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Full text: 70, 1942

132 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1942, 
rund 8°, entspricht hier eine Abnahme des spezifischen Volumens von weniger 
als 3%. 
Auf die Verhältnisse der Schallausbreitung im Wasser übertragen, bedeutet 
dies folgendes: Der Schallgeschwindigkeit in einer Flüssigkeit liegt folgende 
verhältnismäßig einfache Beziehung zugrunde: 
v= [7 . 
: 12.000 x 107% 
11 000 
10 006 
$ 008 
8000 
C 
2008 
$ 00 
Hierin bedeutet: 
r 
Q 
”ompressions- 
Koeffizient 
Schallgeschwindigkeit in cm/sec, 
Verhältnis der Spez, Wärme bei konstantem Druck und 
konstantem Volumen, 
Dichte, . 
Kompressionskoeffizient, bezogen auf den Überdruck 
von 1 Bar. 
571064 70-2 
y liegt in der 
Größenordnung von 
1.000 bis 1.002; es 
ist also derartig 
klein, daß es für 
Betrachtungen prin- 
zipieller Art ver- 
nachlässigt werden 
kann. Die Gleichung 
nimmt dann folgende 
einfache Form an: 
Kompression und 
mar Volumen. 
V 
dw 
Die Schallgeschwin- 
digkeit scheint dem- 
nach zunächst in 
gleichem Maße von 
der Dichte und dem 
Kompressionskoeffi - 
zienten abhängig zu 
sein. In der ozeano- 
graphischen Praxis sieht der Fall, jedoch etwas anders aus. Sowohl o wie x 
sind beide, wie aus Abb. 4b hervorgeht, Funktionen der Temperatur und des 
Salzgehaltes des Meerwassers, Der Unterschied liegt jedoch darin, daß, wie wir 
bereits gesehen haben, bei gleicher Temperatur- und Salzgehaltsänderung der 
entsprechende Effekt in der Verschiebung des Kompressionskoeffizienten den 
der Dichte erheblich überkompensiert. Diese Überkompensation ist so stark, daß 
es bei Beschränkung auf das Prinzipielle berechtigt erscheint, die Funktion der 
Schallgeschwindigkeit in erster Annäherung durch die weiter vereinfachte Formel: 
V 
— 
Vz 
wiederzugeben. 
Wir kommen demnach zur folgenden einfachen Gesetzmäßigkeit: „Die 
Schallgeschwindigkeit im Wasser und in wässerigen Lösungen ist in erster An- 
näherung umgekehrt proportional der Wurzel aus dem Kompressionskoeffizienten, 
Steigender Temperatur und steigendem Salzgehalt entspricht eine 
Erhöhung der Schallgeschwindigkeit und umgekehrt.“ Diese Tatsache 
steht in strengem Gegensatz zu dem entsprechenden Verhalten der Dichte und 
der Lichtgeschwindigkeit. Die hier gültigen Zusammenhänge lassen sich fol- 
gendermaßen zusammenfassen: Fallender Temperatur und steigendem 
Salzgehalt entspricht eine Erhöhung der Dichte und eine Erniedrigung 
der Lichtgeschwindigkeit. Sehr anschaulich werden die Beziehungen durch ein 
Temperatur-Salzgehalts-Diagramm wiedergegeben (Abb. 5). Mit einem Blick läßt
	        
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