 und 10 x. Ein Auswertfehler kann nicht vorliegen, da,
	        
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