110 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1942.
der eigentlichen Meßfehler von den möglicherweise auftretenden Schwankungen
der NP gestattet. An der von Smosarski gefundenen Zunahme des Einstell-
fehlers mit der Sonnentiefe ist offenbar wesentlich der Umstand beteiligt, daß
zu dieser Zeit die Kurve des ANP einen sehr starken Anstieg aufweist, so daß
nach seiner Methode der Fehlerbetrachtung eine scheinbare Verringerung der
Einstellgenauigkeit resultiert,
Es wird nun eine detaillierte Fehleranalyse gegeben, wobei versucht wurde,
die Größe der einzelnen Fehleranteile zu bestimmen, Es ergibt sich danach für
die Einzelmessung:
1. der apparatbedingte Fehler zu + 0.11° bzw. + 0.31° je nach Geräteart;
2, der physiologische Fehler zu + 0.15°;
3. der Standortfehler (in unserem Beisp. Schiff bei mäßiger Dünung) zu
+ 0.63°.
Danach kann bei normalen Verhältnissen mit dem Magnaliumquadranten
eine Meßgenauigkeit von + 0.26° erreicht werden. Für den Ebonitquadranten
ergibt sich + 0.46°.
Eine Abhängigkeit der Einstellgenauigkeit von der Höhe des anvisierten
Objektes konnte ebenfalls nachgewiesen werden, die aber erst bei Höhen über 30°
wirksam wird,
Sehr wichtig ist die Bestimmung des Standortfehlers, da gerade die unter
besonderen Verhältnissen gewonnenen Reihen nicht beliebig wiederholt werden
können, so daß für sie die Frage der Genauigkeit von besonderer Bedeutung
ist, wie an dem Fehler einer auf See gewonnenen Meßreihe dargelegt wurde.
An Hand geeigneter Meßreihen der NP können die gefundenen Ergebnisse
bestätigt werden, wie besonders die Untersuchung einer Meßreihe von Simpson
ergibt. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt also, daß die Meßgenauigkeit der
Methode es rechtfertigt, die Einzelmeßreihen, zum mindesten nach der Busch-
schen Zusammenfassung, zu bearbeiten. N
Nach diesen Untersuchungen ergibt sich auch gute Übereinstimmung mit
den Smosarskischen Werten, wenn von der Fehlerzunahme infolge raschen
Anstiegs der ANP-Kurve bei tiefen Sonnenhöhen abgesehen wird. Es folgt
daraus, daß die bei ihm stillschweigend vorausgesetzte, kurzfristige, geringe Ver-
änderlichkeit der Punkthöhe jedenfalls im Sonnenhöhenbereich von + 5° bis — 2°
meistens vorhanden ist, was jedoch nicht von vornherein sicher war und im
einzelnen nicht einmal der Fall ist.
Strahlungsmessungen in Hamburg.
Von Chr. Jensen,
Es soll hier über einige Bestimmungen der Intensität der Sonnenstrahlung
berichtet werden, die von mir im Jahre 1932 und vor allem im Jahre 1933 aus-
geführt wurden. Der Beobachtungsplatz war ein Balkon in der Curschmannstraße
in Eppendorf. Das Michelson-Martensche Aktinometer wurde mir freund-
lichst von der Meteorologischen Versuchsanstalt der Deutschen Seewarte überlassen.
Der Eichfaktor war in Potsdam bestimmt worden, Beifolgende Tabelle 1 gibt der
Reihe nach für die verschiedenen Tage von 5 zu 5° Sonnenhöhe: 1. das Datum,
2. die Sonnenhöhe, 3. die Intensität der Gesamt-, 4. die der Rot-Ultrarotstrahlung
in g cal. pro cm* und Minute, 5. und 6. die alten!) und die neuen?) Trübungs-
faktoren für die Gesamtstrahlung, 7. und 8. die alten und die neuen Trübungs-
faktoren für die Rot-Ultrarotstrahlung, 9. und 10. die alten und die neuen
4 S, die grundlegende Arbeit von Fr. Linke „Transmissionskoeffizient und Trübungsfaktor“,
Beitr. z. Phys, d. fr. Atm. 10, 91—103, 1921. — 58, weiter: Fr. Linke und K, Boda, Vorschläge
zur Berechnung des Trübungsyrades der Atmosphäre aus den Messungen der Intensität der Sonnen-
strahlung, Met, Z, 1922, 161—166, — 2%) K. Feussner und F, Dubois, Trübungsfaktor, precipitable
water, Staub, Gerlands Beitr, z. Geophys, 27, 132—175, 1930 und Fr. Linke, Met. Taschenb, II,
1933, 308, wo die auf Grund der neueren amerikanischen Untersuchungen von Feussner und Dubois
angegebenen neuen Konstanten Po, P„ und Pp angegeben sind. — 8. hier auch S. 299, wo Linke
die extraterrestrische Strahlungsintensität, berechnet für die verschiedenen Wellenlängen nach den An-
gaben des Astrophysical Laboratory in Washington angibt.