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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 70 (1942)

Jensen, Chr.: Strahlungsmessungen in Hamburg. 
bedingte Störungen handeln kann, möge dahingestellt bleiben. Eine Frage für 
sich ist, ob evtl. die Möglichkeit eines Zusammenhangs der meteorologischen 
Trübung mit der beginnenden Sonnentätigkeit ins Auge zu fassen wäre. Jeden- 
falls darf man wohl. — wenn auch für Hamburg-Alsterdorf nur zehn Reihen 
für die Durchschnittskurven zur Verfügung standen — annehmen, daß der 
atmosphärische Reinheitsgrad im Jahre 1933 jedenfalls im allgemeinen recht gut 
war. Es verlohnt sich, die angegebenen Durchschnittsreihen mit den für den 
Durchschnitt des allgemein als besonders rein angesehenen Jahres 1911 für Ham- 
burg und für das sich besonderer Luftreinheit erfreuende Arnsberg i. W. zu 
vergleichen. Es ergahen sich!) folgende Werte: 
T“ 
1 
Hamburg: 
ÄTARO 2...... 
Babinet ...... 
Arnsberg: 
ATragO ....... 
Babinet ...... 
+ 
3.3 
22,0 
iKR 
An! 
14.5 
A 
21,8 
17.0 
1:40 
3.59 
2.A° 
21,1 
17.7 
.60 06 
157 ı 163 
1.59 ' 
0.5° 
—0.59| 
—1.5° 
—2,5° 
3,50! 
—4,5° 
55° 
28 
(8,9 
20.0 
182 
> 
U 
DD 
20.5 
183 
22.2 
184 
25.0 
19.0 
16.9 
Al 
1%. 
16.5 
1. 
20." 
159 
22.6 
15.7 
25.5 
15.8 
£s gibt verschiedene, aus den Messungen der neutralen Punkte abgeleitete 
Kriterien zur Beurteilung des atmosphärischen Reinheitsgrades, Für normale und 
für solche Zeiten, die durch besondere tellurische Vorgänge (Vulkanausbrüche usw.) 
charakterisiert sind, möchte ich vor allem die Größe der Punktabstände bei nicht 
allzu kleinen positiven Sonnenhöhen und in erster Linie beim Arago- Abstand, 
der in dieser Beziehung jedenfalls besonders eingehend untersucht worden ist, 
die Amplitude zwischen den Abstandswerten bei positiven und kleinen (am 
besten — 0.5°) nennen, Weiter kommt der gegenseitige Abstand der Arago 
von der Babinet — am besten etwa zwischen den negativen Sonnenhöhen von 
— 0.5- bis — 2.50-Kurve — in Frage, so gedacht, daß er ceteris paribus um so 
größer ist, je weniger getrübt die Luft ist. Die Abstandswerte beider Punkte — bei 
positiven und evtl, auch bei geringen negativen Sonnenhöhen — sind im allgemeinen 
um so kleiner, je reiner die Luft ist. Ferner kann man sagen, daß — ich denke vor 
allem an den Arago-Punkt — die Amplitude mit der Zunahme der Trübung wächst, 
Unter allem gebe ich nach den gemachten Erfahrungen der Arago-Amplitude 
den Vorzug vor dem Arago-Abstand; die Benutzung der Arago-Amplitude hat 
auch, wie schon mehrfach ausgeführt, den Vorzug, daß ihr Vergleich bei verschie- 
denen Beobachtern unabhängig ist von Nullpunkts- und überhaupt Indexfehlern 
des benutzten Pendelquadranten. Auch Dorno hat sich über den besonderen Wert 
der Arago-Amplitude ausgesprochen, indem er auf S. 189 des genannten Werks 
folgendes bemerkt: „Von allen Kriterien geht mit den untereinander gut über- 
einstimmenden Befunden der Polarisationsgröße, der Helligkeit, der Dämmerungs- 
und Ringerscheinungen am besten einig die Amplitude des Arago-Abstandes.“ 
Sehen wir uns unter diesen Gesichtspunkten die aus 46 Reihen abgeleitete 
Arago-Durchschnittskurve von 1933 in Münster an! Es ergeben sich folgende 
Durechschnittswerte: 
2 445° 435° +2,59|4+1,5° +0,50! -0.5° —1,5° „2,59 | _3.50' _4,501_5.50 
_Arago-Abstand __ 200! 20.1 20.6 ! 21.4! 22,8 | 25,9 
Die Arago- Abstände sind von ähnlicher Größe wie die in der oben erwähnten 
Hamburger Reihe angegebenen. Wie in Hamburg, so beträgt auch hier die 
Amplitude zwischen den Sonnenhöhen + 4.5 und — 0.5° nur 0.9°. Das spricht 
auch sehr dafür, daß die Atmosphäre i. J. 1933 recht rein war. Zusammenfassend 
äußerte sich Spangenberg über den Reinheitsgrad der Jahre 1930 bis 1935 auf 
Grund der gefundenen Transmissionskoeffizienten und Trübungsfaktoren in dem 
Sinne aus, daß die Jahre 1933 und 1935 besonders rein waren, während 1930 am 
schlechtesten abschnitt. 
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat mir in dankenswerter Weise Hilfe 
bei Durchführung einiger Berechnungen ermöglicht. 
Kinen Beitrag für Rechenhilfe verdanke ich der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 
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